TEST: Infinity Sub/Sat-Set TSS-4000 (3/3)
- AV-Receiver/Verstärker: Onkyo TX-SR803E,
Pioneer VSX-AX4AVi-S,
Harman Kardon AVR-7300
- DVD-Player: Denon DVD-2910
- Bildwiedergabegeräte: Pioneer PDP-436XDE,
Toshiba 42WL58P
Klang
Sehr zu loben ist, dass man das TSS-4000 eigentlich kaum auf dem
"falschen Fuß" erwischen kann. Sowohl für eine effektreiche
Filmtonwiedergabe als auch für eine präzise Mehrkanal-Musikwiedergabe ist das
Set sehr gut geeignet. Besonders bemerkenswert ist, dass das System eigentlich
im Verlauf des gesamten Frequenzspektrums überzeugen kann. Der kompakte aktive
Subwoofer bietet einen tadellosen Tiefgang, selbst beim "Chronos"
Trailer auf der siebten DTS Demo-DVD entsteht ein fülliger Gesamteindruck. Nur
die subtilen Klanganteile unterhalb der 30 Hz werden verständlicherweise kaum
wiedergegeben. Bei "Behind Enemy Lines" überzeugt der aktive
Subwoofer mit tadelloser Kontrolle, besonders dann, wenn man zuvor das
R.A.B.O.S.-System aktiviert hat. Dann ist genug Nachdruck da, um bei den kurz
aufeinander folgenden massiven Explosionen für Zufriedenheit beim Auditorium zu
sorgen, gleichzeitig jedoch verkommt die Wiedergabe des tieffrequenten Anteils
nicht zu einem undefinierten Wummern und Dröhnen. Vielmehr bleibt der Bass gut
strukturiert, satt und klar. Selbst bei "The Fast and The Furious"
punktet der TSS-4000 Aktivsubwoofer, denn die verschiedenen Bassanteile in den
wilden Verfolgungsszenen werden ordentlich voneinander getrennt und nicht als
lautstarkes Einerlei übertragen. Selbst die Eröffnungssequenz aus "Star
Wars Episode III", als der republikanische Sternenzerstörer über den
Bildschirm donnert, ist das Ergebnis gut, wobei klar sein dürfte, dass die
volle Massivität dieser beeindruckenden Szene nur von ausgewachsenen aktiven
Basslautsprechern wie einem SVS PB12-Plus/2 oder
einem Teufel M11000 korrekt
herausgearbeitet werden kann.

Auch bei größeren Effektsalven und bei höherem Pegel
überzeugt der TSS-4000 Center
Die Satelliten und der weitgehend baugleiche, aber horizontal aufgestellte
Center gefallen ebenfalls mit vielen positiven Eigenschaften. So erreicht der
als Center eingesetzte TSS-4000 Satellit eine erstaunlich facettenreiche
Effektwiedergabe, das gleichzeitig weite Raumgefühl sorgt ebenfalls für ein
hohes Maß an Zufriedenheit. Natürlich muss ein Centerlautsprecher noch weitaus
mehr können, als Effekte, die von vorn aus der Mitte kommen, ansprechend
wiederzugeben: Ein gewisses Feingefühl bei der Herausarbeitung von
Stimm-Profilen darf nicht fehlen, sollen auch anspruchsvollere Anwender
angesprochen werden. Und genau hier setzt Infinitys gelungene Konstruktion an,
denn mit tadelloser Sensibilität werden z.B. auch hohe Frauenstimmen
wiedergegeben, ohne dabei in eine schrille, aggressive und letztendlich
verzerrte Wiedergabe zu verfallen. Die Pegelfestigkeit aller fünf Satelliten
ist enorm, was in Anbetracht der schmalen Bauform verwundert. Sehr schön ist
auch die klare Hochtonwiedergabe, die eine erfreulich reife Mischung aus
angenehmer Abstimmung und aus dynamischer Brillanz generiert. Damit qualifiziert
sich das TSS-400 auch für die gelungene Wiedergabe von klassischer Musik.
Insgesamt sehen wir im TSS-400 eine klanglich erwachsene, leistungsfähige Sub-/Sat-Lösung,
die als eines der wenigen uns bekannten designorientierten Lautsprechersysteme
dazu angetan ist, auch den erfahrenen und somit anspruchsvollen Musikhörer
anzusprechen. Gleichzeitig muss man aber, wenn man zeitgemäße Actionfilme
anhört, nicht auf entsprechenden Nachdruck verzichten, denn der aktive
Subwoofer zeigt hier sein zweites Gesicht. Auf das integrative, präzise Wesen
bei der Musikwiedergabe folgt nun eine nachdrückliche, massive und
raumfüllende Wiedergabe. Aus diesen Beweggründen rührt auch die später
folgende erstklassige Bewertung dieses außergewöhnlich gelungenen Systems: Ein
universell einzusetzendes Set, das durch das schnörkellose und gleichzeitig
schicke Design in viele Wohnlandschaften passt, und sich akustisch keine
Schwächen leistet. Von derartigen Angeboten gibt es auf dem gesamten Markt nur
wenige.
Charakteristik des aktiven Subwoofers

Der aktive Subwoofer überzeugt mit ausgewogenen akustischen
Eigenschaften
Der TSS-4000 Subwoofer erzielt bis hinunter auf 26 Hz ein noch brauchbares
Ergebnis ( - 10 dB) - damit lässt es sich im Alltag prima leben. Auf der
anderen Seite unsere Messskala stehen bei 100 Hz - 6 dB an, bei 85 Hz schon - 3
dB. Insgesamt weist der TSS-4000 bereits im "Rohzustand" einen recht ausgeglichenen
und wenig aggressiven Frequenzverlauf auf. Diese Eindrücke bestätigen auch
unsere Klangtestreihen, wobei nach Aktivierung des R.A.B.O.S.-Systems eine
nochmals bessere Kontrolle und eine höhere Präzision dafür sorgten, dass der
TSS-4000 Aktivsubwoofer für einen kompakten Basslautsprecher mit einer
erstaunlich kompletten Gesamt-Performance punkten kann.
Konkurrenzanalyse:
Insgesamt müssen wir hier einige Bemerkungen vorausschicken. Wie bereits
mehrfach geäußert, soll das Infinity-Ensemble denjenigen Käufer ansprechen,
der Raumökonomie (die schmalen Säulen benötigen nur wenig Stellfläche),
Design und eine gefällige Akustik auf gehobenem Level miteinander verbinden
möchte. Diese Mission, siehe unsere Klangbewertung, erfüllt das TSS-4000 voll
und ganz. Da der Preis des Sets mit 2.692 € in finanziellen Dimensionen
beheimatet ist, in denen auch ausgewachsene 5.1 Sets, bestehend aus
Standlautsprechern, großem Center und Regalboxen zu finden sind, muss man
aufpassen, dass hier keine Verwirrung aufkommt: Natürlich erreicht ein Ensemble
mit großen Standlautsprechern vorn eine nochmals homogenere akustische
Verteilung, die Übergänge gerade vom oberen Bass- in den Mitteltonbereich
wirken noch fließender und unmerklicher, was besonders der Stereoqualität zu
Gute kommt. Wenn man aber die gelungene Mischung aus Design und Klang
betrachtet, schlägt sich das Infinity-Paket hervorragend. Sogar einige
"große" Systeme müssen gegen das sauber abgestimmte TSS-4000 Federn
lassen - kommen wir nun zu den Beobachtungen im einzelnen.
Mit dem angenehmen Hochtonbereich, der zudem noch lebendig und frisch klingt,
überflügelt der talentierte TSS-4000 Satellit z.B. die Klipsch
Synergy F-3. Natürlich, die Klipsch ist pegelfester, aber die zu aggressive
Hochtonwiedergabe sorgt für unpassende Disharmonien im Klangbild. Hier muss man
auch bei der Auswahl der geeigneten Elektronik aufpassen, um nicht völlig in
Richtung eines schrillen und somit unbrauchbaren Klangbildes abzudriften. Die
KEF IQ9 wirkt im Hochtonbereich ebenfalls nicht ganz so brillant - was uns
fundamental überrascht hat. Die TSS-4000 Satellitenbox wirkt tatsächlich
lebendiger und verleiht Höhen mehr Glanz. Durch diese natürliche, echte
Auslegung sind viele AV-Receiver (spezielle Empfehlungen siehe nächster
Abschnitt) für das Zusammenspiel mit dem TSS-4000 System geeignet.
Doch auch Produkte von Harman International müssen sich durchaus vor der
TSS-4000-Lösung fürchten: Wir spielen auf die JBL Northridge-Serie
an, die, so müssen wir betrüblicherweise festhalten, bis auf mehr Homogenität
im unteren Mittelton-/oberen Bassbereich, mehr Bassvolumen und einer höheren
Pegelfestigkeit keinerlei Vorteile in die Waagschale werfen kann. Das TSS-4000
sieht viel zeitgemäßer aus, überzeugt mit einer insgesamt authentischeren
Klangcharakteristik, detailliert besser und klingt feiner im Hochtonbereich. Das
Kraft-Defizit der schlanken Satelliten macht der nachdrücklich antretende
aktive Subwoofer zu einem beträchtlichen Teil Wett. Fazit: Northridge fürs
Jugendzimmer und für Partypegel, TSS-4000 fürs gepflegte Ambiente im
Wohnzimmer. Völlig andere Käufer spricht ein Nubert nuWave 85, CS-65, RS-5 und AW-7
(jetzt AW-75) an, welches für
unter 2.500 € zu haben ist. Das optisch massive nuWave-Set kostet praktisch
gleich viel wie das TSS-4000-System, ist aber eher für Klang- als für
Designliebhaber ausgelegt. Geht es um pures akustisches Vergnügen, gehört
dieses Schwäbisch-Gmünder "Team" nach wie vor zu den absoluten
Empfehlungen, gerade im Stereobetrieb brillieren die nuWave 85 mit einer Reife,
die solche schlanken Klangsäulen wie die von Infinity natürlich nicht bieten
können, trotz der gelungenen Integration des aktiven Subwoofers ins gesamte
akustische Bild.
Von preisgünstigeren Sub-/Sat-Sets, die wir kennen, unterscheidet sich das
TSS-4000 sogar noch deutlicher, als man es in Anbetracht des großen
Preisunterschiedes erwarten kann. Ziehen wir Beispiele heran: Das Tannoy
Arena ist hochwertigst verarbeitet und klanglich für so kleine Satelliten
überzeugend, aber der zwar spürbare, jedoch nicht riesige Aufpreis, den das
TSS-4000 kostet, ist das Set auf jeden Fall Wert. Es klingt dynamischer, ist
deutlich pegelfester, der Klang löst sich hörbar besser von den Boxen und der
aktive Subwoofer ist zwei Klassen besser. Auch ein Focal
Cinema Pro, gerade mit einem 2. Platz beim XXL-Ceck: Lautsprechersysteme zwischen 700 bis 1.800 € "geadelt",
hat gegen das allerdings auch mehr als doppelt so teure TSS-4000 keine Chance:
Es wird in jeder Beziehung deutlich mehr Reife geboten, besonders im Bassbereich
stellt der gleichermaßen präzise wie nachdrückliche Infinity-Woofer den
kleinen Focal-Woofer kalt. Den Focal-Käufer braucht das freilich nicht zu
stören, denn für 1.199 € ist sein Set nach wie vor eine Top-Alternative.
Aber wer einen gleichermaßen hohen Anspruch an Sound und Optik stellt, kommt am
TSS-4000 aktuell praktisch nicht vorbei.
Elektronikempfehlungen:
Das Infinity TSS-4000 empfiehlt sich durch die sehr guten akustischen
Leistungen auch für das Zusammenspiel mit hochwertiger Elektronik. Wir haben
ein paar passende Empfehlungen zusammengestellt:
- Onkyo TX-SR703E: Besonders die
musikalischen Talente des Infinity-Ensembles werden in diesem Zusammenspiel
sichtbar.
- Harman Kardon AVR-635:
Hier gibt es viel Nachdruck und Dynamik, dieses Ensemble passt ausgezeichnet
zusammen.
- Denon AVR-4306:
Keine Angst vor "großen Tieren": Auch mit dem kraftvollen,
aber gleichzeitig sehr präzisen AVR-4306 ist das TSS-4000 nicht
überfordert.
Was uns noch auffiel: Folgerungen aus den Ergebnissen der Testreihen
Die Testreihen haben zahlreiche Erkenntnisse zu Tage gefördert, die wir alle
entsprechend kommentiert festhalten möchten:
- Die Infinity TSS-4000 Systemlösung ist sogar im Stereobetrieb erstaunlich
wohlklingend - was auch daran liegt, dass sich der aktive Subwoofer sehr gut
integriert und so eine homogene Front-Klangkulisse möglich wird.
- Richtige Anwinklung sehr wichtig: Die schmalen Säulen müssen korrekt auf
die Hörposition angewinkelt werden - und es ist besser, lieber eine Idee
stärker als zu schwach anzuwinkeln.
- R.A.B.O.S sehr nützlich: Obwohl eigentlich eher einfach konzipiert,
lässt sich Bassdröhnen mit dem eingebauten Equalizer effektiv verhindern.
Das Ergebnis ist ein kontrollierter und klarer Bass ohne Nebengeräusche. Zu
diesem Eindruck passt auch das sehr solide Subwoofergehäuse, welches keine
unpassenden Nebengeräusche erzeugt.
- Idealerweise sollte der Hörraum zwischen 15 und 40 Quadratmeter messen.
Wer sehr kräftige Pegel liebt, sollte bei knapp unter 35 Quadratmetern eine
Grenze setzen.
Fazit:
Das Infinity TSS-4000 schafft es auf exzellente Art und
Weise, hohe ästhetische Ansprüche mit ausgezeichneten akustischen
Eigenschaften zu verbinden. Besonders lobenswert ist, dass nirgendwo ernsthafte
klangliche Lücken durchscheinen. Das System klingt lebendig, gleichzeitig aber
präzise, verwöhnt mit einer angenehmen, feinfühlig eingearbeiteten
Mitteltonwiedergabe und einem straffen sowie nachdrücklichen Bassbereich. Des
Weiteren hervorzuheben ist die hervorragende tieffrequente Kontrolle, die der
aktive Subwoofer gerade bei eingeschaltetem und kalibriertem R.A.B.O.S.
erbringt. Der Bass ertönt klar und satt, die Anpassung an den Raum ist trotz
des eigentlich recht einfachen Systems gut möglich. Sehr gut hat uns auch das
Integrationsvermögen des aktiven Subwoofers gefallen, so ergibt sich eine
homogene und angenehme Front-Klangkulisse. Selbst im Stereobetrieb sind
die Ergebnisse erstaunlich tief und komplett. Die Verarbeitung des
Infinity-Systems ist bis auf minimale Kritikpunkte ausgezeichnet, der Kaufpreis
zwar nicht auf Schnäppchen-Niveau, aber absolut gerechtfertigt. Mit dem
eleganten Design, das durch Zeit- und Schnörkellosigkeit und nicht durch
vordergründige, sich schnell verlierende Modernität überzeugt, und dem
Klanglevel beinahe auf dem Niveau "ausgewachsener" Stand-/Regallautsprecher-Multichannelsysteme
hat sich das Infinity ohne Zweifel unser Referenzprädikat verdient.
Das TSS-4000 ist eine besonders gelungene Synthese aus
Design, Raumökonomie und klanglicher Leistungsfähigkeit

Mittelklasse
Test 20. April 2006
Preis-/Leistungsverhältnis           
Pro:
-
Erstaunlich hohe Pegelfestigkeit bei allen Komponenten
-
Sehr präzise Wiedergabe mit tadelloser Detaillierung
-
Center mit nachdrücklicher Effekt- und natürlicher
Stimmwiedergabe
-
Aktiver Subwoofer überzeugt durch unkritische
Aufstellungsmöglichkeiten
-
R.A.B.O.S.-System ermöglicht wirkungsvolle Unterdrückung
von störendem Bassdröhnen
-
Selbst im Stereobetrieb guter Klangeindruck
-
Durch hochklassige Performance auch mit teurerer Elektronik
problemlos kombinierbar
Contra:
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Test: Carsten Rampacher, Thomas Hermsen
Redaktion: Carsten Rampacher
Testgeräte-Arrangements: Thomas Hermsen
Technikberatung und Pegeltest-Supervisor: Roland Klinke
Highend- und Verkabelungsberater: Lars Mette
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