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INFO: Flachbildschirm-Kaufberatung Frühling 2007 

26. März 2007 (cr)

 

Hochaktuell sind Full HD-Flachbildschirme wie der Xoro HTL3742w

Einführung

Längst sind Flachbildschirme - darunter fallen  Plasma- und LCD-Fernseher - in einer marktbeherrschenden Position. Herkömmliche Röhren-TVs, aber auch Rückenprojektions-Fernsehgeräten nehmen nur eine Randposition ein. Ob dies nun gerechtfertig sein mag oder nicht - es gibt sicherlich Rückenprojektionsgeräte, z.B. von Sony oder JVC, mit ansprechender Bildgüte - der Markt hat entschieden: Daher widmet sich diese kleine Beratung auch ausschließlich Plasma- und LCD-Modellen. Momentan ist dieses Marktsegment in reger Bewegung. Dies hat unterschiedliche Gründe. Ein wichtiger Faktor ist sicherlich der, dass gerade die beliebten 32 Zoll-Modelle (LCD) immer preisgünstiger werden. Für 500 bis 600 € gibt es bereits Markengeräte. Ein weiterer Aspekt betrifft LCD- und Plasma-TVs, deren Panel nativ die volle HD-Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln bereit halten. Gerade für denjenigen, der es Ernst meint mit den neuen hochauflösenden Medien Blu-ray und HD DVD, kann ein solcher Full HD-Screen eine echte Bereicherung sein. Nach wie vor allerdings ist der Kauf eines Flachbildschirms nicht eben einfach. Wir möchten Ihnen daher in diesem Text einige Hinweise geben, wie Sie Ihr Wunschgerät ausfindig machen können.  

(HD) ready - or not?

Auf was ist zu achten, wenn man einen LCD- oder Plasma-Bildschirm einkauft? Mittlerweile haben sich, neben den Full HD-Bildwiedergabegeräten mit 1.920 x 1.080 Pixeln Auflösung, "HD-ready" Bildschirme eingebürgert, diese sind - so assoziiert es zumindest das entsprechende Logo - fürs hochauflösende Fernsehen geeignet. Was verbirgt sich hinter "HD ready" ? 

Folgende Voraussetzungen sind für das HD ready-Logo zu erfüllen:

  • Das Display (z.B. LCD oder Plasma) oder der Panel-Prozessor (z.B. DLP) muss
    mindestens eine native Auflösung von 720 Pixel in der Vertikalen bei einem 16:9-Format
    aufweisen. Es müssen also physisch 720 Pixel vertikal vorhanden sein.
  • Wiedergabe von HDTV Signalquellen über die Schnittstellen YUV (analog) sowie DVI oder HDMI (digital, mit HDCP-Kopierschutz)
  • Die HDTV-tauglichen Video-Eingänge sind in der Lage, folgende Signale darzustellen:
    - 720p: 1280 x 720 mit 50 Hz und 60 Hz (progressive)
    - 1080i: 1920 x 1080 mit 50 Hz und 60 Hz (interlaced)

Nun heißt "HD ready" aber nicht, dass der Flachbildschirm mit diesem Logo exakt eine native Auflösung von 1.280 x 768 Pixeln hat. Und Plasmas ohne HD ready-Logo müssen nicht automatisch eine niedrige Auflösung haben  - es kann sich auch um ältere Modelle, im Handel als Restposten noch zu finden, handeln, allerdings sind solche Geräte inzwischen rar. In der Praxis gibt es viele verschiedene Auflösungen, die wir Ihnen in der folgenden Tabelle kurz vorstellen.

Gebräuchliche Auflösungen:

Auflösung

Verwendung

Skalierung

Bemerkung

852 x 480

Nur noch wenige Low Budget-Modelle aus dem Plasma-Sektor treten mit dieser Auflösung an, die praktisch keine Marktrelevanz mehr aufweist

Auflösung vertikal unter PAL-Niveau (720 x 576).  Herunterskalierung von PAL-Signalen auf vertikale 480er Auflösung, Hochskalierung von PAL Signalen auf 852 Spalten (horizontal).

Für HDTV-Anwendungen ist diese deutlich zu niedrige Auflösung nicht zu empfehlen. Natürlich KÖNNEN 720p Signale dargestellt werden, aber nur nach Downscaling auf die niedrigere Panelauflösung

1.024 x 768

Diese Auflösung ist für viele Plasmabildschirme im 42-Zoll-Format typisch (z.B. Pioneer PDP-427XA)

Horizontalauflösung (1.024) unter 720p (1.280 x 720), vertikale Auflösung (768) leicht darüber. Horizontal Herunterrechnung auf 1.024 Bildspalten, vertikal leichtes Hochskalieren auf 768 Zeilen.

Die niedrigste Auflösung, die man für 720p verwenden kann. Leichte Einschränkungen durch horizontales Herunterrechnen der Ursprungs-Auflösung auf die native Panelauflösung

1.280 x 768

Diese Auflösung bieten beispielsweise die 50 Zoll Pioneer-Modelle der fünften und sechsten Generation (Pioneer PDP-506FDE) sowie ältere 50 Zoll Panasonic Plasmas (8. Generation).

Horizontalauflösung (1.280) exakt 720p (1.280 x 720) entsprechend, vertikale Auflösung (768) leicht darüber. Vertikal leichtes Hochskalieren auf 768 Zeilen.

Empfehlenswert für 720p, kaum Scalingaufwand,  Bild mit sehr guter Detaillierung.

1.365 x 768 Diese Auflösung bieten beispielsweise die neuen Pioneer 7G-Modelle wie der Pioneer PDP-507XD und andere hochwertige 50 Zoll-Plasmas wie das NEC PX-50XR5G Horizontalauflösung uns vertikale Auflösung oberhalb von 720p. Horizontal und vertikal wird skaliert.  Diese Auflösung bietet bereits ein eindrucksvoll detailliertes visuelles Erlebnis, welches noch minimal über der Güte einer 1.280 x 768er Auflösung liegt - wenn der interne Scaler hochwertig ausfällt und präzise rechnet. Beim NEC PX-50XR5G ist selbst aus kurzer Distanz kaum eine Pixelstruktur erkennbar.

1.366 x 768

Diese Auflösung steckt in vielen aktuellen LCD-Panels der Größen 26, 32, 37 und 42 Zoll, auf die identische Auflösung kommt beispielsweise Pansonics 50 Zoll-Modell TH-50PX600E

Vertikal und horizontal Skalierung notwendig (Hochrechnung auf native Panelauflösung)

Hier gilt aufgrund der marginalen Unterschiede das identische Fazit wie eine Spalte weiter oben. Bei LCD-TVs ist allerdings darauf zu achten, dass nicht Rauschmuster und Bewegungsunschärfen die prinzipiell mögliche hohe Bildgüte vereiteln.

1.024 x 1.024, neues ALIS-Panel mit 1.024 x 1.080 Bildzeilen 

Zum Einsatz kommt dieses Panel z.B. bei 42 Zoll-Plasmas von PlasmaVision (Fujitsu General), Yamaha und Hitachi.

Das sogenannte „Alternate Lightning of Surface“-Panel (A.L.I.S.) kann vertikal die Full-HD-Norm darstellen. Die von 1.024 auf 1.080 noch fehlenden Zeilen werden (fast unmerklich) abgeschnitten, und keine Skalierung wir (in Bezug auf die vertikale Auflösung) durchgeführt. Beim ganz neuen ALIS Panel werden vertikal sogar 1.080 Zeilen dargestellt. Horizontal gibt es eine Herunterskalierung von 1.920 auf 1.024. Bei 1.280 x 720 muss horizontal und vertikal auf die native Panelauflösung hochgerechnet werden.

Bei 720p viel Scalingaufwand nötig, daher unbedingt auf die Güte des interne Scalers achten! Vorteil: Gute Eignung für 1.080i.

1920 x 1.080i

Diese Auflösung ist als „Full-HD-Auflösung“ bekannt - hier allerdings in der Interlaced-Variante wie z.B. beim Toshiba 47WLG66P

Bei Full-HD-Signalen ist hier keine Skalierung notwendig. Bei 720p und 576i/p muss das Bild horizontal und vertikal hochgerechnet werden.

Beinahe der "Idealfall" in Sachen Zukunftssicherheit. Immer mehr Flachbildschirme, vor allem LCD-Modelle, bieten nativ die volle HD-Auflösung. Ältere Modelle nehmen allerdings nur Interlaced-Signale (i) entgegen. Daher vor dem Kauf genau informieren! Und noch etwas: Für SDTV-Quellen, insbesondere analoge Kabeltuner, ist ein Full HD Screen nicht bestens geeignet, da Fehler im Bildsignal zu deutlich hervortreten

1.920 x  1.080p Diese Auflösung bietet zusätzlich noch Vollbildübertragung  - die mögliche Bildqualität liegt immens hoch, wie sich beim Xoro HTL3742w zeigt Bei Full-HD-Signalen ist hier keine Skalierung notwendig. Bei 720p und 576i/p muss das Bild horizontal und vertikal hochgerechnet werden.   Mehr geht aktuell nicht - Problemfall ist aber auch hier die Wiedergabe von SDTV-Signalen. Für Blu-ray- und HD DVD-Signale allerdings erste Wahl.

Augen auf - beim Kauf!

Flachbildschirme gibt es wie Sand am Meer - aber es trennt sich bei genauer Betrachtung rasch die "Spreu vom Weizen". Einige Tipps:

1) In vielen Elektroniksupermärkten präsentieren sich Plasma- oder LCD-TVs nur auf den ersten Blick und unter sehr speziellen Bedingungen als überzeugend. Meist wird unter Neonlicht, also unter starkem externen Lichteinfluss, präsentiert, um dann ein Aufsehen erregendes Bild zu generieren, sind meist Farb-, Helligkeits- und Kontrastwerte voll oder beinahe voll aufgezogen. Manchmal werden sogar spezielle, ab Werk bei vielen Geräten vorhandene vorgefertigte Bildmodi mit besonders kräftigem Kontrast, hoher Helligkeit, übertriebener Schärfe und sehr intensiver Farbgebung verwendet, die auf klangvolle Namen wie "Dynamisch" hören. Von einem solchen Bild nicht blenden lassen - denn im Endeffekt muss der Flachbildschirm bei Ihnen zu Hause einen überzeugenden Eindruck hinterlassen. 

Unverzichtbares Tool zum Beurteilen eines Flachbildschirms ist eine hochwertige Test-DVD wie die AVEC Professional Test-DVD 

2) Am besten sollte man Testbild-DVD mit Farb-, Kontrast- und Auflösungstestbildern mitnehmen, um dem Flachbildschirm vor Ort auf den Zahn fühlen zu können. Bezüglich des Kontrasts sollte man darauf achten, dass man verschiedene Grautreppen-Testbilder zur Erstbeurteilung betrachtet. Anschließend kann man reale Spielfilmsequenzen anschauen, um festzustellen, ob in hellen und vor allem in dunklen Bildbereichen auch alle Details gezeigt werden und nichts verschluckt wird. Bei stark kontrastierenden Bildteilen dürfen die hellen die dunklen Bildteile nicht überstrahlen. Besonders wichtig sind Test-DVDs auch bei der Überprüfung der Farbwiedergabe. Mittlerweile sind sehr gute Flachbildschirme bezüglich der Farbwiedergabe auf einem sehr hohen Level angekommen. Auch LCD-TVs wie der Toshiba 32WL68P begeistern mittlerweile mit authentischen Farben. Sehr gut geeignet zur Farboptimierung ist ein Farbmanagement, welches sich meist in einem Bild-Untermenü des Flachbildschirms versteckt. Mit der Hilfe eines solchen Farbmanagements können kleinere Unstimmigkeiten effektiv gemindert werden beziehungsweise es ist möglich, die Farbwiedergabe an die eigenen Sehgewohnheiten und an den jeweiligen Aufstellungsraum anzupassen. Einige Modelle verfügen auch über einen Weiß- und Schwarzpegelabgleich, was ebenfalls einer stimmigen Farbausgestaltung zu Gute kommt. Übrigens - ein ernüchterndes Faktum: Sie werden kaum einen LCD- oder Plasma-TV mit absolut neutraler Farbwiedergabe einkaufen können. Aufgrund von Unterschieden bei einzelnen Chargen des betreffenden Geräts können die Abweichungen auch unterschiedlicher Natur sein. Der Grund liegt in der komplexen Produktion von Panels und der noch komplexeren Anpassung der Bildbearbeitungselektronik auf das Panel. Bereits minimale Abweichungen können für einen leichten Grün- oder Magenta-Stich verantwortlich sein. Meist ist es aber kein großes Problem, diesen kleinen Farbstich mit einem gut dosierbaren Farbmanagement in den Griff zu bekommen - allerdings sollte man sich etwas Zeit nehmen.

Strahlende, natürliche Farben sind kennzeichnendes Merkmal des Toshiba 32WL68P

Für Filmfreunde: Der Samsung LE-40M71 ist zwar nicht mehr ganz aktuell, erobert aber die Herzen anspruchsvoller Bildliebhaber mit seiner authentischen Farbwiedergabe und sehr angenehmer Kontrast- und Helligkeitsausgestaltung

3 a) Je nach Anschlussart, Zuspieler und Quelle - und Bildschirmauflösung muss der Flachbildschirm verschiedene Signalbearbeitungen und Signalanpassungen vornehmen, die wir Ihnen hier kurz vorstellen möchten: Wird der Zuspieler analog angeschlossen, das heißt über Scart-RGB oder Komponente (vom Anschluss über S-Video oder gar FBAS raten wir massiv ab - die Bildqualität überzeugt meist nicht), muss der Flachbildschirm das eingehende analoge Signal für die weitere Bearbeitung zunächst in die digitale Ebene wandeln. Damit dies in qualitativ überzeugender Manier geschieht, sollte ein entsprechend hochwertiger A/D-Wandler verbaut sein. Wenn das Bild frei von Schattenmustern und von merkwürdig fransigen Objektkanten ist, spricht dies für einen guten A/D-Wandler. Zweiter Faktor: Das Signal muss in einer der beteiligten Komponenten von Halb- in Vollbildsignal umgewandelt - de-interlaced - werden. Sowohl ein Plasma- als auch ein LCD-Bildschirm benötigen Vollbildsignale. Das De-Interlacing kann - ist ein entsprechend hochwertiger De-Interlacer im DVDP vorhanden - schon vom DVD-Player erledigt werden. Ist der DVD-Player ein eher preiswertes oder aber älteres Modell, kann es die bessere Wahl sein, dem Plasma- oder LCD-Bildschirm das De-Interlacing zu überlassen. Dies macht jedoch nur dann Sinn, wenn der De-Interlacer im Flachbildschirm keinem billigen Onboard-Chipsatz entstammt, sondern entsprechend aufwändig ist. 

3 b) Wer mit der aktuellen Technik gehen möchte und einen Blu-ray- oder HD DVD-Player, vielleicht, wie der Schreiber dieser Zeilen, sogar einen Blu-ray- und einen HD dVD-Spieler (Preise sinken massiv) mit seinem Flachbildschirm verbinden möchte, sollte, um die Benefits der Blu-ray- oder HD DVD-Disc nutzen zu können, den Anschluss mittels eines HDMI-Kabels vornehmen. Das Ausgabesignal ist je nach Player 1.920 x 1.080i (z.B. beim Toshiba HD-E1) oder in 1.920 x 1.080p (z.B. beim Toshiba HD-XE1). Bei der 1.920 x 1080p (p = progressive) Ausgabe muss nochmals unterschieden werden, denn es gibt dieses Format mit 24 Hz oder 60 Hz Ausgabefrequenz. Für den Toshiba HD-XE1) ist ein entsprechendes Update geplant, so dass der 1.080p/24 und nicht nur, wie bislang, 1.080p/60 ausgeben kann. Vorteil der 24p-Signalausgabe: Der Pulldown, der notwendig wird, um das auf der Disc gespeicherte Ausgangsmaterial auf die 60 Hz Bildsignalausgabefrequenz zu bringen, sorgt für sichtbares Bildruckeln besonders bei langsamen Kamerafahrten. Bei der 24p-Signalausgabe wird das Bildsignal in der Ursprungsfrequenz ausgegeben. Durch eine entsprechende Erhöhung der Frequenz mit einem ganzzahligen Vielfachen von 24 sorgt dann ein entsprechend für die 24p-Signaleinspeisung gerüstetes Bildwiedergabegerät (z.B. der Pioneer PDP-5000EX und alle anderen aktuellen 7G Plasmas von Pioneer) für ein flimmerfreies Bild. Die geplanten Blu-ray-Disc-Player von Pioneer und Sony sollen über eine 24p-Signalausgabemöglichkeit verfügen. 

Für 4.199 € (UVP) ist Pioneers PDP-507XD Plasma eine sehr gelungene Offerte. Ein sehr guter Kontrast, eine hohe Bildsauberkeit, ein ausgezeichneter De-Interlacer und die hohe Detailtreue zeichnen diesen Flachbildschirm aus.

"Klein", aber oho: Der Xoro Full HD-LCD HTL3742w kommt auf einen Marktpreis von lediglich 1.200 €, begeistert dafür mit hervorragender Performance: Farbwiedergabe, Gesamtbildschärfe, Kontrast und Detailtreue schlagen viele deutlich teureren Konkurrenten

Sehr gute De-Interlacer finden sich beispielsweise im NEC PX-50XR5G, im Toshiba 32WL68P oder im Pioneer PDP-427XA. Wenn der Flachbildschirm analog mit dem DVDP verbunden ist und der DVDP de-interlact, muss der Flatscreen nach wie vor nur die A/D-Wandlung durchführen. De-interlact der Flachbildschirm, muss er a) die A/D-Wandlung und b) das De-Interlacing durchführen. Ist der DVDP über DVI oder HDMI digital mit dem Flatscreen verbunden, entfällt die A/D-Wandlung seitens des Flachbildschirms. Mit dem De-Interlacing hat es dann folgendes auf sich: Kann der DVDP über HDMI 576i ausgeben (was nicht alle DVDPs können), hat man die Möglichkeit, auch dem Plasma/LCD das De-Interlacing zu überlassen. Kann der DVDP nur 576p ausgeben, übernimmt in jedem Fall der DVD-Player das De-Interlacing. Ist der De-Interlacer im DVDP aber schlecht, der im Flachbildschirm jedoch gut, muss man einen der folgenden Umwege gehen: Sollte der DVD-Player über einen internen Scaler verfügen, kann man die Ausgabe via 1.080i (i = interlaced) vornehmen. Dieser Weg setzt jedoch voraus, dass der DVDP einen brauchbaren Scaler mitbringt. In diesem Falle würde der Flachbildschirm dann das De-Interlacing managen. Version b) Wenn der Scaler des DVDPs ebenso wenig taugt wie der De-Interlacer, dann hat man nur die Möglichkeit, eine Interlaced-analog-Komponenten-Verbindung zum Flachbildschirm aufzubauen und diesem die komplette Signalbearbeitung zu überlassen. Bleibt noch ein Themengebiet zu klären - wenn der DVDP einen internen Scaler hat, stellt sich die Frage, welches Signalformat, also 576i/p, 720p oder 1.080i (1.080p können nur sehr wenige herkömmliche DVDPs ausgeben) man dem Flachbildschirm zuspielen sollte. Zusätzliche Skalierungsarbeit ist in den meisten Fällen im Inneren des Flachbildschirms abzuleisten. Selbst wenn das Signal in nativer Panelauflösung angeliefert würde, durchliefe es trotzdem die gesamte Signalverarbeitung und könnte nicht 1:1 direkt nativ weitergeleitet werden (die direkte Ansteuerung des Panels mit einem Signal in dessen nativer Auflösung geht nur bei Displays aus dem Profibereich, die gar keine interne Bildverarbeitungselektronik mitbringen und auf externe Komponenten zur Signalaufbereitung angewiesen sind). Doch bei den gebräuchlichen Panelauflösungen ist mit Ausnahme der Zusendung eines Full HD-Signals an ein Full HD-Plasma (hier garantieren viele Anbieter auch die 1:1 Umsetzung des eingehenden Full HD-Signals ohne weitere interne Bearbeitungen) immer Skalierungsarbeit von Seiten des Panels zu leisten. Wie man das Signal anliefert, hängt von den Qualitäten bezüglich Scaling und De-Interlacing der am Bildverarbeitungsprozess beteiligten Komponenten Flachbildschirm und DVDP ab. Hier sollte man umfangreiche Feldversuche mit den gebräuchlichen Auflösungen durchführen.

Viele moderne LCD-TVs, selbst günstiger Preisklassen, haben bereits zwei HDMI-Eingänge (im Bild der Toshiba 32WL66Z)

4) Soll der DVD-Player mittels DVI oder HDMI verbunden werden, muss das Plasma /der LCD-TV natürlich über einen entsprechenden Eingang verfügen. Ganz wichtig: Hat der Plasmaschirm oder der LCD-Fernseher einen DVI-Eingang, so muss dieser MIT DEM DIGITALEN KOPIERSCHUTZ HDCP ausgestattet sein. Fehlt HDCP, kann das Bild eines angeschlossenen DVD-Players mit HDCP (bei DVD-Player gibt es keine Modelle ohne HDCP) NICHT WIEDERGEGEBEN WERDEN. Das einzige, was man an einen DVI-Eingang ohne HDCP anschließen kann, ist ein PC. Mittlerweile, bei den aktuellen Modellen, sollte das Vorhandensein von HDCP allerdings kein Thema mehr sein. 

5) Immer wichtig: Bitte überprüfen Sie, ob der Plasma bei den für Sie relevanten Anschlussarten ein Bild produziert, welches in Bezug auf Farbgebung, Helligkeit und Kontrast bei allen Anschlussarten nahezu IDENTISCH ist. In der Praxis kommt es nämlich vor, dass z.B. bei Komponente ein weniger kontrastreiches und insgesamt dunkleres Bild produziert wird als z.B. über Scart-RGB. Natürlich kann man zwar mit dem Video EQ nachregeln, was aber selten zu überzeugenden Ergebnissen in Bezug auf die visuelle Gesamtharmonie führt. 

6) Überprüfen Sie die Wirkungsweise von Rauschfiltern, Schärfe- und Kontrastreglern etc. Wichtig: Wenn Sie mittels einer DVD testen, müssen ALLE EINSTELLWERTE des angeschlossenen DVD-Spielers in WERKSEINSTELLUNG oder GRUNDEINSTELLUNG sein! Auch in diesem Zusammenhang überprüfen kann man das Overscan-Verhalten - der Overscan sollte, ganz gleich, bei welcher Art der Zuspielung, sich in Grenzen halten. Hier sollte man am besten mit mehreren Zuspielern (am besten aktuelle DVDPs) vergleichen - denn die Größe des Overscans wird auch vom Zuspieler beeinflusst. 

7) Gerade bei LCD-TVs gibt es oft Probleme mit Nachzieheffekten, was daran liegt, dass die Panels eine zu lange Pixel-Reaktionszeit haben bzw. dass die gesamte Bildsignalverarbeitung nicht optimal auf die Gegebenheiten eines LCD-Panels abgestimmt sind. Daher sollten Sie verstärkt auf eine saubere Bilddarstellung ohne Nachzieheffekte achten. Verwenden Sie DVDs mit vielen schnellen, unmittelbaren Bewegungen, dann sehen Sie, wie gut sich Ihr Wunschkandidat schlägt. Inzwischen sind bei vielen aktuellen LCD-Modellen die Reaktionszeiten entsprechend kurz. 

8) Immer noch ein leidvolles Kapitel vor allem bei LCD-TVs, aber auch bei Plasmas ist das Thema Schwarzwert. Hier ist es wichtig, dass Sie eine DVD mit vielen dunklen Szenen zum Testen mitbringen. Auch der Kontrast hängt vom Schwarzwert ab, denn nur ein Gerät, welches einen ansprechenden Schwarzwert hat, kann feine Abstufungen in dunklen Sequenzen auch tatsächlich sichtbar wiedergeben, so dass keine Details einfach untergehen. 

9) Wichtig: Das Bild darf in Werkseinstellung nicht überscharf wirken (sichtbare Doppelkonturen, Bildflimmern sind die Folgen).

Reichhaltig ausstaffierte Flachbildschirme - hier das Panasonic-Plasma TH-42PV60 der gerade auslaufenden Panasonic Plasma Generation - verfügen auch über einen PC-Analog-Eingang (unten links)

Praktisch für Anwender, die neben einem DVDP auch einen PC anschließen möchten: Der Dell LCD-TV W3706MC kommt mit HDMI- und DVI-Schnittstelle zum Kunden

10) Sehr wichtig für denjenigen Anwender, der den Flachbildschirm mit einem PC verbinden möchte: Wenn die Verbindung auf analogem Wege erfolgen soll, muss das Plasma oder der LCD einen entsprechenden analogen PC D-Sub-Eingang mitbringen. Für Audiosignale vom PC muss zusätzlich noch ein Stereo-Miniklinkeneingang vorhanden sein oder zwei Cincheingänge (dann muss ein Miniklinke Stereo auf 2 x Cinch Adapter hinzu gekauft werden). Soll die Verbindung auf digitalem Wege hergestellt werden, ist es natürlich sehr vorteilhaft, wenn eine entsprechend umschaltbare DVI-Buchse angeboten wird (für die Nutzung in Verbindung mit einem DVD-Player ist HDCP aktiviert, für die Nutzung mit einem PC deaktiviert). Sehr gut auch sind Geräte, die sowohl HDMI- als auch DVI-Interfaces haben. Leider gibt es davon nicht eben viele, ein Beispiel wäre der Dell LCD-TV W3706MC. Ganz gleich, auf welchem Wege nun letztendlich der PC Kontakt mit dem Flachbildschirm aufnehmen wird: Der Kaufinteressant sollte sorgfältig überprüfen, ob das PC-Bild in der gewünschten Auflösung und der gewünschten Qualität auf dem Flatscreen angezeigt wird. Ebenfalls ist es vorteilhaft, nachzuschauen, ob entsprechende Einstellmöglichkeiten bezüglich horizontaler/vertikaler Bildlage etc. vorhanden sind. 

11) Die Güte analoger PAL-Fernsehsignale: Viele Anwender sind betrübt - sie kaufen sich einen hochwertigen Plasma- oder LCD-Fernseher, und dann schließt man ihn zuhause an die Buchse fürs Kabelfernsehen an - und Ernüchterung tritt ein. Gerade bei Full HD-Modellen wirkt das Fernsehbild verrauscht und inhomogen - schlechter als beim zuvor verwendeten Röhren-TV. Oftmals sind diese Beobachtungen für viele Anwender ein Grund, von Flachbildschirmen abzuraten, dabei sind die Gründe einfach erklärt: Durch die viel höhere Auflösung zeigen moderne HD-ready- oder gar Full HD-Flachbildschirme sehr viel deutlicher z.B. die Schwächen mancher Kabel-TV-Empfangsanlagen - und die Schwächen von analogem Fernsehen überhaupt. Rauschmuster kommen durch die große Auflösung weitaus deutlicher zur Geltung. Das Bild wirkt zudem flau und unscharf. Leider, dies muss man auch hinzufügen, sind die in modernen Flachbildschirmen verbauten analogen Kabel-Tuner hinsichtlich Empfangsstärke und genereller Empfangsqualität oftmals nicht auf optimalem Stand. Viele Tunereinheiten werden sehr kostengünstig produziert und nicht sorgfältig abgestimmt. Hier besteht also Nachholbedarf. Nicht schlecht sind manche der verbauten Digitaltuner (DVB-T) für terrestrisches Fernsehen - aber auch sie sind aktuell nur SDTV-geeignet. Wenigstens sind sie oft relativ empfangsstark, aufgrund von Digitalartefakten (die von der starken Komprimierung herrühren) und der niedrigen Auflösung birgt die Bildgüte aber auch noch Verbesserungspotential. Insgesamt kann man nur auf die Zukunft hoffen (verschiedene Anbieter haben bereits HD-Tunereinheiten vorgestellt), wer jetzt bereits bessere Bildqualität sucht, kann sich einen HDTV-Satreiceiver suchen, hier wächst das Angebot momentan (aktuelles Modell z.B.: Kathrein UFS 910 Si. Doch auch hier ist noch nichts eitel Sonnenschein: Nicht nur, dass das Programmangebot noch deutlichen Optimierungsspielraum lässt, auch ist ein beträchtlicher Teil des gezeigten HD-Contents gar nicht "echtes" HD-Material, also Sequenzen, die mit echten HD-Kameras gedreht wurden, sondern nur hochskaliertes SDTV-Material. Hinzu kommt die beträchtliche Komprimierung des Materials. In einigen Fällen ist jedoch die Bildgüte ohne Fehl und Tadel, in anderen Fällen dann wieder detailarm und mit Rausch- und Komprimierungsartefakten versehen. Auch die SAT-Receiver selber sind noch nicht auf dem hohen Level, den der anspruchsvolle Käufer erwarten dürfte, verbessern sich aber ständig, was der Kathrein UFS 910 Si im Test deutlich zeigte. Aber auch ein Humax PR-HD1000 überzeugt mit einem klaren Bild und schlägt selbst beim konventionellen Empfang von SDTV-Stationen viele normale SDTV-SAT-Receiver. Bilanz: Was die Güte von Fernsehsignalen und deren weitere Verarbeitung angeht, gibt es noch einiges zu tun. 

12) Wenn Sie oft zu mehreren Personen Filme anschauen, sollten Sie sehen, ob der Blickwinkel, den das Wunschgerät bietet, groß genug ist. 

13) Nicht zu vergessen ist auch der Bedienkomfort: Liegt die Fernbedienung gut in der Hand? Sind die Menüs übersichtlich strukturiert? Kann man die Anschlusskabel problemlos einführen? Alles Fragen, die vor einem endgültigen Kauf geklärt werden sollten. 

14) Auch wichtig: Die Fertigungsqualität des Produkts. Wirken die Materialien für das Gehäuse hochwertig und haltbar? Sind alle Passungen akkurat ausgeführt? Sitzen alle Anschlüsse gerade? Ist, sofern von Bedeutung, der Standfuß kippsicher und bietet soliden Halt? Nur ein entsprechend gut verarbeitetes Modell macht längerfristig Freude und passt zum Wohnambiente. 

Fazit:

Der Markt für LCD- und Plasma-Fernseher wächst beinahe Woche für Woche. Dies hat einen immer stärkeren Preisverfall zur Folge - und ein sehr breites Angebot. Daher sollte sich der Interessent zum einen vor dem Kauf umfassend informieren und beim Kauf nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Performance schauen. Sehr wichtig sind klare Prioritätensetzungen. Für den Blu-ray- oder HD DVD-Anwender sind Full HD-Bildschirme eine sehr lohnenswerte Investition. Wer viel Fern sieht (momentan noch meist in SDTV), ist mit einem normalen, geringer auflösenden HD ready Gerät hingegen besser bedient. Abschließend sei gesagt: Nimmt man sich etwas Zeit und geht unvoreingenommen an die Thematik heran, sind die Chancen groß, ein echtes Wunschgerät zu finden. 

Kleine Linksammlung zu aktuellen Berichten und Tests zum Thema Flatscreen:

Text: Carsten Rampacher
26. März 2007