PREVIEW: Denon PMA-SA1/DCD-SA1
18.08.2006 (cr)

Wie sagt der Volksmund so schön? "Es war schon immer etwas teurer,
einen besonderen Geschmack zu haben". Recht hat er, der Volksmund, denn wer
in allerhöchste Stereo-Klangsphären aufsteigen möchte und nach
außerordentlich hochwertigem Equipment in Form eines Zweikanal-Vollverstärkers
und eines CD/SACD-Players sucht, gibt schnell Beträge aus, die sich "Otto
Normalverbraucher" selbst in den kühnsten Träumen kaum ausmalen kann. Wir
haben es trotzdem gewagt, zwei besonders attraktive Komponenten aus den eben
erwähnten Kategorien in unser Hörstudio kommen zu lassen: Den Denon PMA-SA1
Vollverstärker für 7.999 € und den DCD-SA1 CD/SACD-Player für 7.499 € -
macht summa summarum knapp 15.500 €.
Wer diesen nicht unerheblichen Betrag seinem ausliefernden Denon A1-Händler
überwiesen hat, erwartet verständlicherweise auch eine besonders aufwändige
und bestens verarbeitete Lieferung - die er mit unserem Test-System auch ohne
jeden Zweifel bekommt, denn Denon hat einen beispielhaften Aufwand betrieben, um
beide Modelle technisch auf ein exorbitant hohes Niveau hochzurüsten.

Mit dem Wort "monumental" lässt sich der innere
Aufbau des PMA-SA1 trefflich umschreiben

Auch der DCD-SA1 ist außergewöhnlich aufwändig und sauber
aufgebaut
Wir wollen Ihnen die Technologien, die in beiden
Highend-Komponenten zum Einsatz kommen, gern vorstellen und beginnen mit dem
PMA-SA1. Dessen Kennzeichen ist zunächst die UHC (Ultra High
Current)-Single-Push-Pull-Schaltung. Sie steht für eine spezielle Endstufenschaltungstechnologie, die hohe Ausgangsleistung mit der Wiedergabefähigkeit feinster Details
vereint - also zwei Fixpunkte im HiFi-Universum, deren Annäherung aneinander
vielerorts für Probleme sorgt. Denon möchte nun beide Faktoren auf hohem Level
miteinander verbunden haben, was in der Praxis heißen würde, dass auch bei
enormem Pegel noch kristallklar jede Nuance des jeweiligen Musikstücks
herauszuhören sein muss. Eine höchstmögliche Durchhörbarkeit und eine enorme
Fein- sowie Grobdynamik müssen sich mit souveräner Kontrolle auch über
anspruchsvolle Lautsprecher vereinen. Ein mächtiges Netzteil und ein
extrem leistungsstarkes Endstufenlayout sind also absolute Pflicht auf dem Weg
zum akustischen Mount Everest. Ebenso bedeutend wie die Klanggüte bei
kräftigem Pegel ist die saubere Reproduktion bei niedriger Lautstärke damit auch in solchen Fällen die beeindruckende Präzision erhalten
bleibt und vor allem sich schon bei Zimmerlautstärke das Gefühl akustischer
Vollständigkeit beim Auditorium ergibt.
Der Transformator spielt eine sehr wichtige Rolle bei
hochwertigen Verstärkern. Die Energie zu seinem Kraftakt entnimmt der Verstärker dem Netz mit 220 V Wechselstrom. Mit solch hohen Spannungen fangen, wie wir gesehen haben, Lautsprecher aber nichts an: Sie benötigen hohe Ströme im Niedrigvoltbereich. Also muss die hohe Netzspannung in die für die Lautsprecher geeignete niedrigere Spannung umgewandelt, "transformiert" werden. Dies leistet ein Transformator im Netzteil des Verstärkers. Er besteht aus einem geschlossenen Eisenkern und zwei Spulen, die um seine Schenkel gewickelt sind. Auf der Netzseite sind es viele Windungen eines dünneren, auf der Niedervoltseite weit weniger Wicklungen eines dickeren Kupferdrahtes. Die eingangsseitige Wicklung wird Primärseite genannt,
an dieser liegt die Netzspannung an, die ein Magnetfeld erzeugt, das mit Hilfe des Kerns zur ausgangsseitigen Wicklung, der Sekundärseite,
geleitet wird. Dieses Feld erzeugt (induziert) hier wiederum eine Spannung. Deren Höhe kann über das Verhältnis der Windungszahlen von Primär- und Sekundärwicklung eingestellt werden.
Die Leistungsfähigkeit eines Transformators wird in VA (Volt x Ampere)
gemessen. Bereits ohne großen weiteren technischen Sachverstand kann man schon
an der Größe des Trafos erkennen, wie es um die Leistungsfähigkeit bestellt
ist. Nur große Modelle mit schwerem Kern (daher sind diese Trafos auch richtig
schwer und können leicht mehrere kg wiegen) sind im Niedervoltbereich (der bei
Leistungsverstärkern der Unterhaltungselektronikindustrie entscheidend ist) zur Lieferung der erforderlichen hohen
Stromstärken fähig, wenn man entsprechend groß dimensionierte und folglich leistungshungrige
Lautsprecher (mit üppig dimensionierten Basschassis) einsetzt.
Wichtig für das Bereitstellen hoher Stromstärken ist nicht die die Anzahl
der Wicklungen auf den unterschiedlichen Seiten des Trafos sagt nur etwas über
das Spannungsverhältnis bei Ein- und Ausgangsspannung aus, wenn z.B. 220 Volt
am Eingang anliegen und 110 Volt am Ausgang anliegen sollen, sind auf der
Eingangsseite doppelt so viele Wicklungen erforderlich , sondern die Dicke der Wicklungen und der Querschnitt des Kerns.
Umso größer der Kernquerschnitt (Kraftfluss!) ist, umso größer ist der
induzierte Strom und damit die Fähigkeit, hohe Stromstärken bereit zu
stellen.
Ein Qualitätsmerkmal hochwertiger, für den Audiobetrieb vorgesehener
Transformatoren ist aber auch die Abschirmung, da gerade in leistungsfähigen
Trafos ein beträchtliches Magnetfeld erzeugt wird, welches sich bei
unzureichender Abschirmung (sozusagen ein Mantel rund um den eigentlichen Trafo)
negativ auf die übrigen Elemente der Verstärkerschaltung auswirkt. Eine
entsprechende Abschirmung ist ebenfalls ein nicht zu unterschätzender
Kostenfaktor. Auch muss der große, schwere Trafo aufwändig befestigt werden,
um Vibrationen zu minimieren.

Denon hat all dies beim Trafo des PMA-SA1 beherzigt: Um eine komplette mechanische Entkopplung des überdimensionierten Netzteil-Transformators von der Bodenplatte zu erreichen, ist der Tranfo des PMA-SA1 vollständig von einem neu-entwickeltem vibrationshemmenden Füllmaterial und ebenso wie die Elektrolyt- Siebkondensatoren von einem massiven
Aluminium-Druckgussgehäuse umgeben. Damit werden mechanische Störeinflüsse im Keim erstickt. Zusätzlich ruht die komplette Netzteilsektion auf einer ausgeklügelten Konstruktion von 1,6 mm dicken verkupferten Stahlplatten, die auf eine weitere Unterdrückung von störenden Schwingungen und elektrischen Störeinflüssen optimiert wurde.
Zum Einsatz kommen streng selektierte Bauteile für europäische Klangabstimmung.
Eine erstklassige Klangqualität stellt besondere Anforderungen an die verwendeten Bauteile und erfordert aufwändige Hörtests. Der
Klangcharakter des PMA-SA1 wurde daher in Deutschland und England speziell auf das europäische Hörempfinden abgestimmt. Der Einsatz von speziell selektierten, teilweise handgefertigten, Bauteilen ermöglicht ein besonders natürliches, transparentes Klangbild mit präziser Ortung von Instrumenten und Stimmen. Einige Bauteile wurden speziell für die SA1-Serie entwickelt wie etwa qualitativ hochwertige Kondensatoren aus natürlicher Seide und reinem Kupfer.

Nächstes Merkmal ist das hochpräzise, gekapselte Lautstärkepotentiometer. Der im PMA-SA1 verwendete Lautstärkeregler verfügt über eine Präzision von +/- 1 dB bei -100 dB Dämpfung und übertrifft damit herkömmliche Lautstärkepotentiometer, die mit einer Genauigkeit von +/- 3 dB bei -60 dB arbeiten,
deutlich. Zusammen mit den vergoldeten Leiterbahnen und Kontakten ermöglicht dies eine extrem genaue und rauscharme Pegeleinstellung über den gesamten Frequenzbereich ohne Signalverluste.

Extrem aufwändige Gerätestandfüße beim PMA-SA1
Das gesamte Chassis besteht aus 1,6 mm dicken verkupferten Stahlplatten und ist in
sechs separate Blöcke aufgeteilt, um Störeinflüsse zwischen den einzelnen Sektionen wirkungsvoll zu unterdrücken.

Kommen wir zum SACD-Player DCD-SA1, dessen Konstruktion
besonders vibrationsresistent ist. Das verkupferte Hybridchassis und die speziellen mehrteiligen Füße sorgen für exzellente mechanische und elektrische Abkopplung von der Außenwelt.
Aufgrund der hohen Laufwerksgeschwindigkeit für die Super Audio CD gilt der Unterdrückung von Vibrationen besondere Aufmerksamkeit. Der
reichliche Einsatz von vibrationshemmenden Materialen und die hermetische Abschirmung tragen zu der extremen Genauigkeit des Laufwerks beim Auslesen der Daten bei. Auch
verfügt der DCD-SA1 über die spezielle vibrationsresistente Beschichtung des S.V.H. (Suppress Vibration Hybrid)-Mechanismus. Das verkupferte Laufwerkchassis besteht aus einer speziellen Hybridkonstruktion, die sich in zahlreichen Testreihen als besonders geeignet erwiesen hat, störende Resonanzen oder Vibrationen durch die Rotation der Disc im Keim zu ersticken. Damit auch elektrische und elektromagnetische Effekte das Auslesen der Daten nicht negativ beeinflussen können, ist das direkt unter dem Laufwerk liegende Servo-Board mit der Steuerungselektronik zusätzlich durch einen Kupferkäfig gekapselt.
Besonders hochwertiges Material und konsequent durchdachtes
Platinenlayout beim DCD-SA1
Der DCD-SA1 verfügt über zwei getrennte Transformatoren für die Digital- und Analog-Sektionen des Players, so dass eine strikte Trennung schon auf der Ebene der Spannungsversorgung gegeben ist. Um eine komplette mechanische Entkopplung der Transformatoren von der Bodenplatte zu erreichen, kommen umfangreiche Dämpfungsmaßnahmen zum Einsatz:
Zum ersten ein spezielles, neu entwickeltes vibrationshemmendes Füllmaterial zwischen Transformator und äußerem Transformatorkäfig,
und zum zweiten befindet sich zwischen der Aluminium-Druckgussbasis des Chassis und den Transformator-Käfigen
ein spezielles vibrationsresistentes, kautschukähnliches Material, welches für ideale Dämpfung sorgt.
Noch ein drittes Merkmal ist erwähnenswert: Durch vier verschiedene Typen von schockabsorbierendem Material mit unterschiedlichen Resonanzfrequenzen zwischen Druckgusschassis und dem vierlagigen Boden des Players werden unerwünschte Schwingungen jeglicher Art unterdrückt.
Streng selektierte und teilweise von Hand gefertigte Bauteile
zeichnen auch den DCD-SA1 aus.
Selbstverständlich ist auch in dieses Spitzengerät das
hauseigene Denon AL24 Processing eingebaut, welches herkömmliche CDs effektiv
aufpoliert und mehr klangliche Details herausholt. Gerade für Klassik oder Jazz
ist AL24 Processing sehr gut geeignet.
Dickes Aluminium kommt für die Frontblenden beider Modelle
zum Einsatz
Die Qualität der Verschraubung ist enorm
Die Verarbeitung außen ist in jeder Hinsicht auf Top-Level. So
ist das für die Frontblenden verwendete Aluminium ausgesprochen dick, hinzu
kommt die aufwändige, hochwertige Verschraubung der beiden Komponenten. Die
Rückseite beider Komponenten beweist ebenfalls, dass man hier ohne Zweifel in
der Luxusklasse zu Hause ist. Nicht nur die exzellenten
Lautsprecherkabel-Anschlussterminals am PMA-SA1, sondern auch die vergoldeten,
extrem fest sitzenden und außerordentlich kontaktsicheren Cinchbuchsen sind
hervorzuheben. Zudem, ebenfalls ein Merkmal besonders hochwertiger Komponenten,
bringen beide Denon-Modelle auch symmetrische XLR-Buchsen aus der Profitechnik
mit.
Edle Lautsprecherkabel-Anschlussterminals am PMA-SA1
Sehr hochwertige, ausgesprochen solide Cinchbuchsen
Beide Denon Komponenten, hier der DCD-SA1, bringen auch einen
symmetrischen XLR-Anschluss aus der Profitechnik mit
XLR-Sektion des PMA-SA1
Der massive Lautstärkedrehregler des Verstärkers, der ohne
Fernbedienung ausgeliefert wird, wird vom Anwender immer wieder sehr gern
bedient - dies trifft allerdings auch auf die anderen, überragend verarbeiteten
Bedienelemente auf der Frontblende des PMA-SA1 zu. Beim DCD-SA1 überzeugt das
Display mit seiner übersichtlichen Punktmatrixanzeige. Die CD/SACD-Lade beweist
durch leises Herausfahren und solide Lagerung ebenfalls ihre Klasse. Somit
vermitteln beide Denon Komponenten gekonnt den Eindruck, dass sie zumindest dem
optischen Auftreten nach ihr Geld Wert sind - hier wird purer Luxus geboten, der
sich bis ins Detail erstreckt, wie beispielsweise auch die Fernbedienung des
DCD-SA1 beweist.
Massiv thront der Lautstärkedrehregler auf der Front des
PMA-SA1
Auch die weiteren Bedienelemente präsentieren sich in
qualitativer Bestform
Mit rein äußerlichem Luxus kann der akustisch extrem
anspruchsvolle Anwender jedoch nicht glücklich werden - hierzu bedarf es eines
emotional tief gehenden, natürlichen und vielschichtigen Klangs. Und genau
diesen realisiert unser Denon-System nahezu in Reinkultur. Dass der PMA-SA1 und
der DCD-SA1 perfekt aufeinander abgestimmt sind, sollte eigentlich kaum
erwähnenswert sein. Allerdings sind uns selbst in sehr hohen Preisregionen
schon Gerätschaften untergekommen, die ebenfalls aus der identischen Baureihe
stammten und nicht perfekt miteinander kommunizierten. Durch umfangreiche
Testreihen haben wir jedoch bereits herausgefunden, dass der DCD-SA1
tatsächlich der exakt passende Zuspieler für den PMA-SA1 ist. Fasziniert hat
uns am Denon Highend-Set, wie unglaublich souverän höchste Klangsphären
erreicht werden.
Einer unserer Test-Aufbauten
Anstrengung ist ein Fremdwort insbesondere für den PMA-S1 -
getreu dem Rolls-Royce-Motto geziemt es sich nicht, nach der Leistung zu fragen
- sie ist einfach vorhanden, und zwar stets im Überfluss. Obwohl man uns
seitens Denon extra sagte, der PMA-SA1 wäre kein Verstärker für Pegel-Orgien,
besteht in der Praxis kein Hinderungsgrund, auch wahrhaftig kräftige
Pegelregionen aufzusuchen. Das Zusammenspiel mit unseren Aurum Titan VII
funktionierte ausgezeichnet, wobei es hier natürlich nicht nur um die
erzielbaren Pegel ging. Vielmehr war bemerkenswert, welch akustische Schönheit,
welch geschliffene klangliche Noblesse dieses "Dreamteam" gerade bei
klassischer Musik aufbieten konnte. Bereits bei Zimmerlautstärke wird ein
ungeheures Charisma entfaltet, welchem sich der Zuhörer bereits nach sehr
kurzer Zeit völlig hingibt. Er begibt sich auf eine tiefsinnige musikalische
Reise und vergisst den Rest der Welt vollkommen, so sehr ziehen der DCD-SA1 und
der PMA-SA1 ihn in seinen Bann. Die Titan VII
dann als praktisch optimale Ergänzung schafft es, Kraft, Kultur und
Durchhörbarkeit auf höchstem Niveau miteinander zu kombinieren. Die
Denon-Komponenten sind in jedem Teil des Frequenzspektrums zu Höchstleistungen
fähig. Sei es der sehr präzise strukturierte Bassbereich, der auch feinste
vokale Details berücksichtigende Mitteltonbereich oder die strahlende, aber nie
zu dominante Hochtonwiedergabe - es passt alles in das akustische Bild einer
reinrassigen Highend-Kombination.
Erstes Fazit: Höchstleistungen für audiophile Gourmets werden
hier geboten - durch die sensible, aber zugleich kraftvolle, durch die
brillante, aber zugleich ausgewogene Spielweise des Denon-Ensembles. Hinzu kommt
die hervorragende Pegelfestigkeit und die überragende Räumlichkeit der
Darstellung. Auch optisch macht unsere Test-Kombination durch die monumentale
Verarbeitung sehr deutlich, dass sie in die weltweite "Champions League"
der Stereo-Komponenten gehört. Freuen Sie sich schon jetzt auf den
ausführlichen Test!
Preview: Carsten Rampacher
18. August 2006
HOME
> HARDWARE-TESTS > ZURÜCK
<
|