XXL-TEST: AV-Receiver Denon AVR-4306 (5/7)
Anschlussübersicht:

Die Digitaleingänge (hier im Bild), die analogen
Komponenteneingänge und die HDMI 1.1 Terminals sind frei zuweisbar
In der Anschlusswertung handelt sich der AVR-4306 völlig
verdient die absolute Traumnote von 10 Sternen ein, denn an seiner
Anschlussvielfalt kann sich manches doppelt so teuere Modell ein Beispiel
nehmen. Nicht nur, dass von allen konventionellen Anschlussarten, also 2-Kanal
Audio, Audio digital koaxial/optisch sowie Video FBAS/S-Video, ein reichhaltiges
Sortiment bereitsteht, sondern auch an zeitgemäßen Hightech-Schnittstellen
fehlt es nicht: So sind gleich drei Komponenteneingänge und zwei
Komponentenausgänge, alle mit 100 MHz Bandbreite und somit für HDTV geeignet,
mit an Bord, ebenso auf dem neuesten Stand der Technik ist Denons
Connection-Master mit drei HDMI 1.1 Eingängen und einem HDMI 1.1 Ausgang.
Großer Vorteil von HDMI 1.1 gegenüber HDMI 1.0 (über welches z.B. der
Onkyo TX-NR5000E verfügt) ist, dass mittels 1.1 nicht nur Stereo-PCM,
sondern auch Dolby Digital- und DTS-Bitstream und sogar MLP (Meridian Lossless
Packing, DVD-Audio-Datenstrom) übertragen werden kann. Damit wird i-link
beinahe überflüssig, nur SACD fehlt noch aktuell zum völligen HDMI-Glück.
Wer digital SACD-Signale in den AVR-4306 zaubern möchte, kann dies mittels dem
Denon Link Interface und einem entsprechenden Denon DVD-Player (DVD-3910) mit Denon Link
bewerkstelligen. In der aktuellen 3. Denon Link-Generation erfolgte nun auch
endlich die Freigabe für SACD, zuvor war dies dem Konkurrenten i.link
vorbehalten. Denon Link arbeitet anders als i.link, während bei letzterem
Standard Datenblöcke übertragen werden, setzt Denon Link mit RJ-45
Netzwerksteckerkabel auf eine kontinuierliche Signalübertragung (Datenstrom).
Der AVR-4306 hat aber noch mehr zu bieten, die bereits erwähnten zwei
iPod-Interfaces und die USB-Schnittstelle auf der Gerätefront (unter der Klappe
dort befindet sich auch ein AV-Eingang mit S-Video-Buchse und optischem
Digitaleingang).

Der AVR-4306 von hinten

AVR-4306 mit 3 x HDMI-In und 1 x HDMI-Out

iPod- und Ethernet-Schnittstelle auf der Geräterückseite
7-Kanal-A/V-Receiver DENON AVR-4306 (Unterschiede zum AVR-3806 gelb
hervorgehoben):
- Anschlüsse:
Audio-Analog:
9 x 2-Kanal-Eingänge (inkl. Front), 1 x Phono-MM
1 x 8-Kanal-Eingang
3 x 2-Kanal-Recorder-Ausgänge
1 x 8-Kanal-Vorverstärker-Ausgang
2 x 2-Kanal-Vorverstärker-Ausgänge (Zone 2 und 3)
9 x Lautsprecher-Anschlüsse mit Bananenstecker-tauglichen Schraubklemmen
Audio-Digital:
Eingänge: 1 x DENON Link (3. Generation inkl. SACD), 2 x koaxial, 5 x
optisch (inkl. Front)
Ausgänge: 2 x optisch
Weitere Audio-Schnittstellen: 3 x HDMI 1.1
(Multikanal-Audio), 1 x USB (Front), 1 x Apple iPod®
(Front), 1 x Ethernet-Schnittstelle
Video-Analog:
Eingänge: 3 x Komponente (Cinch); 7 x S-Video & Composite (inkl. Front)
Ausgänge (Hauptzone, inkl. Monitor Out): 2 x Komponente (Cinch); 2 x
S-Video & Composite
Multi-Zone: 1 x S-Video & Composite (Zone 2)
Bewertung          
Bedienung

Der obere Teil der Fernbedienung ist komplett beleuchtet

Übersichtliches Layout der Fernbedienung - das vereinfach den
Einsatz in der Dunkelheit immens

Beim Ziffernblock muss man anfänglich etwas Vorsicht walten
lassen - ein einer Zeile sind die Tasten sehr nah beisammen und alle
gleichförmig

Leicht bedienbares Navigationskreuz an der Fernbedienung

Unter der Frontklappe des AVR-4306 ist auch eine weitere
komplette Navigationseinheit, so dass alle Justagen wahlweise auch direkt am
AV-Receiver vorgenommen werden können
Der AVR-4306 offeriert einen gewaltigen Funktionsumfang, im speziellen durch seine Internet- und Netzwerkfunktionalitäten
sind die Justagemöglichkeiten immens. Trotzdem: Unkontrollierbar ist der
Hightechreceiver nicht, ganz im Gegenteil. Durch die übersichtliche,
nicht unnötig mit Tasten überfrachtete Fernbedienung und die schmucklosen
(hier sollte Denon mal bei Yamaha RX-V2600
schauen, wie man grafisch ansehnliche Menüs gelungen integriert), aber klar
aufgebauten On Screen-Menüs ist eine einfache Bedienung möglich, wenngleich
die Netzwerk-Einrichtung schon etwas Übung erfordert, was aber nicht Denon
anzulasten ist. Prinzipiell ist die Integration leicht, aber wer weiß, wie
unangenehm sich die Beziehungen verschiedener Computer-Peripheriegeräte
untereinander gestalten können (Inkompatibilitäten, Geräte erkennen sich nicht
etc.), der kann erkennen, dass sich hier noch etwas Gefahrenpotential verbirgt.
Prima ist, dass Denon keine aufwändige Software für die Verwaltung mitliefert,
die dann so manches Kompatibilitätsproblem (z.B. mit Firewalls oder dem
Virenscanner) verursacht,
sondern auch Windows Media Connect setzt, eine Software, die kostenlos
heruntergeladen und auf dem PC installiert werden kann.
Sehr gut ist auch die Handhabung aller Bedienelemente am AV-Receivern
selber. Der Lautstärkedrehregler liegt tadellos zur Hand, und auch das
"Function"-Drehrad auf der linken Seite ist haptisch so gelungen, dass
man rasch das Gewünschte erreicht - der Regler arbeitet mit guter Präzision. Eine komplette 2. Navigationseinheit findet
sich beim AVR-4306 unter der Frontklappe. Das zweizeilige
Display mit Anzeige der Ein- und Ausgangssignalkonfiguration gibt sich
informativ. Verschiedene OSDs helfen, dass der Anwender die Übersicht behält.

Praktisch: Der Anwender kann sich mittels OSD über alle
relevanten Audio-Werte informieren. Hier liegt ein DTS 96/24-Signal vor (Konkret
der "Chronos"-Trailer der 7. DTS Demo DVD), welches mittels DTS plus
PLIIx Music (dank der DSP-Power können beide Denons die Kombination aus DTS und
PLIIx wiedergeben, damit kann man auch DTS Tonspuren in echtem 7.1 anhören)
wiedergegeben wird. Das Format 3/2/0 zeigt das Eingangsformat des Signals an.
Als Room EQ Kurve wählten wir Audyssey und nicht Flat oder Front bzw. Off

Auch visuell informiert der AVR-4306 gründlich

Dieses Screen-Bild zeigt der iPod, während die MP3-Jukebox am
4306 angeschlossen ist
Wie gut auch das Bedienkonzept des 4306 gelungen ist und wie
komfortabel vieles für den Anwender von der Hand geht, soll nun einmal die
Bedienung eines angeschlossenen iPods verdeutlichen. Spitze ist, dass man
den iPod per OSD jedem Ausgang - also CD, Tape oder Aux beispielsweise -
zuweisen kann. Die Steuerung des iPod erfolgt dann bequem über das
Navigationskreuz der Denon Fernbedienung (oder über das Navigationskreuz auf
der Gerätefront). Alle relevanten Menüs des iPod sowie die Spielfunktionen
sind kontrollierbar.

Möchte man sich den passenden Künstler heraussuchen, so wird
die iPod-interne Liste mehrzeilig auf dem OSD angezeigt - vorbildlich.

Man muss jedoch das Bildwiedergabegerät nicht zwingend
einschalten. Über das zweizeilige Gerätedisplay kann auch nach dem Künstler
gesucht werden

Nachdem der Künstler feststeht, kann man nun komfortabel das
gewünschte Album anwählen

Das geht ebenfalls auch mittels des Displays des AVR-4306

Nun steht die Auswahl des Songs aus dem Album an

Wahlweise kann die Selektion auch mittels des Gerätedisplays
getroffen werden

Der Song wird nun abgespielt

Name des Songs und die abgelaufene Zeit werden auch übers
Display am 4306 angezeigt
Bewertung          
Bemerkung: In Anbetracht des Funktionsumfanges, zu dem sogar
Netzwerk- und Videoeinstellungen zählen, erreicht der AVR-4306 ein
ausgezeichnetes Ergebnis in der Bedienungswertung. Schwachpunkt ist, wie bei den
meisten Konkurrenten, das optisch wenig attraktive OSD. Da man bei Denon
ansonsten zu den Hightech-Trendsettern gehört, sollte man die On
Screen-Darstellung endlich den sonstigen hohen Ansprüchen anpassen und sich vom
PC-Programm-Design der frühen 80er Jahre verabschieden. Die Fernbedienung
verlangt nach einer kurzen Eingewöhnungsphase, dann aber klappt die
Zusammenarbeit reibungslos und man empfindet die IR-Kontrolleinheit als sehr
praktisch.
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