EXKLUSIVER XXL-TEST: Denon AVC-A1XVA (7/12)
Ausstattungsübersicht
Ausstattung und Features AVC-A1XVA, Teil 2: Audyssey
Einmesssystem Audyssey MultEQ XT - bis zu acht
Hörpositionen können eingemessen werden
Überblick in Kurzform:
Hohe Messpräzision beim Auto Room Setup und beim Room
Equalizing dank Audyssey MultEQ XT: In besonders genauer Art und Weise erfolgt
die Ermittlung der LS-Konfiguration, der Phase und der optimalen
Übernahmefrequenz. Ein weiteres Merkmal von MultEQ XT ist die sehr präzise
Laufzeitkorrektur und die Möglichkeit zur gleichzeitigen Korrektur der
raumabhängigen Frequenzgänge der Lautsprecher für 6 bis 8 Positionen.
Technischer Hintergrund ist ein Fuzzy-Clustering-Algorithmus mit dynamischer
Frequenzzuordnung, der Equalizer optimiert das gesamte Frequenzspektrum (keine
Begrenzung auf parametrische Arbeitsweise dank FIR/Finite Impulse
Response/-Filtertechnologie) und nicht nur Teile davon. Frei zuweisbare Kurven
(Front, Flat, Audyssey) können für alle Surroundmodi aufgerufen werden, hinzu
kommt ein manueller 9-Band Grafik-EQ: Es ist möglich, eine Kurve (Flat)
komplett in den manuellen Grafik-EQ zu kopieren und dann gezielt
Detail-Optimierungen nach eigenem Gusto mit dem 9-Band-EQ vorzunehmen. Arbeit
und Wirkungsweise ausführlich erklärt: 
Zunächst
erläutern wir kurz die Problematik normaler Einmesssysteme, die einen
Einmessvorgang nur an einer Hörposition ermöglichen. Diese Systeme haben als
Nachteil, dass sie nur für einen sehr kleinen Hot Spot ausgelegt sind, das
heißt, eine einzige Person, auf deren Hörposition die Messung abgestimmt ist, kommt, vorausgesetzt, das System
arbeitet präzise, in den Genuss optimaler Akustik. Wenn hingegen mehrere
Personen hören, so sind die Personen, die außerhalb des Hot Spots sitzen,
nicht mehr von einem perfekt abgestimmten Sound umgeben. Dies ist natürlich
nicht sonderlich praxisgerecht, denn öfters werden auch Film-Sessions mit
mehreren Teilnehmern abgehalten. Genau hier setzt Audyssey mit MultEQ XT an.
Generell zu unterscheiden sind zwei Systeme, das etwas einfachere mit
Einmessmöglichkeit für 1 bis 6 Hörpositionen arbeitet im AVR-3806 und im
AVR-4306. Das große System mit 1 bis 8 möglichen Einmesspunkten arbeitet im
AVC-A1XV, im AVC-A1XVA und im AVC-A11XV. 
Mitgeliefert
wird beim AVC-A1XVA ein gleichermaßen hochwertig anmutendes wie präzise
arbeitendes Messsmikrophon Der gesamte Bedienprozess von MultEQ
XT wird mittels Fernbedienung und On Screen Display gesteuert. Zunächst wird
das Mikrophon am Haupthörplatz aufgestellt, am besten nutzt man zur optimalen
Positionierung ein Stativ. MultEQ XT bekommt vom Mikrophon als erstes einige
Basisdaten übermittelt, bevor dann die Aufstellung des Mikrophons an bis zu
acht Hörpositionen vorgenommen wird. 
Das
Basis-Setup fürs Auto Setup und den Room EQ 
Zuerst
positioniert der Anwender das Mikrophon an der Haupt-Hörposition. Über
"Extra Setup" können die Einstellungen für die Endstufen-Aufteilung
getroffen werden. Hinter "Channel" wird die gerade aktuelle
Konfiguration angegeben: Hier haben wir eine 9.1 Maximalkonfiguration 
Und
hier eine normale 5.1 Konfiguration 

Der
Denon checkt die angeschlossenen Lautsprecher und stellt, wie in diesem Falle
einer Testreihe, fest, dass nun ein 5.1 Setup installiert ist 
An
bis zu acht Hörpositionen sind Einmessungen möglich. Hier befindet sich das
Mikrophon gerade an Position 2 bzw. 5 (unteres Bild). 

Nun
sind die Messungen abgeschlossen - der Rechenvorgang kann beginnen 
Gerade,
wenn man die volle Anzahl von 8 Hörpositionen einmisst, nimmt die auf den
Einmessprozess folgende Berechnung einige Minuten in Anspruch 
Bevor
alle Einstellungen endgültig gespeichert werden, kann der Anwender nochmals
alle ermittelten Parameter überprüfen 

Überprüfung
der Lautsprechergröße 

Überprüfung
der Pegel der einzelnen Lautsprecher Insgesamt muss man die
Wirkungsweise von Audyssey differenziert betrachten. Sehr gern werfen Gegner
solcher Einmesssysteme ein, dass grundsätzliche keine akustischen
Verbesserungen, sondern nur Verschlechterungen das Resultat der Einmessvorgänge
sind. Solche sehr generellen Äußerungen verlangen natürlich nach einer
entsprechenden Kommentierung. Zunächst muss man zwei Arten von Einmesssystemen
unterscheiden. Die simplen Einmesssysteme messen nur den Abstand jedes einzelnen
Lautsprechers vom Hörplatz und bestimmen den Pegel jeder Box sowie die
Lautsprecher-Größe. Dann gibt es aufwändigere Einmesssysteme, die zusätzlich
zur Ermittlung der Basisdaten noch ein Equalizing vornehmen, das heißt, in
Abhängigkeit vom verwendeten Lautsprecher und von den Raumbedingungen wird der
Frequenzverlauf des Lautsprechers optimiert. Je nach Ausführung des Equalizers
ist dieses Equalizing entweder recht genau oder aber eher unpassend, wobei
"genau" oder "unpassend" auch wiederum exakt spezifiziert
werden müssen. Man kann von einem automatisch ermittelten Equalizing nicht
erwarten, dass man mit einem einzigen Setup für die Filmton- und
Musikwiedergabe gleichermaßen gut fährt. So kann es durchaus sein, dass bei
der Filmtonwiedergabe der akustische Gewinn immens ist, während bei der
Wiedergabe von mehrkanaligen Musik-DVDs der EQ am besten abgeschaltet bleiben
sollte. Auch ist es möglich, dass der EQ die angeschlossenen Lautsprecher sehr
zurückhaltend einmisst und von daher z.B. der Subwoofer (sollte dieser bei der
Einmessung berücksichtigt werden, gerade ältere Einmesssysteme messen den Sub
teilweise nicht mit ein) sehr zurückhaltend eingemessen wurde. Also halten wir
bislang fest: Eine einzige Einmessung kann kaum alle Ansprüche befriedigen, und
verschiedene Einmesssysteme messen sehr zurückhaltend ein, um alle Lautsprecher
auch bei hohem Pegel nicht in den Grenzbereich ihrer Belastbarkeit zu treiben. Nun
wenden wir uns wieder verstärkt der MultEQ XT-Technologie zu. Audyssey arbeitet
besonders aufwändig und berücksichtigt nicht nur Frequenzgangkorrektur, sondern arbeitet auch im Zeitbereich.
Daher erfolgt die Korrektur mehrerer Hörpositionen ohne unangenehme Nebeneffekte im Zeitbereich. Des weiteren arbeitet Audyssey bis 20
Hz und bietet damit auch bei tiefen Frequenzen eine wirksame
Korrekturmöglichkeit. Und, nicht zu vergessen: Audyssey korrigiert auch
Subwooferfrequenzen.
Auch verfügt das System über drei Referenzkurven: Audyssey (ermittelt von
den Audyssey-"Chefs" Tomlinson Holman (war maßgeblich an der THX-Norm
beteiligt) und Chris Kyriakakis nach ihren eigenen empirischen Erfahrungen) sowie die Kurven
"Flat" und "Front" (hier dienen die Frontlautsprecher als
Referenz). Zusätzlich hat der Anwender die Möglichkeit, die Flat Kurve in den manuellen 9-Band EQ zu kopieren und
den eigenen Wünschen entsprechend zu bearbeiten (Es ist auch möglich, komplett
eigene Justagen mittels des manuellen Equalizers festzulegen). Bei allen Optimierungskurven ist die Audyssey Mehrpunkt-Einmessung
aktiv, und alle Kurven werden auf einmal während der Einmessung
ermittelt. Mittels der drei User Modi (die vollständig frei programmierbar sind
nicht nur im Hinblick auf Audyssey) kann sich der Anwender insgesamt drei
Setups zusammenstellen, eines z.B. für Musik, eines für Heimkinoton und eines,
das auf hohe Pegel ausgelegt ist.
Wir haben mit der "Audyssey" Referenzkurve bei der
Wiedergabe von Filmton hervorragende Erfahrungen gemacht. Die ohne irgendwelche
Störgeräusche und Verzerrungen realisierbaren Pegel sind enorm hoch, zudem wird ein gleichermaßen
nachdrückliches wie stimmig im Raum verteiltes Klangbild aufgeboten. Audyssey
macht nicht den Fehler, zwar eine druckvolle Effektwiedergabe zu ermöglichen,
Stimmen und kleinere Einzelheiten aber akustisch nur unzureichend einzuarbeiten.
Vielmehr wird hier nicht nur ein hohes Maß an Verständlichkeit der Stimmen
garantiert, sondern gleichzeitig wirken die Stimmen auch vielschichtig und
greifbar. 
Im
"Advanced Playback"-Menü finden sich weitere
Konfigurationsmöglichkeiten 
Eine
komplette während des Einmessvorgangs ermittelte Kurve kann vom Anwender in den
manuellen EQ kopiert werden 

Mittels
des manuellen grafischen 9-Band-EQs lassen sich individuelle Setups erstellen Anders
sieht unsere Beurteilung bei Mehrkanal-Musik und bei Musik aus, die wir mittels
Surround-Aufpolierern (DTS Neo:6, Dolby Pro Logic IIx) von Stereo auf Surround
aufgebohrt haben. Hier sollte man die Audyssey-Kurve nicht unbedingt verwenden.
Dann wirkt das gesamte Klangbild etwas zu ausdruckslos, dem Hochtonbereich fehlt
es an Brillanz. Auch die bei der Filmtonwiedergabe vorbildliche räumliche
Verteilung ist bei der Musikwiedergabe nicht herauszuhören. Daher raten wir,
für Musik entweder den EQ komplett zu deaktivieren, oder aber man erstellt sich
ein eigenes Setup mittels des manuellen 9-Band-EQs. Für den Stereobetrieb sind
die identischen Vorkehrungen anzuraten. 
Der
AVC-A1XVA bietet darüber hinaus die Möglichkeit, auch für den Direct Mode
wahlweise den EQ mit zu verwenden. Mittels eines speziellen On Screen Menüs
kann der Direct Mode nach den eigenen Wünschen konfiguriert werden. Zurück auf auf Seite 6/Vor
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