PREVIEW: Denon AVC-A11XVA (3/3)

Das Grundmenü "System Setup", von dem aus man in
die einzelnen Submenüs navigiert

Das Auto Setup-Menü

Der AVC-A11XVA verfügt auch über einen auf Wunsch
kanalselektiv arbeitenden manuellen EQ

Die Zuweisung der HDMI- und DVI-Eingänge

Im HDMI Out Setup (hier Teil 1) kann man auch die gewünschte
Skalierung eingeben

Im zweiten Teil des HDMI Out Setups kann der Anwender den
gewünschten Farbraum (RGB pder YCbCr) auswählen
Was die Bedienung angeht, ist der AVC-A11XVA im Vergleich zum
Vorgänger mit einer neuen Fernbedienung ausgestattet, die eine problemlose
Bedienbarkeit sicherstellt und auch im angedunkelten Heimkinoraum dank der
Beleuchtung sehr gut zu handhaben ist. Bereits nach kurzer Eingewöhnungszeit
macht der IR-Geber keinerlei Bedienprobleme mehr. Nach wie vor sind die Denon
OSDs sehr schlicht geraten, der Aufbau der Menüs präsentiert sich logisch und
klar. Der Lautstärkedrehregler am Hauptgerät liegt sehr gut in der Hand, die
Bedienung macht außerordentlichen Spaß. Um die unter einer massiven, ölgedämpften
Aluminiumklappe verborgenen Bedienungselemente auf der Gerätefront alle korrekt
nutzen zu können, sollte man sich allerdings erst etwas Zeit nehmen, um sich
einen Überblick zu verschaffen. Vorteilhaft ist, dass sich bei diesen
Funktionselementen auch eine komplette Navigationseinheit zur Navigation am
AVC-A11XVA selber befindet.

Auch am Gerät selber hat Denon eine Navigationseinheit
untergebracht

Neue Fernbedienung des AVC-A11XVA

Auch in der Dunkelheit ist das Handling unkompliziert, dank
dem beleuchteten Touchpanel
Nun kommen wir noch abschließend zum Klang. Hier werden unsere
Leser einwenden, dass sich im Vergleich zum Denon AVC-A11XV
in Bezug auf Vor- und Endstufe laut Denon nichts geändert hat - also kann man
annehmen, dass sich klanglich nichts getan hat. Wir allerdings haben beim Test
des Denon AVC-A1XVA hörbare Unterschiede
im Vergleich zu zwei Vorgängermodellen ausfindig machen können, also kann man
nie genau sichergehen, ob sich akustisch wahrhaftig nichts geändert hat. Schon
kleinste Unterschiede in der Spezifikation oder in der Fertigung reichen oftmals
aus, um akustische Unterschiede hervorzurufen. Beim AVC-A11XVA ist der
Klangunterschied zum AVC-A11XV marginal und deutlich geringer als beim Vergleich
AVC-A1XVA - AVC-A1XV. Glücklicherweise haben wir uns - dies kann
nach so langer Zeit praktisch kein Mensch - nicht auf unsere damaligen
akustischen Eindrücke zum AVC-A11XV
verlassen müssen, sondern haben in unserem "Redaktionsfuhrpark" noch
einen AVC-A11XV, so dass die
Vergleiche sehr akkurat durchgeführt werden konnten. Unsere kleinen,
herausgehörten Unterschiede:
-
Endstufen beim AVC-A11XVA wirken minimal geschmeidiger, die
Leistungsentfaltung ist sehr flüssig
-
Stimmwiedergabe beim AVC-A11XVA gerade im Betrieb ohne
Audyssey wirkt noch eine Idee natürlicher
-
Wie bereits beim AVC-A11XV hinterlässt bilanzierend das
MultEQ XT Einmesssystem einen sehr überzeugenden Eindruck, gerade wenn man
die Audyssey Kurve verwendet - dass Stimmen beim 11XVA minimal
differenzierter klingen,
Wir haben neben dem Jamo D 7 THX Ultra 2-System
7.2 Setup, welches wir auch für den AVC-A11XV
verwendeten, noch ein großes Klipsch Synergy 7.2 Setup aufgefahren, um vor
allem den Pegel-Talenten des Denon eine weitere Chance zu geben - und diese
wurde direkt genutzt: Knallhart, souverän, sauber - so greift der AVC-A11XVA
auch bei hoher Lautstärke durch. Nur, wenn es in Bezug auf die Pegel wahrhaftig
extrem wird, spielt der massige AVC-A1XVA
seine nochmals aufwändiger Konstruktion voll aus: Bei einem 7.2 Setup arbeiten
sieben seiner 220 Watt-Endstufen, drei sind nicht aktiv, und die bombastische
Stromversorgung fächert den sieben Einheiten massiv Energie zu. Der große,
knapp 7.000 € kostende Über-Denon geht dann mit noch satterem,
nachdrücklicherem Bass am AVC-A11XVA vorbei. Gerade, wenn man keinen aktiven
Subwoofer anschließt, merkt man, wie unnachgiebig der AVC-A1XVA
zuschlägt. Er lässt die anderen gehörten AVC-A1XV, obwohl identisch
bestückt, und auch den AVC-A11XV
sowie den AVC-A11XVA hörbar hinter sich. Für seine Preisklasse allerdings geht
der AVC-A11XVA extrem gut, man sollte ihm demnach ein entsprechend belastbares
Mehrkanal-Lautsprechersystem zur Seite stellen.
Akustisch zeigt sich der AVC-A11XVA als würdiger "kleiner
Bruder" des AVC-A1XVA. Er ist
allerdings eine Idee verbindlicher ausgelegt, das ganz große "Aha"
Erlebnis bei massivsten Effektgewittern wie bei "Star Wars Ep. III"
oder bei "Behind Enemy Lines" bleibt beim kleineren Denon aus. Für
weniger versierte Hörer ist zwar das, was der AVC-A11XVA abliefert, bereits
brachial, doch wer einmal den AVC-A1XVA
gehört hat, der weiß, was noch mehr geht in Bezug auf das Management von
Dynamiksprüngen und auf das zur Verfügung stellen von Bassgewalt. Allerdings:
Der AVC-A11XVA präsentiert sich mit seiner etwas mehr auf Harmonie ausgelegten
Abstimmung keinesfalls weniger reizvoll, getreu seiner zurückhaltenden Optik
verhält er sich auch weniger extrem als sein martialisch daherkommender großer
Bruder, der als außergewöhnlich leistungsfähige und auf maximalen Nachdruck
getrimmte Home Theatre-Maschine tiefsten Eindruck hinterlassen hat. Es ist also
auch, wie üblich, die Frage des persönlichen Geschmacks, welche Auslegung man
bevorzugt.
Beide Denons geben, auch der AVC-A11XVA, klar eine Bekenntnis
zum emotionalen, bewegenden Hören ab. Auch der AVC-A11XVA seziert nicht,
sondern agiert dynamisch und schwungvoll. Er baut lieber viele - nicht alle -
Details in rasender Geschwindigkeit in die Front- und Surroundklangkulisse ein,
als nahezu alle vorhandenen Details sorgsam aufzubereiten und diese Art der
exakten, umfangreichen Präsentation aber mit einer gleichzeitig etwas
lethargisch angehauchten Wiedergabecharakteristik zu kombinieren. Der AVC-A11XVA
macht Spaß, seine ganze Auslegung ist in sich schlüssig. Der Bass ertönt
präzise, aber gleichzeitig mit Volumen und Nachdruck. Der Hochtonbereich klingt
klar und differenziert, selbst bei großer Lautstärke fehlt jeglicher Hang zum
Aggressiven - es sei denn, man missbraucht den manuellen EQ und erstellt ein
unpassendes Set-Up.
Die Mitteltonwiedergabe ist sehr gut ausbalanciert, Stimmen
stellt der Denon mit natürlicher Räumlichkeit und viel Elan dar. Sehr gut
schafft es der große Denon, auch kleine Effektfacetten, die aus dem Centerkanal
kommen, von den Stimmen zu trennen, was für ein sehr vielschichtiges Klangbild
und für unsere Empfehlung sorgt, besonders am Center keinesfalls zu sparen. Die
Talente des AVC-A11XVA, so zeigte sich in verschiedenen Dialogszenen von Star
Wars Ep.III, sind gerade in dieser Disziplin außergewöhnlich hervorhebenswert.
Interessanterweise ist die Räumlichkeit und Natürlichkeit der Stimmwiedergabe
bei manuellem Setup sogar noch besser, während vor allem die
Audyssey-Referenzkurve bei automatischer Einmessung inklusive Equalizing auch
bei großem Pegel eine nahezu optimale Umsetzung großer Effekte bietet, die mit
massivem Nachdruck ertönen, gleichzeitig aber nie zu spitz und zu aggressiv
erscheinen. Hier agiert Audyssey also ausgesprochen überzeugend. Dafür klingen
Stimmen im Audyssey-Modus etwas indirekter, der Zuhörer hat so den Eindruck
einer etwas größeren Distanz zu den Protagonisten. Allerdings geht es hier um
Kleinigkeiten - es bedarf umfangreicher Testreihen, um diese unterschiedlichen
Profile exakt herausarbeiten zu können.
Soll Musik wiedergegeben werden, klingt der AVC-A11XVA mit
komplett deaktiviertem EQ oder aber mit mittels des manuellen 9 Band-EQ
erstelltem eigenen Setup besonders vorteilhaft. Seine Fähigkeit zur vollen,
nachdrücklichen, aber nie aufgesetzten Basswiedergabe kann sich so sehr gut
entfalten. Die gerade im 7.2-Betrieb sehr lebendige, vielschichtige
Surroundkulisse überzeugt auch beim Aufpolieren von 5.1 Musikmaterial bzw. von
Stereomusikmaterial (hier klingt PLIIx besser als Neo:6, da der Bass druckvoller
ist, die Mitten besser gestuft und die Höhen angenehmer) erstaunlich präzise,
so dass auch eingefleischte Stereohörer sich nach einer kurzen
Umgewöhnungszeit für Multichannel begeistern könnten. Die Front-Klangkulisse
punktet mit Homogenität und klarer, aber nie aggressiver
Hochtondarstellung.

Der AVC-A11XVA ist ein moderner, klangstarker AV-Verstärker
mit beeindruckenden Videoqualitäten
Wir sind nun gespannt, wie die weiteren Testreihen verlaufen -
nach unserem ersten Eindruck ist der AVC-A11XVA wieder ein Meisterstück aus
Denons Boliden-Küche. Mit exzellentem Videoprocessing, voller
Netzwerkfunktionalität, einer hochwertigen Verarbeitung und einer gekonnten
Mischung aus mitreißendem und harmonischem Klang bringt der AVC-A11XVA genau
die Zutaten mit, die sich der Hightech-Home Theatre-Liebhaber wünscht. Die
Konkurrenz muss sich, so viel steht bereits jetzt fest, enorm anstrengen, um ein
Gegengewicht zu Denons beiden Vorzeige-Boliden zu schaffen.
Die Daten im Überblick
7-Kanal-A/V-Verstärker DENON AVC-A11XVA:
- Unverbindliche Preisempfehlung: 3.999,- €
- Upgrade II für AVC-A11XV: 699,- €, für Kunden mit Upgrade I: 500,-
€)
- Markteinführung: Juli 2006
- Ausführungen: Premium Silber / Schwarz (ab August 2006)
- Tonstandards / Surround-Normen:
Dolby Digital EX, DTS-ES Discrete/Matrix 6.1, DTS 96/24, DTS Neo:6 (Cinema / Music)
Dolby Headphone, Dolby Pro Logic IIx (Cinema, Music mit Einstelloptionen, Game)
THX Ultra 2 Cinema / Music
- Ausstattungs-Highlights:
+ THX Ultra 2-zertifizierte 7-Kanal-Endstufe mit 195 Watt pro Kanal (6 Ohm, DIN)
+ Flexibles Endstufen-Management
+ Center- und Surround Back-Endstufen eignen sich auch für den Bi-Amping-Betrieb der Front-Lautsprecher und für Multi-Room-Anwendungen in bis zu 3 Zonen
+ Potentes Netzteil mit mächtigem Ringkerntrafo zur Versorgung der Endstufen und Treiber sowie 3
weiteren Trafos für die Audio-, Video- und Steuerstufen
+ Neue D.D.S.C.-Digital-Schaltung
+ 3 x 32-Bit Advanced Fließkomma-DSPs von Texas Instruments
+ AL24 Processing Plus für alle Kanäle
+ 24-Bit/192 kHz BurrBrown D/A-Wandler (4 x PCM1791A) in Differenzialanordnung für alle Kanäle
+ 24-Bit/192 kHz BurrBrown A/D-Wandler (PCM1804)
+ Einmess-System mit Audyssey MultEQ XT: AutoSetup für eine präzise Anpassung an das verwendete Lautsprecher-Setup,
AutoRoom EQ mit Audyssey MultEQ XT für die gleichzeitige Entzerrung an acht Hörpositionen
(Hörplatz-unabhängige Raumkorrektur), Präzisions-Messmikrofon von Audio Technica (DM-S305) im Lieferumfang enthalten
+ 3 HDMI-Eingänge (für Signale bis zu 1080p), DVI-Eingang, HDMI- und DVI-Ausgang (schaltbar)
+ Konvertierung analoger Video-Signale (Composite, S-Video, Komponenten) in HDMI-Signale
+ Faroudja FLI-2310 Video-De-Interlacer/Scaler für HDMI-Ausgang (480p, 576p / 720p / 1080i / 1080p)
+ Hochwertiger Video-A/D-Wandler mit 12-Bit Auflösung und Noise Shaping
+ Exzellenter Video-D/A-Wandler mit 12-Bit / 216 MHz und Noise Shaping
+ Digitale Komponenten-Video-Konvertierung (Composite, S-Video, Komponenten) mit Time Base Corrector
+ Konvertierung von Farbkomponenten-Video zu S-Video und Video
+ alle digitalen Multi-Channel-Schnittstellen (DENON Link 3rd inkl. SACD, IEEE1394 und HDMI) für
hochauflösende Audiosignale geeignet
+ Ethernet-Schnittstelle (LAN) mit verbesserten Netzwerkfunktionen: Internet Radio,
Audio Streaming (PnP- und DLNA-kompatibler Client)
Web Control (inkl. PDA-optimierter Seiten)
+ Neue EL-Touch Panel-Fernbedienung mit kontextsensitiven Buttons für einfache Bedienung und
GLO-Keys für die wichtigsten Funktionen
- Anschlüsse:
Audio-Analog:
11 x 2-Kanal-Eingänge (inkl. Front), 1 x Phono-MM
1 x 8-Kanal-Eingang
4 x 2-Kanal-Recorder-Ausgänge
1 x 8-Kanal-Vorverstärker-Ausgang
2 x 2-Kanal-Vorverstärker-Ausgänge (Zone 2 und 3)
9 x Lautsprecher-Anschlüsse mit vergoldeten, Bananenstecker-tauglichen Schraubklemmen
Audio-Digital:
Eingänge: 1 x DENON Link (3. Generation inkl. SACD), 3 x koaxial, 5 x optisch (inkl. Front)
Ausgänge: 3 x optisch
Weitere Audio-Schnittstellen: 2 x IEEE 1394 (Digital Audio), 3 x HDMI 1.1 (Multikanal-Audio)
Video-Analog:
Eingänge: 3 x Komponente (Cinch); 8 x S-Video & Composite (inkl. Front)
Ausgänge (Hauptzone, inkl. Monitor Out): 2 x Komponente (Cinch); 4 x S-Video & Composite
Multi-Zone: 2 x S-Video & Composite (Zone 2+3)
Video-Digital:
Eingänge: 3 x HDMI (bis 1.080p), 1 x DVI-D
Ausgänge: 1 x HDMI
Sonstige:
1 x Ethernet
1 x RS 232 C (serielle Schnittstelle)
1 x IR-Fernbedienung Ein-/Ausgang
3 x Trigger-Ausgänge
1 x Netzbuchse
- Daten:
Ausgangsleistung (an 6 Ohm, 1 kHz, 0,7 % Klirr): 7 x 195 Watt
Ausgangsleistung (an 8 Ohm, 20 Hz - 20 kHz, 0,05 % Klirr): 7 x 140 Watt
Standby- Verbrauch: unter 1W
Abmessungen (B x H x T): 434 x 178 x 500 mm
Gewicht: 23,6 kg
Preview: Carsten Rampacher
02. August 2006
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