Test: Dell LCD-TV W3706MC (3/3)
Bild

Wählt man den Komponenteneingang an, überzeugen Farbgebung
und Kontrast
| Merkmal |
Gerät: Dell W3706MC |
| Bildschärfe und Detailtreue |
Wie unsere verschiedenen Testbilder zur Feststellung der
Bildschärfe eindeutig zeigen, liefert der W3706 hervorragende Ergebnisse
ab. Besonders beeindruckend: Auch beim Anschluss über Komponente-analog
ist das Bildschärfetestbild fein differenziert und wirkt sehr homogen.
Bei allen Standbildern ist die gebotene Bildschärfe enorm, zusätzlich
aber treten keine unschönen Überschärfungseffekte wie Doppelkonturen
auf. Die ab Werk eingestellte Justage ist so überzeugend, dass man kaum
selber nachregeln muss. Einbußen gibt es leider in Bezug auf die bislang
begeisternde Performance, wenn Bewegung in die Bilder kommt. Durch
Schwächen bei De-Interlacing und Panel-Reaktionszeit büßt das Bild dann
an Schärfe und Prägnanz ein. Gesamtnote: Gut |
| Kontrast |
Der Kontrast ist bei der Ansteuerung über den
Komponenteneingang sehr gut. Auch in schwierigeren Sequenzen wie dem
Beginn von "Gladiator" kann sich der Dell prima in Szene setzen
und muss sich trotz der verhaltenen Werksangaben in Bezug auf das Kontrastverhältnis
vor nur wenigen Konkurrenten verstecken. So zeigt der Dell in der
Gladiator-Startsequenz beispielsweise die Rinde der in der Dämmerung
stehenden Bäume sehr genau, auch Kleinigkeiten an der Bekleidung der
Krieger werden sauber herausgestellt. Diese tadellose Leistung
manifestiert sich bei der Wiedergabe des ersten Grautreppe-Testbildes: a)
Grautreppe, 16-stufig, 0 bis 100 %, gegenläufig: Der Klassiker, an dem
sich vor allem LCD-TVs die Zähne ausbeißen. Auch der Übergang
von Stufe 11 zu 12 im Schwarz/Grau-Bereich wird sehr gut wiedergegeben.
Anders sieht es aus beim 2. Testbild, das allerdings auch durch die
kleineren Abstufungen noch schwieriger wiederzugeben ist: b) Grautreppe,
16-Stufig, 70 bis 100 %/ 0 bis 30 % gegenläufig, hier mangelt es an
klarer Durchzeichnung und Differenzierungsvermögen. Wählt man anstatt
des Komponenteneingangs den HDMI-Eingang, wirkt das Bild sichtbar
kontrastärmer. Gesamtnote: Gut |
| Bildhelligkeit |
Die Bildhelligkeit des Dell ist nicht so hoch wie bei
manchem Konkurrenten, was dazu führt, dass bei starkem externen
Lichteinfall manches Detail im Bild nicht mehr optimal erkennbar
ist. Die Homogenität bei der Ausleuchtung ist tadellos. Bei Anwählen des
HDMI-Eingangs wird das gesamte Bild dunkler als bei der Wahl des
Komponenteneingangs. Gesamtnote: Gut |
| Farbwiedergabe |
Schließt man den Dell über Komponente an, ist die
Farbwiedergabe ausgesprochen gelungen. Bei verschiedenen Testbildern der
AVEC Test-DVD kann man sich von den Qualitäten des W3706MC überzeugen.
Die erntefrischen Erdbeeren gefallen mit ihrem natürlichen TRot, beim
Früchtestillleben sind alle Früchte farblich erstaunlich genau
getroffen, auch die blauen Weintrauben, die gerade bei LCD-TVs oftmals
unrealistisch eingefärbt werden. Doe Testbilder zeigen des weiteren eine
prima Farbauflösung. Etwas schwierig wird es bei Farbübergängen: Wie
hier entsprechende Testbilder zu Tage fördern, produziert der Dell keine
stimmigen Farbverläufe, es ist ein "Ausbluten" der Farbe ins
nächste Farbfeld zu beobachten. Das "False Contour" Testbild
mit der hüpfenden Kugel konnte der Dell erstaunlich gut und beinahe ohne
die nicht erwünschten Kreisbildung innerhalb der Kugel absolvieren. Nur
braunrote Farbschatten außen an der Kugel signalisieren, dass auch hier
noch Nachbesserungsbedarf besteht. Weiterer Kritikpunkt ist die Qualität
der Farbwiedergabe, wenn man den gerade aktuell gängigen HDMI-Eingang
verwendet. Dann wirkt das Bild, als läge ein leichter Grauschleier
darüber, der den Farben Natürlichkeit, Brillanz und Intensität nimmt.
Dieses Problem sollte auf jeden Fall innerhalb der nächsten
Modellpflegemaßnahmen angegangen werden, denn viele Konkurrenten
überzeugen mit absolut identischen Farb-, Helligkeits- und Kontrastwerten
bei allen Signalarten. Weitere kleine Kritikpunkte: Über Komponente hat
das Bild einen minimalen Braunstich, über HDMI hingegen einen leichten
Grünstich (sehr gut z.B. auch bei Graustufen-Testbildern zu sehen). Das
Weiß wirkt grundsätzlich etwas verwaschen und nicht brillant genug -
diese Probleme haben aber auch sehr viele Konkurrenten, daher gibt dafür
kaum Punktabzüge. Gesamtnote: Befriedigend |
| Schwarzwert |
Der Schwarzwert des Dell-LCD liegt im oberen Mittelfeld -
hier kann man bilanzierend mit dem Gebotenen zufrieden sein. Leider tritt
bei der Schwarzwiedergabe größerer Flächen eine deutlich sichtbare
MPEG-Blockartefaktebildung auf, die deutlich stört. Daher: Gesamtnote:
Befriedigend |
| Reaktionszeit des Panels |
Vergleicht man das Ansprechen des W3706MC mit den
überzeugenden Produkten von Samsung, Xoro oder Toshiba, dann tut sich
hier ein beträchtliches Verbesserungspotential auf. Auch wenn der interne
Scaler, der zusätzlich Nachzieheffekte generiert, durch direkte
Progressive-Signalzuspielung nicht am Bildverarbeitungsprozess beteiligt
ist, sind noch Nachzieheffekte sichtbar, die von der zu trägen
Reaktionszeit des Panels herrühren. Gesamtnote: Ausreichend. |
| De-Interlacing |
In dieser Disziplin weiß der Dell leider nicht zu
überzeugen. Besonders die deutlich sichtbaren Nachzieheffekte und Bewegungsunschärfen,
die bereits bei relativ langsamen Bewegungen und Kameraschwenks auftreten.
Die nur ausreichende Darstellung diagonaler Linien sorgt dafür, dass man
auch aus größerem Betrachtungsabstand noch Treppenstufenmuster erkennen
kann. Gesamtnote: Ausreichend. |
| Up/Down-Scaling |
Unser Testgerät leistet sich einen merkwürdigen Fauxpas:
Wird ein 576i-Signal eingespeist, wirkt das Bild, als ob Zeilen vertauscht
worden wären. Die Bildanteile sind nicht deckungsgleich, Bildschärfe ist
praktisch nicht vorhanden. Dieses Phänomen tritt weder bei Zuspielung von
576p- noch von 720p- oder 1.080i-Signalen auf. Daher vermuten wir, dass
bei 576i das Zusammenspiel zwischen Scaler und De-Interlacer nicht korrekt
funktioniert. Abgesehen von diesem Fehler, bei dem wir von einem
Einzelfall ausgehen und daher keine Abwertung vornehmen, arbeitet der
Scaler sehr gut und sorgt für ein tadelloses Downscaling von 1.920 x
1.080er Signalen. Die Bildschärfe ist tadellos, kleine Details
werden prima eingearbeitet. Gesamtnote: Sehr gut |
| Nutzen Video-EQ |
Der Video-EQ des Dell bietet praktisch alle relevanten
Funktionen, allerdings ist die zu grobe Rasterung der Regler zu
kritisieren. Was fehlt, ist eine adaptive Rauschunterdrückung. Gesamtnote:
Befriedigend. |
| Konkurrenzanalyse |
Der Dell ordnet sich in der aktuellen Konfiguration im
Mittelfeld ein, etwa in der Liga eines
TechniSat Techni-LCD32HD. Dieser ist allerdings bereits ein älteres
und nicht mehr aktuelles Gerät, zur damaligen Zeit (vor ca. einem Jahr)
konnten wir aufgrund der anderen Marktsituation den TechniLCD noch besser
bewerten als jetzt den Dell. Vergleicht man mit einem Samsung LE-32R73BD,
dann gerät der Dell ins Hintertreffen: Der Samsung bietet bei allen
Eigenschaften eine hohe Ausgewogenheit, die dem W3706MC momentan noch
fremd ist. Das gilt auch für Toshiba-Modelle wie dem 32WL66Z
oder dem 42WL58P, die bei
Farbwiedergabe und vor allem bei Panel-Reaktionszeit und De-Interlacing
zeigen, wie weit die LCD-Technik aktuell bereits fortgeschritten ist. Dass
der Dell ein wenig veraltet ist, beweist der Vergleich mit dem Xoro LCD-TV HTL 3712w:
Obwohl dieses Modell schon eine geraume Zeit auf dem Markt ist, erreicht
der Dell trotzdem nicht die Performance des 37-Zöllers, der mit seinem
homogenen Bild nach wie vor punkten kann. |
| Fazit: |
Der Dell W3706MC zeigt in verschiedener Hinsicht gute
visuelle Ansätze und könnte bei entsprechender Überarbeitung durchaus
für einen Spitzenplatz gut sein. Der Overscan ist bei allen
Zuspielungsarten gleichbleibend und bewegt sich bei sehr guten 4 %. Auch
die über Komponente natürliche Farbwiedergabe und die bei Standbildern
exzellente Bildschärfe gefallen absolut. Das kritische Thema Kontrast
meistert der Dell ebenfalls prima, sofern die Ansteuerung über Komponente
erfolgt. Mit der sehr homogenen Ausleuchtung sammelt der Dell weitere
Punkte. Leider trüben aber verschiedene, unserer Ansicht nach vermeidbare
Mängel das Bild. So sollten Bildhelligkeit, Kontrast und Farbgebung bei
Komponenten- und HDMI-Eingang identisch sein. Beim Dell allerdings ist das
HDMI-Bild dunkler und flauer. Auch der De-Interlacer sollte zukünftig
besser arbeiten und weniger Nachzieheffekte produzieren. Dass selbst bei
externem De-Interlacing noch gut sichtbare Nachzieheffekte auftreten,
zeugt von einer zu trägen Panel-Reaktionszeit. Der Fehler bei der 576i
Signalaufbereitung hingegen ist bestimmt ein Einzelfall, daher gibt es
keinen Punktabzug für den Dell. Leider Punkte abziehen müssen wir für
den unzureichenden Betrachtungswinkel. Wer schräg sitzt, hat keine
kompletten Bildeindruck mehr. Gesamtnote: Befriedigend |
Ton
| Akustisches Merkmal |
Gerät: Dell W3706MC |
| Verständlichkeit |
Der Dell garantiert auch bei höheren Lautstärken eine
tadellose Verständlichkeit. Nicht nur Stimmen und große Effekte, selbst
kleinere akustische Einzelheiten werden mit überraschender Souveränität
eingearbeitet. Gesamtnote: Ausgezeichnet. |
| Homogenität |
Der W3706MC kann hier vollends überzeugen - mehr geht nicht
mehr bei einem Lautsprechersetup dieser Konfiguration. Es gibt kräftige
Bässe, sauber abgestufte Bässe und einen erstaunlich lebendigen
Hochtonbereich. Gesamtnote: Ausgezeichnet |
| Pegelfestigkeit |
Die erzielbare maximale Lautstärke liegt nicht nur
außerordentlich hoch - zusätzlich produziert der Dell kaum Verzerrungen
und klingt klar sowie dynamisch. Gesamtnote: Ausgezeichnet |
| Räumlichkeit des Klangbilds |
Die erzielbare Räumlichkeit ist die beste, die wir bislang
bei einem LCD-TV hören konnten. So stellt sich beim abendlichen
"Fernsehfilm der Woche" ein Klangerlebnis ein, das wir von einem
Fernseher dieser Spezifikation nicht erwartet hätten. Gesamtnote:
Sehr gut |
| Fazit |
Die Akustik des 32WL66Z ist ohne Fehl und Tadel, was unseren
bereits bislang sehr positiven Eindruck vom 32 Zoll LCD-TV nur noch weiter
unterstützt. Gesamtnote: Ausgeszeichnet |
Fazit
Der Dell W3706MC hat durchaus seine Vorteile. Zu diesen gehören
die elegante Optik ebenso wie die reichhaltige Anschlussbestückung, die
überdurchschnittlich hochwertige Fernbedienung und die erstaunlich gute
Akustik, die keinen Kontrahenten zu fürchten braucht. Was die Bildqualität
anbetrifft, so ist das Bild über Komponente farblich sehr gefällig und punktet
mit gutem Kontrast. Leider aber scheinen auch Schwächen durch, wobei wir
damit nicht die misslungene Aufbereitung des 576i-Signals meinen. Hier sind wir
überzeugt, dass es sich bei unserem Testgerät um einen Einzelfall handelt.
Eher sind der unzureichend arbeitende De-Interlacer und die Tatsache, dass über
HDMI das Bild dunkler und farblich flauer wird, zu beklagen. Auch die etwas zu
hohe Reaktionszeit des Panels sowie der zu geringe Betrachtungswinkel sind noch
zu verbessern. Der Schwarzwert ist gar nicht einmal schlecht und bewegt sich im
oberen Mittelfeld, der Kontrast verdient sich ebenfalls voll befriedigende
Zensuren. Fazit: Leider schließt der Dell aufgrund der visuelle Defizite
den Test mit dem etwas unglücklichen Urteil "befriedigend" ab - in
vielen Belangen liegt er deutlich über dieser Bewertung, da die Bilddisziplin
aber die Kerndisziplin eines solchen LCD-TV-Tests ist, können wir aktuell keine
bessere Einstufung vornehmen.
Der Dell punktet mit schicker Optik, sehr guter Akustik und
umfangreicher Anschlussbestückung. Visuell sollte man nachbessern, um
zur Klassenspitze aufschließen zu können

LCD-TVs obere Mittelklasse
Test 23.Mai 2006
Preis-/Leistungsverhältnis          
+ Elegante Optik
+ Sehr reichhaltige Anschlussbestückung
+ Über Komponente sehr gute Farbwiedergabe und prima Bildschärfe
+ Sehr gutes Downscaling von 1.920 x 1.080i-Signalen
+ Hochwertige, voll beleuchtbare Fernbedienung
- De-Interlacer erzielt nur ausreichende Ergebnisse
- Bild über HDMI flau
- MPEG-Blockartefaktebildung besonders in schwarzen Flächen
- Zu träge ansprechendes Panel
Test: Carsten Rampacher
23. Mai 2006
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