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Denon AVR-2807, Onkyo TX-SR803E und Pioneer VSX-AX4AVi-S im Vergleich (9/10 )

Nette Versammlung fürs Foto. Als Bildwiedergabegerät kam der exzellente Toshiba 42WL58P zum Einsatz, der auch die Unterschiede der visuellen Features unserer Kandidaten glänzend aufzeigte. Der Test des LCD-Schirms folgt übrigens in Kürze und wird lehrreich für viele Konkurrenten sein - denn Toshiba zeigt erneut, wie man LCD-TVs baut. Sehr lehrreich für viele überteuerte Lautsprecherhighend-Anbieter wäre auch eine Analyse des Nubert nuLine 120-Sets. Zusammen mit dem nuLine CS-70 und den Vollbereichsdipolen nuLine DS-60 wird hier eine Spitzen-Klangqualität zum vertretbaren Kaufpreis geboten, und nicht nur das: Durch die vielfältigen Einstellmöglichkeiten und durch die in der Grundeinstellung neutrale Klangcharakteristik eignet sich das hoch belastbare Set prima für Testreihen. Natürlich sind uns alle nuLine Lautsprecher schon lange akustisch bekannt, so dass sich dieses große Set, dessen ausführlicher Check auch noch bei uns erscheinen wird, sich als praktisch perfekt für die Beschallung anbot. Klar und unbeirrbar arbeiteten die "Nubis" in beeindruckender Manier die deutlich hörbaren klanglichen Differenzen unserer Testreceiver heraus. Als DVD-Player kam erneut unser "Hörstudio-Recke" Denon DVD-2910 zum Einsatz, dessen Laufwerk zwar nach wie vor etwas langsam ist, der aber mit seiner zuverlässigen Wiedergabe aller Test-Discs sonst für keinerlei Unmut sorgte.  Hinten rechts im Bild ist des Weiteren ein Heco "Elan" Subwoofer zu sehen, der neu in unserem Hörstudio eingetroffen ist und sich in Kürze den starken Konkurrenten von Nubert und SVS stellen muss. 

Exakte akustische Analyse
Klanglicher Faktor Denon AVR-2807 Onkyo TX-SR803E Pioneer VSX-AX4AVi-S
Pegelfestigkeit ohne angeschlossenen Subwoofer Der AVR-2807 liefert hier eine brillante Leistung ab. Endlich hat der Harman Kardon AVR-435 einen echten Konkurrenten, denn der Denon geht auch bei hoher Lautstärke immer noch sehr gut. Dem Grenzbereich nähert man sich spät, dann aber deutlich - aus dem gepflegten Klangbild wird dann ein Klangbrei Der Onkyo wirkt zurückhaltender als der Denon, ist aber ebenso pegelfest. Top: Durch seine harmonische Auslegung kann man auch mit normalen Lautsprechern richtig laut und genussvoll mit dem TX-SR803E hören. Plötzlich aber, ist der Grenzbereich erreicht, wird der Onkyo dumpf, zudem fehlt es an Basswucht.  Der Pioneer zieht hier den beiden Konkurrenten davon. Pegel-Probleme kennt er nicht, auch bei großer Lautstärke liefert er einen bärenstarken Bass. Pioneers Power-Bombe verlangt aber nach einem sehr belastbaren Lautsprechersystem, sonst flattern die Membranen. Bis praktisch zur Maximallautstärke keine Dynamikeinbrüche oder sonstige Probleme. 
Pegelfestigkeit mit angeschlossenem aktiven Subwoofer Top - die Subwoofer-Steuerung gelingt dem 2807 vorzüglich. Auch bei hohem Pegel klingt alles wie aus einem Guss. Der Hochtonbereich bleibt mit zusätzlichem Subwoofer länger souverän und überzieht nicht.  Die identischen Eindrücke  - der Grenzbereich verschiebt sich erstaunlicherweise gar nicht so viel weiter nach oben, was sehr für die Leistungsstabilität der Onkyo Endstufen spricht. Nur bei actionreichen Filmen merkt man sofort bei großer Lautstärke gut, dass der Sub nun die Bassarbeit verrichtet. Hat man nur einen vor sich hin blubbernden Blindgänger und keinen "ganzen Kerl" wie unseren Nubert nuLine AW-1500 als aktiven Sub, kann man den Anschluss an Pioneers "Leistungsträger" direkt vergessen -  dann nämlich geht der VSX-AX4AVi-S mit hochleistungsfähigen Standboxen und ohne Sub besser. Mit einem Ausnahmewoofer wie unserem "Nubi" aber schwingt sich der Pioneer zu absoluten Pegel-Höchstleistungen auf, ohne je angestrengt zu wirken. 
Erwärmung deutlich spürbar sehr deutlich spürbar --> Nachbesserungsbedarf normal
Filmton Mehrkanal Sehr leichtfüßige und dynamische Vorstellung. Der Denon schafft eine stimmige Mischung zwischen sorgfältiger Detaileinarbeitung, nach vorn strebendem Antritt und räumlich weiter Wiedergabe. Damit eignet er sich für alle Arten von Filmmaterial gleichermaßen gut, er gibt Stimmen sehr natürlich und vielschichtig wieder, große Effekte managt er mit seinen geschmeidigen, kraftvollen Endstufen souverän. Immer ist der Denon direkt zur Stelle, dieses Gefühl der unvermittelten Arbeitsaufnahme sichert großen Hörspaß. Gerade für eine schöne Surroundanlage im größeren Wohnzimmer eignet sich der problemlose Denon, der mit vielen Lautsprechersystemen glänzend harmoniert, vortrefflich  Der AVR-2807 kann sich bilanzierend praktisch auf einem Level mit dem deutlich teureren Denon AVR-3806 platzieren. Insgesamt Platz 2, der 2807 ist das Gerät mit den wenigsten "Star-Allüren" nicht nur im Testfeld, sondern insgesamt in diesen Preisgefilden.  Der TX-SR803E ist unter den hier vorgestellten Modellen der "Gentleman". Er agiert deutlich vornehmer und zurückhaltender als insbesondere der VSX-AX4AVi-S. Die Struktur, die er ins akustische Geschehen bringt, ist wohl durchdacht und stimmig - definitiv agiert er hier am besten vom gesamten Testfeld. Auch seine Detaillierung überzeugt am meisten, die Hochtonwiedergabe ist am besten gelungen. Seine Stimmwiedergabe zeugt von der absolut sicheren Hand der Onkyo-Ingenieure, denn auch schwierig wiederzugebende Stimmen (z.B. hohe Frauenstimmen) erklingen wohlgeformt und facettenreich. Im Tiefbassbereich lässt er galant Denon und vor allem Pioneer den Vortritt. Besonders der wie ein Sprinter antretende AVR-2807 lässt den Onkyo in Bezug auf die Dynamik hinter sich. Bei der Filmtonwiedergabe kommt der Onkyo zusammen mit dem Denon auf den 2. Platz, braucht aber zur vollen Entfaltung seines Charismas ein hochwertiges, sensibel wiedergebendes Lautsprechersystem.  Sie brauchen keine Eintrittskarte mehr für den THX-dekorierten und mit unzähligen Lautsprechern geschmückten Galasaal des stadtbesten Multiplex-Kinos mehr zu kaufen - wenn Sie den VSX-AX4AVi-S zu Hause haben. Der Pioneer schiebt jede Art von Effektlawine mit unerbittlichem Nachdruck durch den Hörraum und distanziert die beiden Kontrahenten deutlich. Im direkten Vergleich wird der liebevollere, verbindliche Onkyo beinahe zum Statisten degradiert. Der VSX-AX4AVi-S schafft ein sehr weitläufiges Raumgefühl und liefert im Tieftonbereich das mit Abstand beste Testergebnis ab. Eine sehr liebevolle Detaillierung gehört hingegen nicht zu den Stärken des massiv agierenden Pioneer. Insgesamt sichert sich der Pioneer aber mit imposanter Leistung Platz 1 bei der Filmtonwiedergabe, und das sogar mit einigem Abstand: Der VSX-AX4AVi-S ist das einzige Gerät im Testfeld, das zeitgenössische Action- und Sci-Fi-Filme mit extremer Konsequenz bei der Effekt- und Basswiedergabe darstellt. 
Musik Mehrkanal  Der AVR-2807 kann hier dem Onkyo nicht ganz folgen - große Schwächen aber leistet sich der Denon nicht. Er klingt nicht so vielschichtig und detailreich wie der Onkyo, sondern bleibt seinem nicht so ernsten, leichtfüßigen Wesen auch hier treu. Er ist aber weit davon entfernt, so dick aufzutragen wie der Pioneer - der AVR-2807 ist auch hier um Ausgewogenheit erfolgreich bemüht. Platz 2. Mit seiner sensiblen Klangcharakteristik, seinem Streben nach größtmöglicher Harmonie und der ausgezeichneten Fähigkeit zum plastischen Betonen kleiner Einzelheiten sichert sich der Onkyo hier den ersten Platz - so schön klingt kaum ein anderer bezahlbarer AV-Receiver. Daher verdient sich der TX-SR803E eine Extra-Empfehlung für Klassik- und Jazzliebhaber. Platz 1 bei der Mehrkanal-Musikwiedergabe.  Man kann die konsequente Auslegung des Pioneer mögen oder auch nicht - wer das Wesen des VSX-AX4AVi-S schätzt, wird von der Nachdrücklichkeit, der räumlichen Wirkung und der Dominanz über jedes Ausgangsmaterial und jeden orchestralen Einsatz restlos begeistert sein. feingeistige Naturen werden sich mit diesem kraftstrotzenden Modell aber nicht anfreunden können. Sie vermissen kleine Zwischentöne und akustische Verbindlichkeit. Platz 2 zusammen mit dem Denon. 
Surround-Aufpolierer/DSPs Bei den Surround-Aufpolierern sichert sich der AVR-2807 den ersten Platz  - denn nur beim Denon sind PLIIx und Neo:6 gleichermaßen gelungen integriert. Während Neo:6 filigraner und luftiger klingt, ist der Raumeindruck bei PLIIx besser. Zudem ist die Bassgüte bei PLIIx ausgesprochen gut. Bilanz: Besonders die PLIIx Music Integration ist bestens gelungen, hier deklassiert der Denon die Konkurrenz.  Die DSP-Sektion ist voll befriedigend und deutlich besser als bei früheren Denon-AV-Receivern.  Der Onkyo brilliert mit zwei Highlights: Einer lebendig, natürlich und klar klingenden Neo:6 Music Integration und dem erstaunlich detailliert und sauber zu Werke gehenden Orchestra-DSP. DTS Neo:Cinema klingt sehr klar, aber nicht allzu nachdrücklich. PLIIx Music wirkt zu vordergründig, PLIIx Movie agiert im Bassbereich relativ kraftvoll und mit weitläufiger Surround-Klangkulisse. Insgesamt Platz 2 für den Onkyo.  Die PLLIx Wiedergabe des Pioneer überzeugt im Music-Modus nich, klarer letzter Platz.  Zu dick aufgetragen wirkt der Mitteltonbereich, was der gesamten Darstellung Homogenität raubt. Auch der druckvolle Bassbereich kann diese Scharte nicht wieder auswetzen. PLIIX Movie überzeugt deutlich mehr, mit kraftvollem Fundament und räumlicher Dichte können hier gute Ergebnisse erzielt werden. Neo:6 Cinema wirkt etwas fade, während Neo:6 Music prima agiert: Dynamisch und souverän. Die Pioneer DSPs sind insgesamt die besten im Test. Insgesamt Platz 2 zusammen mit dem Onkyo. 
Stereo-Wiedergabe Der Denon kommt nicht an den Onkyo heran - mit seiner leichtfüßig-legeren Art wird er aber auch seine Liebhaber finden. Der Denon macht einfach gute Laune, er nimmt nichts zu ernst, schludert aber trotzdem nicht bei der Darstellung von kleinen Einzelheiten. Bilanzierend eine gefällige Auslegung, die vielen gefallen dürfte. Platz 2.  Hier gewinnt der Onkyo mit überraschender Souveränität. Klar, harmonisch, detailreich, dazu der beste Bühnenaufbau - das reicht für den Sieg in dieser Disziplin. Dem TX-SR803E kann man problemlos stundenlang zuhören, nie nervt oder stört er, und wenn man ganz genau lauscht, entdeckt man, dass der Onkyo die mit Abstand charismatischste Wiedergabe ermöglicht.  Eine gefühlvolle Stereowiedergabe ist nicht unbedingt die große Domäne des kraftvollen Pioneer. Er muss sich mit seinem etwas unförmigen, sehr massiven Auftritt dem sehr geschliffen auftretenden Onkyo ebenso beugen wie dem leichtfüßig wirkenden AVR-2807 - Platz drei für den VSX-AX4AVi-S. 
Fazit Direkt "vergleichen" kann man die drei Kandidaten nicht. Jeder fasziniert auf seine Art und Weise und ist aus akustischer Sicht alles andere als ein Fehlkauf - wenn man seine eigenen Prioritäten kennt. Der AVR-2807 ist das Gerät, mit dem der normale Hörer, der u.U. auch über nicht allzu viele Erfahrungen verfügt, am wenigsten falsch machen kann. Er klingt dynamisch und frisch, ohne es an Nachdruck missen zu lassen. Die hohe Ausgewogenheit ohne irgendeinen Einbruch ist sein großer Trumpf, das wird ihm viele Käufer bescheren.  Der Onkyo ist der Schöngeist und der Anspruchsvolle unter den Testgeräten. Er spricht vor allem Musikliebhaber an, die für vergleichsweise wenig Geld schon in überraschend guter Qualität Klassik oder Jazz hören wollen. Mit seiner erstklassigen Stimmwiedergabe und der harmonischen Gesamtklangkulisse macht der TX-SR803E auch dialogorientierte Filme zu einem Erlebnis. Er stellt weniger einen unbändigen Antritt und das Zeigen größer Kraft in den Mittelpunkt, sondern eher Harmonie, Gefälligkeit und die plastische Detaillierung.  Der Pioneer ist ein Extremist - das aber mit verblüffender Ehrlichkeit und letzter Konsequenz. Nie wird er sich untreu, stets beweist er, dass Nachdrücklichkeit, Vehemenz, räumliche Dichte und unbändiger Vorwärtsdrang seine Steckenpferde sind. Er ist der einzige der drei Testkandidaten, der in Bezug auf die Kraft und Effektgewalt bei der Heimkinowiedergabe schon an die Tür zur Bolidenliga klopft. Für Effekt- und Bassliebhaber ist der VSX-AX4AVi-S somit die erste Wahl. Nicht zu empfehlen ist der gewaltige Siebenkanal-Receiver für sensible Naturen. 

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