Denon AVR-2807, Onkyo TX-SR803E und Pioneer VSX-AX4AVi-S im Vergleich (2/10)
Verarbeitung/Anmutung:

Tadellose Passung der Frontplatte beim AVR-2807

Wie auf dem Bild gut zu erkennen ist, überzeugt auch die
Frontplatte des TX-SR803 durch die ausgezeichnete Passqualität

Der VSX-AX4AVi-S enttäuscht ebenfalls nicht, nur im Bereich
des Displays ist die Passung nicht 100 % perfekt
a) Frontplatte: Alle Frontplatten sind sauber eingepasst und nicht zu dünn.
Die Passgenauigkeit ist im direkten Vergleich bei Onkyo am besten. Das Materialqualität ist beim Pioneer am hochwertigsten, dafür - wenn auch auf hohem Level – bietet der VSX-AX4AVi-S die schlechteste Passung (Bereich Display).

Der Lautstärkedrehregler des AVR-2807

Hier der sehr gute Regler des Onkyo

Dieses Bild zeigt den ausladenden, bolidenartigen Drehregler
des VSX-AX4AVi-S
b) Lautstärkedrehregler: Onkyo TX-SR803E punktet mit sauberstem Lauf und angenehmen Widerstand. Anfassqualität und Optik
sind hier am besten, obwohl der Regler am flachsten ist. Der Pioneer bietet eine massive Qualität, eiert aber leider. Denons Regler hat die bessere Führung, wirkt aber in Bezug auf das Material nicht so edel. Daher: Platz zwei für Denon und
Pioneer.

Nicht optimal ist die Klappe des Pioneer, denn der Kern
besteht aus Kunststoff, nur die Beplankung ist aus Aluminium

Der Öffnungsmechanismus ist beim TX-SR803E am besten

Vollmassiv und robust ist die Denon-Frontklappe
c) Frontklappe: Der Onkyo hat den präzisesten Öffnungsmechanismus mit klar definiertem, ergonomischen Druckpunkt. Kleiner Nachteil: Die Seitenführungen aus Plastik wirken etwas billig, die Klappe selber ist nicht allzu dick. Der Denon verliert beim undurchdachten Öffnungsmechanismus Punkte, gewinnt aber durch die vollmassive Ausführung der Klappe viele
Sympathien zurück. Klarer Verlierer hier: Der VSX-AX4AVi-S. Die Klappe ist nur mit Alu beplankt, innen besteht sie aus Kunststoff. Zudem sitzt sie am lockersten. Der Öffnungsmechanismus ist nicht besser als beim AVR-2807.
d) Restliche Bedienelemente: Beim Pioneer fällt der sehr große Regler für
die Input-Wahl mit Rasterung direkt auf. Leider eiert auch dieser Regler spürbar.
Die sehr aufgeräumte Frontansicht ist als positiv zu bewerten. Auch die Bedienelemente unter
der Frontklappe punkten: Sie sind zwar aus Plastik, aber sauber verarbeitet und
gefallen mit gutem Druckpunkt. Negativ: Auch das Board, auf dem die Bedienelemente
unter der Klappe sind, besteht auch aus Kunststoff. Die restlichen Bedienelemente auf der Frontplatte sind auch aus Kunststoff. Hier stört das kleine Spiel.
Nun zum Denon: Auch hier sind die Bedienelemente und das Board unter der Klappe aus Kunststoff. Die Verarbeitung ist
o.k., aber nicht überdurchschnittlich. Die außerhalb der Klappe angebrachten Bedienelemente haben leichtes Spiel und sind auch aus Kunststoff. On/Off und Standby sind aus Metall. Gut: Denon und Onkyo haben
beide einen richtigen Netzschalter, schlecht: Der Pioneer bietet nur einen Standby-Knopf.
Kleiner Minuspunkt beim Onkyo: Weniger aufgeräumte Front mit Direktwahltasten, dies
sorgt für eine etwas angestaubte Optik. Die Direktwahltasten sind aber sehr gut verarbeitet. Die Bedienelemente unter der Klappe fühlen sich
beim TX-SR803E sehr gut an und haben einen tadellosen Druckpunkt. Praktisch kein störendes Spiel ist feststellbar. Ausfräsungen
im Bereich des Front-AV-Eingangs sind leider nur als unterdurchschnittlich zu
bezeichnen.

Die Gerätestandfüße des Onkyo wirken billig

Edle Standfüße beim Pioneer

Auch die Standfüße des 2807 überzeugen
e) Standfüße: Die Standfüße des Pioneer sind silbern und angemessen groß, aber aus Kunststoff.
Positiv: Sauber eingepasste Gummidämpfer. Beim Denon können die Füße ebenfalls überzeugen, wirken sehr robust, aber nicht so edel wie beim Pioneer. Die Onkyo Standfüße haben Spiel, und wirken in schwarzem Kunststoff am
billigsten.

Hochwertiges Chassis beim VSX-AX4AVi-S

Alles ist sichtbar aufwändiger gestaltet und verschraubt als
bei den beiden Mitwettbewerbern

Gut sichtbar sind die zusätzlichen Verstrebungen, die
Verwindungen vermeiden

Schlichter geht es beim Chassis des Onkyo zu, und auch der
Denon ist einfacher gehalten
f) Chassis/Gehäusedeckel/Seitenteile: Die Deckel von Denon und Onkyo sowie Pioneer sind alle billig und verwinden sich deutlich. Der beste Deckel ist immer noch der vom 2807. Was das Chassis angeht, beweist der Pioneer eindrucksvoll, dass er das teuerste Gerät ist – ein Chassis beinahe wie bei einem Boliden. Verstrebungen sorgen für Steifigkeit, die Materialqualität ist am besten. Der Unterboden ist am hochwertigsten verarbeitet. Zudem ist der VSX-AX4AVi-S mit Abstand am sorgfältigsten verschraubt. Der Onkyo und der Denon fallen merklich ab in Bezug auf das Chassis. Daher merkt man deutlich, dass diese beiden Modelle günstiger im Kaufpreis sind.
Der nochmals günstigere Denon zeigt allerdings nirgendwo ein geringeres Niveau
als der 200 € teurere Onkyo - lobenswert.

Exzellent: Keine Schwachpunkte beim zweizeiligen, hochwertigen Denon-Display

Die billig wirkende schwarze Blende rund um das Display stört
beim TX-SR803E

Das Pioneer-Display überzeugt durch die hervorragende
Ablesbarkeit. Auch wirkt es sehr edel.
g) Display: Sieg für das schön auflösende, 2-zeilige
Display des AVR-2807. Hier gibt es nichts zu kritisieren, sondern nur zu loben.
Nur knapp dahinter folgt das Pioneer-Display mit ausgezeichneter Ablesbarkeit. Der
TX-SR803E zeigt hier völlig unverständlich eine deutliche Schwäche - was eher
mit dem "Umfeld" als mit dem eigentlichen Display zu tun hat. Im
Gegensatz zum Onkyo TX-SR703E ist eine
billig aussehende schwarze Blende rund um das Display befestigt - kein
überzeugender optischer Vorschlag zum Thema Frontplattengestaltung.
h) Gesamte Optik: Am meisten her macht mit Abstand der Pioneer, der allerdings auch am teuersten ist. Der Denon ist der Günstigste, wirkt aber
stattlicher und eleganter als der Onkyo.

Drei unterschiedliche Ansätze zum Thema Fernbedienung, von
links nach rechts: Beim AVR-2807 geht es recht bunt zu, die gesamte Optik wirkt
nicht besonders edel. Beim Onkyo wird ein völlig anderes Konzept verfolgt:
Solide, zurückhaltend und mit einem Schuss Noblesse. Die Pioneer-Fernbedienung
ist überfrachtet, Pluspunkt ist aber das LC-Display
i) Fernbedienungen: Aus qualitativer Sicht Verlierer ist die Denon-Fernbedienung, die mit ihren kunterbunten Farben und dem einfachen Plastik
nicht sonderlich seriös wirkt. Zudem stört das viel zu weit unten platzierte Navigationskreuz. Die Tasten sind zu weich, wackelig und haben keinen klar
definierten Druckpunkt. Auch die Pioneer-Remote kann nicht viele Punkte sammeln. Vor allem behagt uns nicht, dass auch das 399 €-Modell
VSX-915 die gleiche Fernbedienung mitbringt. Gut ist das kleine LC-Display, die kleinen, zu zahlreich vertretenen Tasten (allerdings mit gutem Druckpunkt) und die verwirrende Beschriftung kosten ebenso Punkte wie die bescheidene Materialqualität. Klarer Sieger: Die Onkyo-Fernbedienung ist am stabilsten. Die Tasten könnten aber auch hier etwas weniger wackeln. Ergonomisch und qualitativ
trotzdem Platz 1 für Onkyo.

Nichts fürs Auge: Die Einmessmikrophone (von links: Onkyo,
Denon, Pioneer) wirken billig

Denon und Pioneer verfügen über einen vergoldeten
Mikrophonstecker, der des Onkyo ist verzichtet über den Goldüberzug
j) Einmessmikrophone: Hier bekleckert sich niemand mit Ruhm. Alle drei Mikros wirken optisch und haptisch billig. Wenigstens kokettieren Pioneer und Denon mit vergoldeten 3,5 mm Miniklinkensteckern. Insgesamt darf der Käufer hier mehr als das gezeigte Niveau erwarten.
Fazit:
Insgesamt überzeugen alle AV-Receiver mit handfesten Vorteilen,
jeder leistet sich aber auch peinliche Schlappen. Daher küren wir hier keinen
Sieger.
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