TEST: Audio Analogue Verstärker/CD-Player "Primo" (2/2)
Anschlüsse

Die Anschlussauswahl überzeugt eher durch Qualität
(bezüglich der Ausführung) als durch Quantität (allzu viele Anschlüsse sind
nicht vorhanden)

Für einen kleineren Gerätepark reichen die
Anschlussmöglichkeiten am Primo Vollverstärker aus

Der CD-Player (oben) verfügt auch über einen koaxialen
Digitalausgang

Die großen Lautsprecherkabel-Anschlussterminals lassen sich
leichtgängig öffnen
Die Anschlusssektion überzeugt durch sauber eingepasste
Terminals und hohe Kontaktsicherheit - eine besonders reichhaltige Bestückung
hingegen kann nicht erwartet werden. Gesamtnote: Gut.
Klang

Sogar an den Aurum Titan VII haben
wir die kleinen Audio Analogue-Komponenten betrieben

Soviel zum Thema "Größenunterschied": Das
Primo-Doppel auf den Denon Highend-Komponenten PMA-SA1/DCD-SA1

Eine entsprechend hochwertige Verkabelung sorgt dafür, dass
man sich voll und ganz auf die Qualitäten der Audio Analogue-Komponenten
konzentrieren kann. Wer wenig vom Kabel-Zauber hält - keine Sorge: Ein solches
"Oversizing" wie auf dem Bild betrieben ist überhaupt nicht nötig.
Wir haben lediglich überdimensioniert, um sozusagen gegen
"Einsprüche" wg. Kabeln immun zu sein. Gut verarbeitete
Mittelklasse-Kabel reichen für diese Komponenten absolut aus. Danach wächst in
erster Linie der Kaufpreis der Kabel, der akustische Nutzen ist aber kaum
spürbar.

Auch eine sehr hochwertige Netzleiste kam bei uns zum Einsatz
- für die Praxis empfehlen wir, von absoluten Billig-Netzleisten für ein paar
EUR nachhaltig abzusehen. Aber - ein Vermögen muss niemand in eine Netzleiste
stecken. Bereits einfache Modelle von Oehlbach oder Brennenstuhl genügen
vollauf und reißen keine Löcher ins Budget.
Akustisch waren wir vor allem vom Primo Hybridverstärker voll
und ganz angetan. Dieses kompakte Modell zeigt deutlich, dass es die
verschiedensten Ansprüche auf hohem Niveau miteinander vereinen kann. Zunächst
als Vorzug zu nennen wären die vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten. Der
Primo Cento wertet relativ günstige Schallwandler nachhaltig akustisch auf,
gleichzeitig aber präsentiert er selbst im Zusammenspiel mit edlen
Highendlautsprechern gekonnt seine Tugenden. Wir haben - um diese These zu
unterfüttern - sogar nicht davor "zurückgeschreckt", unsere Aurum Titan VII
mit dem Primo Cento VT zu verbinden. Das Ergebnis ließ wahrhaftig aufhorchen:
Die Souveränität, mit der der Primo Cento vorging, verblüffte uns. Bei
verschiedenen Stücken Andrea Bocellis (von den CDs "Sentimento" und
"Romanza") bot er eine vorzügliche Präsentation. Der Bühnenaufbau
war präzise und vielschichtig, die Stimme Bocellis ertönte klar und direkt.
Die Differenzierung der Stimme von den Instrumenten war ebenfalls ausgezeichnet,
trotzdem war das gesamte Stück als eine Einheit wahrnehmbar. Selbst mit
schwierigen Instrumenten wie der Geige hat der Primo keinerlei Probleme. Durch
die angenehm runde, leicht warme Gesamtcharakteristik wirkt das Gebotene auch
bei erhöhter Lautstärke nie schrill oder spitz. Gerade die Wiedergabe der
Geige - ebenso verhält es sich mit hohen Frauenstimmen - droht leicht, ins
Aggressiv-Unangenehme abzudriften.

Italienischer Chic, gekonnte Akustik - die Primo-Komponenten
konnten uns begeistern, ganz besonders der Cento VT Verstärker
Trotz der leicht warmen Charakteristik leidet nicht die Brillanz
- dies ist ein besonderes Merkmal aller uns bekannten Audio Analogue-Komponenten,
auch der ganz großen "Maestro"-
Vor-/Endstufenkombination. Bei Johann Strauß' weltberühmten Walzern
"Kaiserwalzer" und "An der schönen blauen Donau" läuft der
Primo Cento VT ebenfalls zu großer Form auf. Das Besondere am italienischen
Hybridverstärker ist, dass sich eine breite potentielle Zielgruppe von der
angenehmen, dabei aber gleichzeitig lebendigen Wiedergabe sehr angesprochen
fühlen dürfte. Exotische Charakteristika wie eine sehr stark betonte
Mitteltonwiedergabe oder ein sehr prägnanter Hochtonbereich sind beim Primo
Cento VT nicht zu finden, vielmehr zeichnet sich das Klangbild durch
Homogenität aus, welche durch die praktisch nahtlosen Übergänge vom Hoch- in
den Mitteltonbereich und vom Mittelton- und den Bassbereich gekennzeichnet ist.

Der Primo Cento VT Verstärker begeistert mit seinem vollen
und gleichzeitig lebendigen Klang
Auch bei Ludwig van Beethovens "Pastorale" sind die
Resultate sehr ansprechend. Die muntere Stimmung des ersten Satzes kommt so
ausgezeichnet zur Geltung. Die volle, reichhaltige Wiedergabe des Cento VT
harmoniert vorzüglich mit Beethovens Musik. Wiederum überzeugt auch die
Einarbeitung kleiner Nuancen, die zum einen sorgfältig ausfällt, zum anderen
aber die Harmonie der gesamten akustischen Architektur nicht durch übertriebene
Hervorhebung stören. Die Streicher erklingen wohltemperiert und schwungvoll,
der Hörer kann hier mit Genuss konsumieren und hat die Wahl: Entweder, er hört
genau hin und erfreut sich an der umfangreichen Modellierungsarbeit, oder aber
er liest nebenbei und ist begeistert vom Integrationsvermögen und vom relaxten,
unaufgeregten Spiel des kleinen italienischen Verstärkers.

Hohe Leistungsfähigkeit des Primo Verstärkers dank
hochwertigem Innenleben
Und wie verhält es sich mit dem CD-Player? Dieser bietet ein
gut zum Verstärker passendes akustisches Profil. Allerdings kann der
Verstärker bezüglich Detaillierungsarbeit und Feindynamik mehr, als der
CD-Spieler anliefern kann. Dies haben wir ermittelt, indem wir hochwertige
CD-Player von Denon, NAD und Marantz angeschlossen haben - die dem Verstärker
eine noch facettenreichere Wiedergabe entlocken konnten. Für seine Preisklasse
sind die Leistungen des Primo-Players schon jetzt ordentlich, wir versprechen
uns aber vom neuen Hybrid-CD-Player nochmals einen deutlichen Sprung nach vorn.
Das Angenehme, Runde, leicht Warme, verbunden aber mit einer hervorragenden
Detaileinarbeitung, wird der neue, 990 € kostende Hybridspieler bestimmt noch
gekonnter offen legen. Der einfachere, von uns getestete CD-Player würde wohl
besser zum normalen Primo-Verstärker in reiner Transistorbauweise passen.

Der Primo Cento VT spielte selbst mit dem DCD-SA1
CD/SACD-Player aus dem Hause Denon ausgezeichnet zusammen
Daher können wir die absolut erstklassigen Zensuren, die wir
dem Verstärker erteilten - selbst mit dem Highend- DCD-SA1
CD/SACD-Player aus dem Hause Denon war das Zusammenspiel überragend - nicht auf
den CD-Player übertragen. Dieser sichert sich zwar auch eine ansprechende
Gesamtbewertung - was auf die saubere räumliche Abbildung, die präzise
Mitteltonwiedergabe und den angenehmen Bassbereich zurückzuführen ist - aber
die Leistungen sind in Anbetracht des Kaufpreises nicht überwältigend. Dies
ist ohne Zweifel beim Primo Cento VT Verstärker der Fall: Er spielt akustisch
weitaus teurere Kontrahenten an die Wand, und selbst AV-Verstärker der
Bolidenklasse ziehen gegen das italienische Zweikanal-Talent den Kürzeren. Man
muss kein besonders erfahrener Hörer sein, um sich nachhaltig von den Talenten
des Cento VT begeistern zu lassen, und man muss auch keine besonders
anspruchsvolle Musik hören, um Begeisterung aufkommen zu lassen. Selbst dann,
wenn wir unsere "Sunshine Live"-Classiscs einlegen und unseren
"Lieblings-Hymnen" aus den Genres Trance und Techno lauschen, sichert
sich der Primo Cento überragende Zensuren - der kleine Verstärker kann
nämlich enorm kräftig zupacken und zeigt schamlos manchem richtig
"großen" Vollverstärker die Rücklichter. Der Marantz PM-11S1
beispielsweise wirkt bei hohen Lautstärken nicht so gelassen und souverän wie
der kleine Italiener. Das konsequente, hochwertige Layout zeigt also auch
Wirkung - hohe Pegel und ein großer Dynamikumfang sind die hörbaren Vorteile.
Bei den Stücken der "Sunshine Live Classics" brilliert auch der
Bassbereich, der ein erstaunliches Volumen aufbaut, die Weitläufigkeit der
Darbietung ist ebenfalls lobend hervorzuheben. Gerade kleinen Verstärkern geht
sonst gern rasch die Luft aus, die Folgen sind ein von der Dynamik her
beschnittener Klang und eine Akustik, die sich nicht von den Boxen löst,
sondern nur in deren Nähe einigermaßen dicht und durchdringend ist.
Fazit

Prima, Primo: Mit dem Cento VT kann Audio Analogue ein
grandioses Testergebnis feiern. Der CD-Player ist zwar gut, der Verstärker kann
aber mehr als der Spieler
So baut man Verstärker: Klein, kompakt, edler Aufbau,
gepflegte, für einen breiten potentiellen Käuferkreis interessante Akustik und
ein absolut fairer Preis. Kein Wunder, dass der Primo Cento VT unsere
Stereoverstärkerreferenz bis 1.000 € wird. Der dazugehörige CD-Player kann
angesichts solcher Leistungen nicht mithalten. Zwar kann er sich dank seines
ausgewogenen Klangs und der soliden Verarbeitung ein "sehr gut"
sichern, für den erheblichen Preis von 700 € aber zeigt kein weit
überdurchschnittliches Leistungsprofil. Mehr versprechen wir uns vom neuen
Hybrid-CD-Player der Primo-Serie, den wir bald unter die Lupe nehmen
werden.
Der Primo Cento VT begeistert auf der ganzen Linie:
Gefälliger und gleichzeitig mitreißender Klang, hervorragende Verarbeitung und
fairer Kaufpreis. Der dazugehörige CD-Player punktet mit seinem ausgewogenen
Klang und seinem eleganten Auftreten, weit überdurchschnittlich sind seine
Leistungen jedoch nicht

Audio Analogue Primo VT
Stereo-Vollverstärker bis 1.000 €
Preis-/Leistungsverhältnis          

Audio Analogue Primo CD-Player
CD-Player bis 1.000 €
Preis-/Leistungsverhältnis          
Verstärker:
+ Sehr elegante Optik
+ Außerordentlich hochwertiges inneres Layout
+ Sehr kraftvoller Antritt und hohe Pegelfestigkeit
+ Angenehmer, runder und leicht warmer Klang
+ Sehr gute Detaillierung
+ Weitläufige, souveräne Darbietung
- Einfache Gerätestandfüße und fest integriertes Netzkabel
CD-Player:
+ Ausgewogener, angenehmer Klang
+ Sehr guter räumlicher Aufbau
+ Sehr hochwertige Verarbeitung
- Im Vergleich zum Verstärker nicht ganz so leistungsstark
Testaufbauten: Thomas Hermsen
Test und Redaktion: Carsten Rampacher
26. September 2006
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