Features
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Satelliten-Auswahl und DiSEqC-Unterstützung: Der Humax PR-HD1000 unterstützt DiSEqC 1.2 für den Betrieb an einem
DiSEqC-Schalter mit maximal vier Positionen oder einer Motor-Drehanlage. Erst
ist damit für den Empfang mehrerer Satelliten wesentlich besser vorbereitet als
der Pace DS810, der maximal die Nutzung von zwei verschiedene Satelliten
erlaubt. Besitzer einer Rotor-Antenne können diese auch über das USALS-Protokoll
steuern. USALS soll dafür sorgen, dass nach Eingabe des örtlichen Längen- und Breitengrades die Antenne automatisch auf die richtige Position gedreht wird.
Unser Testgerät erlaubte allerdings keinerlei Steuerung der Antenne. Beim Wechsel zwischen Multiswitch auf eine Drehanlage gehen zudem sämtliche zuvor abgespeicherten Programme verloren.
Diese Probleme dürften aber mit einem Firmware-Update behoben werden können.
Das Problem war bis zum Zeitpunkt des Tests allerdings noch nicht bei Humax bekannt.
Die Satellitenliste umfasst bis auf wenige Ausnahmen so gut wie alle Satelliten,
die sich in Europa empfangen lassen.
Neue Satelliten lassen sich nachträglich hinzufügen und auch mit eigenen Namen
versehen. Bei der Suche nach den verschiedenen
HDTV-Tests, die man neben Astra 19.2° Ost u.a. auch auf 1° West oder 5° West
finden kann, fiel auf, dass die Frequenzen dieser HDTV-Übertragungen noch nicht
in der Frequenzliste des Receivers zu finden waren. Neue Transponder lassen sich
aber für jeden Satelliten manuell neu anlegen.
Der Humax wird ohne vorprogrammierte Programmliste ausgeliefert. Ohne bereits
installierte und korrekt ausgerichtete Antenne lässt sich der Receiver
entsprechend schlecht in Betrieb nehmen. Zur Feinabstimmung der
Antennenausrichtung gibt es aber für jeden Sat-Transponder im Suchlauf-Menü
eine grafische Anzeige der Signalstärke und Signalqualität.
Das Suchlauf-Menü ist sehr komfortabel gestaltet und bietet viele verschiedene Optionen. Für einen Suchlauf aller frei empfangbaren Sender auf Astra benötigte der Humax fünf Minuten und 34 Sekunden.
- Lippensynchronität: Bei längeren Kabelverbindungen kann es gerade in
Verbindung mit HDMI zu leichten zeitlichen Differenzen bei der Übertragung
von Bild und Ton kommen. Der Humax bietet die Möglichkeit, die
Tonausgabe entsprechend anzupassen und eine Verzögerung
einzustellen, um die Verschiebungen wieder auszugleichen. Die
Einstellmöglichkeit erscheint, sobald man länger als drei Sekunden die
"Stumm"-Taste auf der Fernbedienung drückt. Für die Anpassungen
ist allerdings nicht viel Zeit möglich, da das Menü ohne aktive Eingabe wieder
sehr schnell verschwindet.
- Bildformate: Der Humax-Receiver erlaubt die HDTV-Bildausgabe
in insgesamt drei verschiedenen Formaten. Neben den
HDTV-Formaten 1080i und 720p kann das Bild auch in 576p
dargestellt werden. Sämtliche Bildformate, die der Receiver empfängt, lassen sich in eine dieser drei Auflösungen hoch- oder runterskalieren.
HDTV-Bilder werden von bislang sämtlichen Programmen und Tests, die in
Europa via Satellit zu empfangen sind, in 1080i ausgestrahlt. Über die V-Format-Taste auf der Fernbedienung lassen
sich die verschiedenen Auflösungen nacheinander durchschalten. Laut
Datenblatt werden auch 720 x 480 Pixel (NTSC) als Auflösung unterstützt.
Der "Pentagon Channel" aus dem AFN-Paket auf 13° Ost, eines der
wenigen Programme in NTSC-Auflösung, dass sich in Europa empfangen lässt,
wurde allerdings stark ruckelnd mit PAL-Farbträger über S-Video
ausgegeben. Eine PAL/NTSC-Umschaltmöglichkeit für Fernseher ist auch nicht
vorhanden. Dabei erlaubt das Multivoltage-Netzteil erlaubt laut
Bedienungsanleitung zumindest einen weltweiten Betrieb mit 50/60 Hz und Spannungen von 90-250
Volt.
- EPG:
Der seit Jahren bei Humax-Receivern bekannte Programmführer wird beim PR-HD1000 in einer verbesserten Variante
angeboten: Großer Pluspunkt ist die Möglichkeit, neben einer parallelen Programmübersicht mehrerer Sender auch das Programm eines einzelnen Senders mit dessen Zeitverlauf anzusehen.
Die Informationen sind gut ablesbar und werden optisch ansprechend
präsentiert. Leider sind die EPG-Ladezeiten etwas lang. Die Informationen zur aktuellen und folgenden Sendung werden
zwar schnell angezeigt, etwas länger dauert es aber meist, bis auch Informationen zu späteren Sendungen gezeigt werden.
Bedienung
Die robuste und große Fernbedienung wird im typischen Humax-Design präsentiert und liegt sehr gut in der Hand. Bis auf die unteren Tasten lassen sich sämtliche Tasten direkt aus einer Hand erreichen.
Das blaue Geräte-Display des Humax zeigt in Dot-Matrix-Auflösung den Namen des aktuellen Senders an und bietet sogar noch Platz zur Darstellung der aktuellen Uhrzeit. Das Display ist ausreichend groß, um diese Informationen auch noch aus einem größeren Abstand ablesen zu können. Damit eignet sich der Humax auch hervorragend als Radio-Receiver.
Die On Screen-Menüs sind moderner gestaltet als bei bisherigen
Humax-Receivern und sehen mit ihren dreidimensional wirkenden Buttons sehr
professionell aus.
Während der Pace-Receiver für das Einschalten sehr viel Zeit benötigt,
zeigt der Humax nach dem Einschalten aus dem Standby-Betrieb schon nach drei
Sekunden die ersten Bilder. Lediglich nach dem Einschalten über den festen
Netzschalter auf der Rückseite des Geräts benötigt der Humax rund 22 Sekunden
zum Start.
Beim Umschalten nimmt sich der Humax zwar weniger Zeit als der Pace, ist
dabei aber auch nicht wirklich schnell. Der Wechsel zwischen zwei HDTV-Programmen dauert im Schnitt rund 3.5 Sekunden, bei normalen PAL-Sendern sind es rund 2.5 Sekunden.
Das Sortieren der Programme ist sehr einfach, aufgrund der
Premiere-Zertifizierungs-Vorgaben aber auch nicht ohne Einschränkungen
möglich, weil die Plätze 100-199 für Premiere-Programme reserviert sind, die
sich weder verschieben noch löschen lassen. Was das Ganze noch ärgerlicher
macht: Neben den Premiere-Sendern sind ab Platz 136 aber auch zahlreiche andere Programme zu finden, die nicht zu Premiere gehören.
Das Editieren der Programme ist ansonsten aber sehr einfach und man kann bis zu fünf Favoriten-Listen anlegen.
Empfang und Bildqualität
Der Humax-Receiver verfügt über einen sehr empfindlichen Tuner. Selbst schwache Signale
z.B. von den Satelliten Astra 2D oder Nilesat werden gut empfangen und die
Programme störungsfrei dargestellt. Für den Empfang der HDTV-Programme ist
auch keine übermäßig große Antenne erforderlich: Wir konnten sogar mit einer
schnell per Hand ausgerichteten 35 cm-Antenne das gesamte Programmangebot von
Premiere HD empfangen. Das dürfte gerade für Haushalte interessant sein, die
prinzipiell einen Kabelanschluss nutzen, aber in denen die Installation einer
kleinen Satelliten-Antenne auf dem Balkon möglich ist. Denn auch mittel- bis
langfristig ist davon auszugehen, dass das HDTV-Angebot via Satellit größer
sein wird als im Kabel und Kabelnutzer bei der Aufschaltung neuer Programme
länger warten müssen, um diese sehen zu können. Geplante HDTV-Angebote wie
sie z.B. die BBC noch in diesem Jahr plant, werden aus lizenzrechtlichen
Gründen mit ziemlicher Sicherheit ohnehin nie im deutschen Kabel zu sehen sein.
Die Bildqualität der HDTV-Sender ist sehr gut. HDTV-Bilder von
Fußball-Spielen auf "Premiere Sport HD" präsentiert der Humax detailreich und plastisch.
Kleinere Störungen im Bild wie Artefakte lassen sich bei den HDTV-Sendern
praktisch nicht ausmachen. Auf jeden Fall sollte man auch ausprobieren, ob das Bild im
720p-Modus oder in 1080i besser aussieht, wenn es ohnehin vom Anzeige-Gerät
herunterskaliert werden muss. Denn ist die Qualität des im verwendeten Display
eingesetzten Scalers besser als die der recht simplen Scalers des
Humax-Receivers, so lohnt es sich, das Bild direkt in 1080i auszugeben und erst
vom Anzeigegerät skalieren zu lassen. Während beim HDTV-Projektor Hitachi
PJ-TX200 zwischen 720p und 1080i zu sehen war, zeigte ein Pioneer-Plasma in
1080i wesentlich mehr Details.
Selbst dann, wenn man sich „Premiere HD“ auf einem einfachen Fernseher
herunterskaliert nur mit PAL-Auflösung anschaut, sehen die Bilder immer noch besser aus als die der meisten herkömmlichen TV-Programme in Standard-Auflösung.
Bei herkömmlichen PAL-Programmen in DVB-S ist die Bildqualität (ebenso wie
beim Pace-Receiver) aber nicht besser als über einen herkömmlichen Sat-Receiver über RGB oder
S-Video. Viele normale Sat-Receiver bieten bei PAL-Ausstrahlungen sogar eine
bessere Bildqualität. Hier hätte man prinzipiell wesentlich mehr erwarten können. Denn der
bereits vor langer Zeit getestete HDTV-Sat-Receiver Quali-TV
QS 1080IR bot selbst bei normalen PAL-Programmen ein deutlich schärferes
Bild als die meisten herkömmlichen Sat-Receiver.

Preis-/Leistung:          
Fazit
Der Humax PR-HD1000 bietet die Features, die man von einem Sat-Receiver
dieser Preis-Klasse erwarten kann. Er ist wesentlich flexibler für den Empfang
mehrerer Satelliten vorbereitet und bietet ein sehr gutes Bedienkonzept und
darüber hinaus auch modern gestaltete On Screen-Menüs, bei denen sich man ein
Hersteller ruhig etwas abgucken könnte.
Die Bildqualität der HDTV-Programme ist sehr gut, wenn auch das Bild nicht
ganz so scharf ist wie das des Pace DS810. Der empfindliche Tuner empfängt selbst schwache Signale noch ohne Probleme.
Die verschiedenen kleinen Schwächen sollten sich über ein Firmware-Update ausmerzen lassen. Dazu gehören neben der teilweise auftretenden Probleme mit HDCP-geschützten HDMI-Verbindungen
und einer nicht funktionierenden Rotor-Steuerung ebenso wie beim Pace-Receiver die sporadisch auftretenden Bildaussetzer.
Pro:
- Gut ablesbares Geräte-Display mit Sendernamen-Anzeige
- Sehr guter Empfang
- Hohe Bildqualität
- Optisch ansprechende On Screen-Menüs
- Übersichtlicher EPG
Contra:
- Probleme bei HDCP-verschlüsselten Verbindungen über einen AV-Receiver
- Fehlerhafte Motorsteuerung
- Kein koaxialer Digitalausgang
- Einschränkungen bei der Sortierung der Programmliste
- Teilweise lange EPG-Ladezeiten
- Sporadische Bildaussetzer
Features im Überblick
# Gleichzeitiges Abspielen von einer Sendung über HDMI, YPbPr oder Scart
# Anschlüsse: HDMI (HDCP), YPbPr, 2 Scart, S/PDIF, RCA
# Formatauflösung: 1080i, 720p, 576p
# DVB-S2 und DVB-S kompatibel
# Sendersortierung numerisch, alphabetisch, nach TV/Radio, Satellitengruppe und FTA (frei empfangbare Programme)
# Timer-Funktion (gekoppelt mit EPG) ermöglicht u.a. Ein- und Ausschalten zu festgelegten Zeiten
# Unterstützung des Jugendschutzes
# Erweiterte Informationsanzeige mit ausführlichen Programminformationen
# Kindersicherung (Sperren des Systems, Sperren aller Kanäle)
# Einteilen der Sender in persönliche Kategorien
# Komfortable Sendersuche
# Automatische Softwareaktualisierung
# DiseqC 1.0, 1.2, USALS
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