Test: Yamaha DVD-S557 (1/2)
23.08.2005 (cr)
Overview
Bereits der Yamaha DVD-S550
konnte im Test überzeugen, musste
sich damals aber dem Pioneer DV-470
knapp geschlagen geben. Nun hat Yamaha beim
Nachfolger DVD-S557 Feintuning betrieben, um weiterhin an der Klassenspitze ein
Wörtlichen mitreden zu können. Besonders preisgünstig ist der
Progressive-DVD-Video-Player nicht: 169 € lautet die unverbindliche
Preisempfehlung. Ist der flache DVD-Spieler sein Geld wert?
Verarbeitung

Elegante Bedienelemente vor schwarzer Blende

Nettes Display in bernsteinfarbener Ausführung

Ordentliche Gerätestandfüße
Viele günstigere DVD-Player wirken eher liederlich
zusammengeschraubt - der DVD-S557 beweist, dass es auch anders geht. Damit
rechtfertigt der kleinste Yamaha DVD-Player auch seinen im Vergleich zu so
manchem Einstiegs-DVD-Player höheren Kaufpreis teilweise bereits in der ersten
Disziplin. Schon nach dem Auspacken, bei der ersten Sichtkontaktaufnahme, kommt
ausschließlich Freude in Bezug auf die Optik des Hauptgerätes auf. Dem
557 kann man sogar einen leichten noblen Touch, besonders in der titanfarbenen
Ausführung, zugestehen. Das schlicht-minimalistische Design der Frontplatte
strahlt auf jeden Fall Gefälligkeit und Gediegenheit aus, das bernsteinfarbene
Display mit netter Auflösung macht dem Yamaha-Player auch keinen Strich durch
die Rechnung. Hier grenzt sich der 557 vom Denon DVD-1720
ab, der beim Thema Display durch die zu grobe Auflösung patzt. Nur das bei unserem Testgerät leicht
schleifende Geräusch beim Herausfahren der Laufwerkslade passt nicht ganz ins
positive Bild zum 557, im Vergleich zu der insgesamt höchst durchschnittlichen Verarbeitung
vieler Konkurrenten ist dies aber eher eine Kleinigkeit. Die wenigen Tasten auf
der Gerätefront sehen schick aus und sind akkurat eingepasst. Dass der 557
nicht nur auf den ersten Eindruck zu überzeugen weiß, belegen auch Details wie
die ordentlich ausgeführten, optisch ansehnlichen Gerätestandfüße. Während
der Großteil der Preisklassen-Konkurrenz hier mit Billigstlösungen zu deutlich
zeigt, dass gespart werden muss, beweist Yamaha den Mut, auch in
Einsteiger-Preisgefilden ein klares Statement für Qualität abzugeben. Die
Rückseite des Yamaha ist auch gut verarbeitet. Betrachtet man den 557 von
innen, so müssen engagierte Technikfans ihre Erwartungen preisklassengemäß
zurückschrauben. Top-Baugruppen und jede Menge Platinen, von denen jede
einzelne für einen streng separierten Audio- oder Videobereich zuständig ist,
gibt es hier natürlich nicht. Trotzdem ist der Yamaha-Player für seinen
Kaufpreis ordentlich zusammengebaut, so dass auch hier keine wirklichen
Abstreiche gemacht werden müssen - wenn man mit der richtigen Erwartungshaltung
herangeht. Nur, wie schon vom Vorgänger bekannt, die beigelegte
Fernbedienung sorgt für einen Punktabzug. Hier bietet der IR-Controller des
gleich teuren Denon DVD-1720 deutlich
mehr.

Typisch für günstigere DVD-Spieler: Sehr übersichtliche
Anzahl an Baugruppen im Geräteinneren

Ordentliche Verarbeitung - hier die Verkabelung aus der Nähe
betrachtet
Kurzfazit:
Pro:
Contra:
Bewertung      
Ausstattung/Anschlüsse
Die Ausstattung des DVD-S557 kann als beinahe komplett angesehen
werden. Das fängt bereits
bei der Anschlussbestückung an, hier gibt es einen optischen und einen
koaxialen Digitalausgang und auch eine S-Video-Hosidenbuchse. Nicht vertreten
sind digitale Video-Interfaces - dabei gibt es auch in günstigen Preisgefilden
mittlerweile Player mit solchen Anschlussmöglichkeiten, wie der Toshiba SD-350
beweist.
Optischer und koaxialer Digitalausgang, S-Video-Hosidenbuchse

Audio-Setup mit CD-Upsampling-Funktion

Verschiedene ab Werk vorprogrammierte Bildfelder lassen sich
abrufen, zudem sind unter "persönlich" auch eigene Justagen möglich
Ansonsten bietet der 557 einen 108 MHz/12-Bit Video-D/A-Konverter,
192 kHz/24-Bit Audio-D/A-Wandler und sogar eine CD-Upsampling-Funktion (2 x oder
4 x, ausgehend von der normalen CD-Samplingrate von 44,1 kHz). Visuell sind
verschiedene werksseitig vorprogrammierte Bildfelder dabei. Unter dem Punkt
"persönlich" kann der Anwender noch Farbe, Farb-Balance Rot/Grün
("tint", bei NTSC-Material), Helligkeit und Kontrast regeln. Was wir
jedoch vermissen, ist ein Schärferegler und eine Gammakorrektur. Trotzdem:
Insgesamt eine ordentliche Ausstattung.
Kurzfazit:
Pro:
-
Hochwertiger Video-D/A-Wandler
-
Vorprogrammierte Bildfelder und kleiner Video-EQ
-
Lückenlose Anschlussbestückung bei konventionellen
Anschlüssen
-
CD-Upsamplingfunktion (2 x oder 4 x)
Contra:
Bewertung      
Multimedia/Laufwerk
In der Bewertung der Multimedia-Eigenschaften gelang es dem
DVD-S557. Maßstäbe zu setzen - die Übersicht:

Hervorragendes Menü mit Vorschaubildern. Auch die kombinierte
Wiedergabe von CD-Rs mit jpeg- und MP3-Dateien ist möglich. Zur Slideshow
laufen dann die MP3-Dateien.
-
DVD+R, DVD-R und DVD-RW (Video Mode) kein Problem. Auch Wiedergabe von DVD-RWs im VR
Mode - der 557 profiliert sich als echter Multimedia-Profi!
-
DVD-Rs mit MP3-Dateien spielt der DVD-S557 auch ab. Die
prima Einlesezeit und der sehr gute Klang überzeugen und sorgen für
Bestnoten.
-
CDs mit jpeg-Dateien und MP3-Inhalten: Die Wiedergabe von kombinierten
jpeg/MP3-CD-Rs ist für den 557 eine Leichtigkeit. Zur Musik der
MP3-Dateien läuft die Slideshow ab. Die MP3-Betriebssicherheit des Yamaha
ist beispielhaft. Kein Konkurrenzgerät spielt souveräner, der 557 leistete
sich in vier Stunden Wiedergabe nicht einen einzigen Aussetzer, selbst bei
stärker zerkratzten CD-Rs. Dazu bietet der 557 sogar im Vergleich zu
teureren Modellen eine hervorragende, klare, fundierte
Wiedergabe-Klangqualität. Eine Vorzeige-Leistung, die durchs schlichtweg
perfekte Menü noch unterstützt wird. ID3-Tag-Anzeige, kleine grafische
EQ-Animation, bei der kombinierten jpeg-Darstellung sind auch Vorschaubilder
in einem Fenster anzeigbar - besser geht es nicht mehr. Hier können sich
viele Konkurrenten eine Scheibe abschneiden. Tadellos auch der jpeg-Viewer
mit schnellem Bildaufbau und guter Bildqualität.
-
SVCDs nimmt der DVD-S557 problemlos entgegen.
-
DVD-Video/Audio-CD: flotte Einlesezeit, alle
Testmuster wurden direkt beim 1. Versuch entgegen genommen.
-
Geräuschentwicklung des Laufwerks wird bei unserem Testgerät nie zu
aufdringlich, vor allem während des Spielbetriebs. Während des Einlesebetriebs zwar
gerade aus näherer Distanz gut hörbar, aber selbst bei
diesem Prozess kann man dem 557 noch eine angemessene akustische
Zurückhaltung bestätigen. Hinzuzufügen ist aber, dass für
geräuschtechnisch sensible Zeitgenossen fast alle Player der
Einsteiger-Liga bis rund 200 € kritisch sein können, denn flüsterleise
ist kaum ein Gerät.
-
Der Layerwechsel (Top Gun, Code 2, Wechsel zw. Kapitel 18
und 19) ist kaum zu bemerken
-
Die glanzvolle, momentan in diesen Preisgefilden
konkurrenzlose Leistung des 557 findet ihre Vollendung bei der Bewertung der
Fehlerkorrektur. ALLE 30 Tracks unserer Fehlerkorrektur-DVD hat der DVD-S557 ohne jedes Problem
erkannt, selbst bei Track 30 konnten wir keine Pixelbildung und nur einen
kleinen Aussetzer (Bildruckler) ausfindig machen. Die Fehler
zum Check der Laufwerksfehlerkorrektur sind durch einen größer werden Keil auf
unserer Test-DVD (Burosch Professional
Test-DVD) simuliert. Bei Track 2 startet
es mit 0 mm und endet bei Track 30 mit 4,5 mm (ungefähr 0,16 mm-Schritte).
Kurzfazit:
Pro:
-
DVD-Rs mit MP3-Dateien werden wiedergegeben
-
Wiedergabe von DVD-RWs im VR Mode
-
Wiedergabe von kombinierten MP3/jpeg-CD-Rs
-
Hervorragende Menüs
-
Exzellente Fehlerkorrektur
-
Kaum erkennbarer Layerwechsel
-
Rasche Einlesezeit des Laufwerks bei allen Medien
-
Ausgezeichnete Klangqualität im MP3-Betrieb
Contra:
Bewertung      
Bedienung

Übersichtliche Fernbedienung, aber nur gemeinsame Tasten für
Kapitelsprung und den Suchlauf innerhalb eines Kapitels
Die übersichtlichen On Screen Menüs könnten eine noch besser
erkennbare Schrift vertragen. Auch die Fernbedienung ist zwar übersichtlich,
birgt aber Mängel im Detail, denn es gibt keine eigenen Tasten für
Kapitelsprung und das Spulen innerhalb des Kapitels. Hier sollte nachgebessert
werden. Zu loben ist die knackige, schnelle Art der Navigation, das rasche
Ansprechverhalten der Tasten (besser als bei früheren Modellen dieses
IR-Controllers, die sich teigiger anfühlten) überzeugte im Test. Was uns noch fehlt, ist eine
Anzeige des gerade aktuellen Kapitels beim Kapitel springen, so muss man immer
den Blick vom Bildwiedergabegerät abwenden und aufs Gerätedisplay schauen, um
sich zu informieren. Das Kapitel springen funktioniert relativ schnell. Am
Player selber sind zu wenig Bedienelemente, Knöpfe für den Kapitelsprung
werden vermisst.
Kurzfazit:
Pro:
-
Leichtes Navigieren möglich
-
Übersichtliche, klar gegliederte Menüs
-
Gut ablesbares Gerätedisplay
Contra:
-
Fernbedienung mit identischen Tasten für Kapitelsprung und
für das Spulen innerhalb eines Kapitels
-
Keine Bildschirm-Anzeige des gerade aktuellen Kapitels
-
Zu wenig Funktionstasten am Gerät selber
Bewertung      
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