Exklusivtest: Xoro HTL3712w
04.10.2005 (cr)
Einführung
2006 startet die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland -
dieses sportliche Großereignis wirft jedoch auch noch in anderer Hinsicht weite
Schatten voraus, erhofft man sich doch, dass mit dem Einzug der weltbesten
Kicker in deutsche Arenen auch das hochauflösende Fernsehen seinen endgültigen
Durchmarsch
hierzulande beginnt. Voraussetzung für den Genuss der deutlich verbesserten
Signalqualität ist die Verwendung eines HD-geeigneten Flachbildschirms, also
eines Plasma- oder eines LCD-Fernsehers beziehungsweise, etwas extravaganter,
eines DLP-Rückenprojektionsfernsehers. Auch, wenn DLP-Rückpros sicherlich
interessante Alternativen sind, so wird sich die breite Masse doch für Plasma
und LCD entscheiden, wobei alle Größen unter 37 Zoll durchweg von LCD-Panels
bedient werden und ab 42/43 Zoll Plasmapanels zum Einsatz kommen. 37 Zoll ist
eine besonders interessante Größe, weil in diesem Format sowohl Plasma- als
auch LCD-Panels angeboten werden. Zur Gattung der LCD-TVs zählt der brandneue
Xoro HTL3712w LCD-Fernseher mit 1.366 x 768 Pixeln Auflösung. Wir bekamen exklusiv die Gelegenheit, das Topmodell aus Xoros
LCD-Fundus einem ausgiebigen Test zu unterziehen. Unser Testkandidat ist eines
der ersten drei Geräte und war bereits auf der IFA unterwegs, daher gab es im
Detail noch die ein oder andere Unzulänglichkeit wie z.B. Streifen im Bild bei
der Wiedergabe über eine Komponentenverbindung. Bei den Seriengeräten werden
solche Fehler natürlich nicht auftauchen, zur Sicherheit nehmen wir uns in ca. 2 Monaten nochmals ein Exemplar vor, um den endgültigen Serienstandard zu
begutachten. Eines wird der Test des laut UVP 2.299 € kostenden Modells aber
zeigen: Der LCD-Markt wird in Bewegung kommen, und im Bezug auf die Marke Xoro,
die eigentlich bislang eher als "bessere Marke unter den billigsten"
angesehen wurde, ist auf dem besten Wege, sich ein richtiges Image zu
erarbeiten.
Unser Testmodell bietet 94 cm Bildschirmdiagonale, eine
Bildhelligkeit von 500 cd sowie einen Kontrast von 600:1 - realistische Werte,
ebenso wie die 16 ms Reaktionszeit des Panels. Der Betrachtungswinkel liegt bei
176 Grad. Der HTL3712 verfügt ferner über ein HDMI-Interface zur digitalen
Signaleinspeisung, über zwei Scartbuchsen, eine D-Sub-Buchse für PC-Signale
und natürlich über einen Komponenteneingang. Zwei eingebaute Tuner machen auch
die Picture in Picture-Funktion (PiP) möglich. Ein schwenkbarer Standfuß sorgt
für eine problemlose Anpassung für den Betrachter.
Verarbeitung
Hochwertig: Alu-Leiste, Plexiglas-Applikation
Metallgitter vor den seitlich angebrachten Lautsprechern
Bedienelemente unten an der TV-Front
Xoro - einfach ein weiterer "Billigheimer" ? Wer den
HTL3712w betrachtet, wird dies kaum noch glauben, denn das schicke, Noblesse
ausstrahlende Design des Flachbildschirms ist auch für anspruchsvolle Ästheten
rundherum gelungen. Die Mischung aus tiefschwarzer, glänzender Lackierung, etwas Plexiglas und echten Aluminium-Streifen gefällt auch im
Detail durch die saubere Verarbeitung. Die seitlich befestigten Lautsprecher
sind vorn mit soliden Metallgittern verkleidet. Hier, bei den Lautsprechern,
konnten wir den einzigen minimalen Kritikpunkt feststellen, denn die Spaltmaße
und die Passgenauigkeit bei dem für die Lautsprechergehäuse verwendeten
Kunststoff könnte noch besser sein.
Das Tastenfeld unten auf der
Fernsehervorderseite ist minimalistisch-elegant gehalten. Der stabile Standfuß
mit Schwenkhalterung nimmt das Material- und Formenspiel des Hauptgerätes
gekonnt wieder auf. Meist ist an dieser Stelle Schluss mit den positiven
Betrachtungen, denn als nächstes steht das leidige Thema Fernbedienung auf dem
Programm, und hier können Anmutung, Materialwahl und Verarbeitung in vielen
Fällen nicht überzeugen. Der HTL3712w jedoch zeigt auch hier die Stimmigkeit
seines Gesamtkonzepts. Die Fernbedienung wirkt hochwertig und passt in ihrer
Optik und Gestaltung sehr gut zum Flachbildschirm. Insgesamt eine reife
Leistung des Xoro LCD-Fernsehers, die Belohnung ist ein Platz in der
Spitzengruppe.
Fernbedienung mit hochwertiger Anmutung
Die Klappe im unteren Teil der Fernbedienung ist mit
Aluminium beplankt
Kurzfazit:
Pro:
-
Exklusive Optik
-
Hochwertige Verarbeitung im Detail
-
Sehr gut passende Fernbedienung
-
Stabiler und eleganter Standfuß mit Schwenkfunktion
Bewertung     
Anschlussbestückung und Ausstattung
Anschlüsse, Teil 1: 1 x Komponente inklusive 2-Kanal Cinch, 1 x HDMI,
1 x D-Sub (PC analog) sowie der obligatorische Antennenkabelanschluss
Anschlüsse, Teil 2: 2 x Scart mit RGB
Anschlüsse, Teil 3: S-Video sowie FBAS inklusive 2-Kanal
Cinch für die Tonsignalübertragung
Die Anschlussbestückung ist gut. Der HTL3712w verfügt über
eine HDMI-Schnittstelle, einen Komponenteneingang sowie zwei Scartbuchsen, wobei
hier noch ein zweites HDMI-Interface oder wenigstens ein zweiter
Komponenteneingang wünschenswert wäre. Hinzu kommen noch ein S-Video- sowie
ein FBAS-Eingang und für Komponente und S-Video/FBAS jeweils ein Cincheingang
für die Übertragung der Audiosignale. Ergänzt wird das Anschlusssortiment von
einem D-Sub PC-Eingang. Kritik muss sich der Xoro in Bezug auf die Anbringung
der Terminals gefallen lassen. Der S-Video/FBAS-Anschluss ist ungünstig
hinten platziert, und auch noch so, dass das Anschlussterminal nicht normal auf
der Rückseite, sondern im 90 Grad-Winkel nach oben versetzt angebracht ist, so
dass die Anschlüsse nicht direkt einsehbar sind. Nur, wenn man von unten nach
oben blickt, sind die Anschlüsse sichtbar. Daher muss man in einem ungünstigen
Winkel die Anschlussarbeit vornehmen oder aber blind versuchen, die jeweilige
Buchse mit dem Kabel zu ertasten. Praktischer wäre es, wenn der Xoro
schlicht und einfach einen Front AV-Eingang mitbringen würde. Wer schnell mal
einen Camcorder o.ä. an den TV anschließen möchte, müsste dann nicht erst hinter den
Fernseher kriechen. Sehr gut erreichbar an der von vorn gesehen rechten Seite
des Flachbildschirms ist der Rest der Anschlüsse. Hier sitzen die Scart-, HDMI-,
D-Sub- und Komponenten-Verbindungen.
Ansonsten zeigt sich der HTL3712 als zweckmäßig ausgestatteter
LCD-Fernseher. Die TV-Funktionen umfassen auch einen 2. Tuner, so wird die
PiP-Funktion möglich gemacht. Leider fehlt ein digitaler DVB-T-Tuner für den
digitalern Fernsehempfang. Mitgeliefert wird ein Video-EQ, mit dessen Hilfe man
alle Basiswerte wie Bildschärfe, Bildhelligkeit, Kontrast und Farbintensität
regeln kann (mehr dazu in der Bildwertung). Diesen Video-EQ hätte man durchaus
noch besser ausstaffieren können, beispielsweise mit einer Gammakorrektur oder
Bildschärfereglern für verschiedene Bildfrequenzbereiche (ein eigener
Schärferegler für die Schärfeanhebung bei hochfrequenten Bilddetails). Gut
ist, dass man die Farbtemperatur einstellen kann, noch besser wäre ein
farbselektiv regelbares individuelles Farbmanagement, was besonders versierte
Anwender erfreut hätte. Positiv anzumerken ist, dass der Video-EQ für jeden
Eingang individuell regelbar ist. Viele Einstelloptionen, unter anderem
auch vorprogrammierte Klangfelder, finden sich im Audiomenü. Hier bleibt kein
Wunsch mehr offen.
Kurzfazit:
Pro:
Contra:
Bewertung     
Bedienung

Praktisches Menü zur Wahl der Eingangsquelle
Der Xoro HTL3712w zeigt beim Thema einfaches Handling eine hohe
Reife. Die Fernbedienung liegt sehr gut in der Hand, problemlos kann zwischen
den vielen verschiedenen Eingang mittels eines dafür vorgesehenen
Bildschirmmenüs hin- und hergeschaltet werden. Praktisch ist, dass der Xoro-TV
das angewählte Quellsignal ausreichend präzise charakterisiert (z.B. "HDMI
750p"). Die wichtigsten Tasten haben die Entwickler der Fernbedienung rund
um das angenehm große Navigationskreuz angeordnet, was für weitere Pluspunkte
sorgt. Die Bedienung des Mini-Joysticks und der Funktionstasten wird durch den
guten Druckpunkt und das angenehme Druckgefühl weiter erleichtert. Das Einzige,
was wir an der Fernbedienung vermissen, sind illuminierte Tasten zumindest für
die wichtigsten Funktionen.

Alle Menüs des HTL3712w sind sehr übersichtlich. Das glt
auch für das Menü "Programme", in dem unter anderem wahlweise die
manuelle oder die automatische Sendersuche eingestellt werden kann.

Auch einen automatischen Sendersuchlauf gibt es, wenngleich
die Rechtschreibung etwas abenteuerlich ist
Der Bedienkomfort des TV-Tuner-Teils ist ebenfalls ordentlich.
So bringt auch der Xoro eine automatische Sendersuche mit, die allerdings teils
recht eigenwillig die Sender anordnet. Nicht ganz befriedigend war auch, dass
zwischen korrekt belegten Stationen auf einem Programmspeicherplatz kein Sender
abgespeichert wurde - solche kleinen Schönheitsfehler müssen nicht sein. Genauso
wenig wie kleine Unpässlichkeiten bei der Rechtschreibung
("Automatisch Suche Programme"), hier dürften Nachbesserungen aber
durch entsprechende Firmware-Optimierungen problemlos möglich sein. Die
Bedienung der TV-Funktionen gestaltet sich ansonsten einfach. Prima ist das
Vorhandensein einer PiP (Picture in Picture)-Funktion, möglich gemacht durch
den Einbau eines 2. Tuners.

Die Bedienelemente fürs Anwählen des Videotextes sind unter
der Alu-Klappe der Fernbedienung angeordnet
Einfach zu bedienen und gut integriert zeigt sich die
Videotext-Funktion, hier kann der Anwender auch mit sehr schnellen Reaktionen
des LCD-TVs beim Seitensprung rechnen. Die Videotext-Funktionen sind allerdings
unter der mit Aluminium verkleideten Klappe im unteren Drittel der Fernbedienung
untergebracht.

Praktisch ist die Gestaltung der Fernbedienung. Wichtige
Basisfunktionen wie der Aufruf des Menüs sowie die Wahl der Eingangsquelle sind
gleich rund um die Navigationseinheit gruppiert
Kurzfazit:
Pro:
-
Fernbedienung liegt gut in der Hand
-
Zentral angeordnetes, großes Navigationskreuz
-
Angenehmer Tastendruckpunkt
-
Gefällige und übersichtliche Menügestaltung
-
PiP
-
Schnelle Reaktionen bei Videotext-Bedienung
-
Komfortable Eingangsauswahl
-
Präzise Bezeichnung des Quellsignals
Contra:
-
Eigenwillige Programmanordnung nach automatischem
Sendersuchlauf
-
Keine Beleuchtung der Fernbedienung
-
Videotext-Bedienelemente unter Klappe verstaut
Bewertung      
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