Test: Onkyo TX-SR503E (2/2)
Bedienung

Sehr praktische, übersichtliche Fernbedienung

Navi-Kreuz auch auf der Gerätefront
Der TX-SR503E zeigte sich in unseren Testreihen als vorbildlich
einfach zu handhabendes Modell. Die Fernbedienung überzeugt durch das
zentral untergebrachte Navigationskreuz und durch die voneinander abgegrenzten
Funktionsgruppen. Gut zu handhaben ist der Wippregler für die
Lautstärke. Sehr gut ist auch die gut zu ertastende Funktionsgruppe für
Wiedergabe, Stopp und Pause. Zudem liegt der IR-Controller sehr gut in der
Hand, die Größte passt perfekt, auch für die Einhand-Bedienung. Durch das
großflächige Gerätedisplay ist es einfach, alle relevanten Informationen auch
aus größerer Distanz gut erkennen zu können. Mittels dieses Displays und der
Fernbedienung ist auch die Konfiguration des Gerätes höchst einfach.-
Wahlweise kann der 503 auch direkt am Hauptgerät konfiguriert werden
(Navigationskreuz ist vorhanden). Als sehr löblich bewerten wir, dass jeder
Eingang auf der Gerätefront direkt anwählbar ist und kein Drehrad, das die
Eingänge wechselt, vorhanden ist. Insgesamt eine Spitzenleistung des 503, das
ergibt sechs Sterne.
Bewertung      
Testequipment:
Klang
Der Onkyo TX-SR503E ging im Testbetrieb erstaunlich kräftig zu
Werke. Im Vergleich zu früheren Onkyo-Modellen günstigerer Preisregionen hat
er jegliche akustische Zurückhaltung abgelegt - er spielte kraftvoll auf und
wirkte auch bei höheren Pegeln nicht angestrengt. Damit führt der TX-SR503E
den erfreulichen Trend fort, dass auch preisgünstige AV-Receiver mittlerweile
eine sehr anständige Pegelfestigkeit mitbringen. Er rangiert gleich hinter dem
unerhört kraftvollen Pioneer VSX-915
auf Rang zwei in seiner Preisklasse, durch seine höheren maximal erreichbaren
Pegel und das noch gelassenere Auftreten kann er sich vor dem Kenwood KRF-V7090D
behaupten, der maximal nicht ganz so laut spielen kann. Trotz der großen
Lautstärke verzerrte der 503 in unseren Testläufen kaum. Ein harter Konkurrent
ist der Denon AVR-1905, der sich partout
nicht abschütteln lässt, aber bei kräftiger Lautstärke synthetischer spielt
als der lebendige Onkyo. Der Yamaha RX-V557
ordnet sich zusammen mit dem Kenwood hinter Denon, Onkyo und Pioneer ein, wobei
man Yamaha und Kenwood eins lassen muss: Durch den klaren Klang auch in hohen
Pegelregionen mögen sie zwar nicht ganz so laut spielen, aber ihr Potential
lässt sich durch die gelungene Abstimmung sehr gut ausnutzen. Der Pioneer
VSX-915 schlägt zwar alle Konkurrenten, dann leidet jedoch die akustische
Harmonie ein wenig. Insgesamt ein starker Auftritt des Onkyo - nicht so gut
gefällt uns die deutlich spürbare Erwärmung des Gehäuses. Diese Erhitzung
geht, wie unsere Nachforschungen gezeigt haben, aber nicht von der
Endstufeneinheit aus (diese erwärmte sich bei unserem Testgerät nur in absolut
normalen Umfang), sondern anscheinend von den Spannungsreglern für die
Elektronik. Insgesamt liefert der TX-SR5o3E hier die beste Leistung ab, die wir
in dieser Preisklasse bislang erleben durften: Er ist sehr pegelfest,
gleichzeitig aber harmonisch abgestimmt, so dass man die Kraft auch hervorragend
nutzen kann. Durch dieses stimmige Konzept ist der Onkyo selbst im größeren
Hörraum um die 30 Quadratmeter nicht deplaziert und kann ohne Einschränkungen
für die akustische Harmonie auch länger lauter gehört werden. Der 7090 von
Kenwood verfolgt ein ähnliches Konzept, wirkt aber im größeren Hörraum nicht
ganz so kraftvoll.
Prima schlug sich der TX-SR503E bei der Filmtonwiedergabe. Der
Bass kommt satt und überraschend voluminös zur Geltung, selbst an der
Präzision gibt es in Anbetracht der Preisklasse wenig auszusetzen. Klanglich
rückt ihn seine Mischung aus Entschlossenheit und Gefälligkeit in die Nähe
des hervorragenden Kenwood KRF-V7090D.
Beide AV-Receiver-Konkurrenten können sich, geht es um reine akustische
Qualitäten, an der Klassenspitze bis 400 € behaupten. Während der KRF-V7090D
im Hochtonbereich noch spritziger Klang, schlägt der 503 mit einer noch etwas
räumlicheren Wirkung der Surround-Klangkulisse und dem noch angenehmeren Sound
bei längeren Hörsessions zurück. Beiden Geräten dicht auf den Versen ist der
Pioneer VSX-915, der jedoch
nicht ganz so angenehm gelassen klingt wie der Onkyo und nicht den für die
Preisklasse überdurchschnittlich klaren Hochtonbereich des 7090 von Kenwood
aufweist. Überraschend beim 503 ist auch die sehr schnelle Reaktion auf rasch
wechselnde, durch alle Lautsprecher in kurzer Zeit donnernde Effekte (Bsp. Star
Wars Episode 2, Kapitel 28, Kampf zwischen Obi Wan und Django Fett im
Asteroidenfeld). Zudem ist die gute Trennung der Stimmen vom Rest des
akustischen Geschehens zu loben. Nicht ganz perfekt gelingt dem 503 die
Einarbeitung kleiner Einzelheiten, die, typisch für günstigere Modelle, etwas
untergehen. Nur der KRF-V7090D
bietet eine hörbar bessere Detailarbeit, allerdings lässt er es bei massiven
Effektkombinationen nicht ganz so vehement krachen wie der Onkyo - wobei der
größte "Kracher" zweifellos der Pioneer
VSX-915 ist, er schiebt einfach mit dem meisten Nachdruck an, wirkt aber,
wie bereits beschrieben, nicht so ausgeglichen. Denn bei aller Kraft, die der
Onkyo TX-SR503E bereit stellt, so wirkt er nie wie ein Effekt-Terminator,
sondern überzeugt durch die richtige Mischung aus Dynamik und Gelassenheit, was
dazu führt, dass man dem 503er besonders gern zuhört.
Dies gilt auch für den Mehrkanal-Musikbetrieb, wo der TX-SR503E
seine Qualitäten bei Jean-Michel Jarres DVD "Jarre in China" zeigen
durfte. Auch hier überzeugt der spontane Antritt, der kräftige Bass und
die sehr harmonische Gesamtakustik. Die Einarbeitung kleinerer Details gelang
dem 503 bei dieser DVD sogar besser als bei mancher Filmton-DVD, was man z.B.
merkt, wenn Jarre in die Tasten greift, der Moment des Drucks auf die Taste wird
vom Onkyo sehr gut erfasst. Die bei dieser DVD-Abmischung außerordentliche gute
Surround-Klangkulisse arbeitet der kleine Siebenkanal-AV-Receiver erstaunlich
gekonnt heraus. Durch sein schnelles Spiel ist die Ortungsmöglichkeit auch bei
rasch wechselnden Effektkombinationen stets gewährleistet.
Geht es um die Bewertung der Surround-Aufpolierer, so würden
wir für die Bearbeitung von Musikmaterial DTS Neo:6 vorziehen, PLIIx wirkt im
direkten Hörvergleich statischer, bietet also weniger Dynamik und Lebendigkeit.
Bei Gigi d'Agostions "L' Amour toujours" konnten der natürliche
Raumeindruck mit wietläufiger Surround-Klangkulisse und der kräftige, aber
nicht übertriebene Bass für zufriedene Gesichter sorgen. Das Trennen einzelner
kleiner Effekte im Hintergrund zeigt, dass sich der 503 in einer günstigen
Preisklasse aufhält: Hier wird nicht das Differenzierungsvermögen aufgeboten,
das anspruchsvolle Hörer schätzen. Wer hier eine höhere
Erwartungshaltung hat, sollte deutlich mehr Investitionsvolumen beim
AV-Receiverkauf einplanen.
Das gilt auch für Freude eines detaillierten Stereo-Sounds,
wobei anzumerken wäre, dass der Onkyo für seine Preisklasse sehr gute
Leistungen abliefert. Er klingt kräftig und sorgt für einen erstaunlich guten
Raumeindruck. Es gelingt ihm sogar, den Klang von den Lautsprecher zu lösen, so
dass sich der Eindruck eines entspannten, homogenen Klangbilds ergibt. Die
Transparenz im Hochtonbereich ist voll befriedigend, die Detailarbeit geht
ebenfalls in Ordnung.
Bewertung Pegelfestigkeit      
Bewertung Klang Film      
Bewertung Klang Mehrkanal-Musik      
Bewertung Klang Surround-Aufpolierer      
Bewertung Klang Stereo      
Fazit

Der TX-SR503E zeigt, dass Onkyo auch in günstigen
Preisklassen sehr überzeugende Gesamtpakete schnüren kann
So unauffällig-elegant sich der TX-SR503E ins Wohnzimmer
integriert, so auffällig ist sein kräftiger Antritt: Mit dem kleinsten Onkyo
Siebenkanal-Receiver geht es bereits sehr dynamisch voran. Vorbei die Zeiten, in
denen sich günstige AV-Receiver mit emotionsloser Lethargie der Wiedergabe von
mehrkanaligen Quellen widmeten, der TX-SR503E geht diese Aufgabe selbstbewusst
und mit sicherem Instinkt für eine effektvolle Wiedergabe an. Die Räumlichkeit
ist beeindruckend, die Stimmwiedergabe auch bei hoher Lautstärke klar
verständlich, die Gesamt-Klangcharakteristik ist höchst angenehm, dem 503
hört man einfach gerne zu. Die Verarbeitung passt, die Bedienung ist auch für
Neueinsteiger leicht durchschaubar - nur die Ausstattungsliste offenbart
Defizite. So findet sich weder ein Digitalausgang, noch ein
Lautsprecher-Einmesssystem oder ein Videonormwandler. Das wäre alles noch
vertretbar, schließlich gibt es dafür sieben kräftige Endstufen und Alu-Front
- aber eine Audio Delay (Lip Sync) Funktion sollte Onkyo schon mitliefern.
Insgesamt überwiegen bei diesem erfreulich erwachsenen Angebot klar und
deutlich die Vorteile, was dafür sorgt, dass der gelungene TX-SR503 in der 400
€-Liga momentan auf Platz 1 rangiert. Wie kommt es dazu? Er klingt nicht
schlechter als der akustisch hervorragende Kenwood KRF-V7090D,
ist aber hochwertiger verarbeitet und noch leichter im Handling, er unterliegt
dem Pioneer VSX-915 zwar bei der
Bewertung der Pegelfestigkeit und bei der Bewertung der Ausstattung, ist aber
edler verarbeitet (Display, Alufront), im Geräteinneren mit mehr Sorgfalt
gemacht (Alu-Kühlkörper), trumpft mit der kinderleichten Bedienung auf und
spielt insgesamt noch angenehmer. Der hervorragend verarbeitete Denon AVR-1905
klingt weniger lebendig als der TX-SR503E und bietet ein insgesamt weniger
tiefgehendes Klangerlebnis. Dem Yamaha RX-V557
fehlt die siebte Endstufe, außerdem erreicht er klanglich zwar gute, aber nicht
überragende Bewertungen. Der exzellente Yamaha
RX-V757 ist hier klar die bessere Wahl.
Unauffällig-eleganter Auftritt, auffällig
kräftiger Antritt: Der dynamische TX-SR503E ist gerade für qualitätsbewusste
Mehrkanal-Aufsteiger die richtige Wahl

Preisklasse bis 400 €
Test 25.08.2005
Preis-/Leistungsverhältnis      
Pro:
-
Kräftiger Antritt
-
Sehr räumliche Surround-Klangkulisse
-
Sehr gute Pegelfestigkeit
-
Gute Stimm-/Instrumentaltrennung
-
Hochwertige Verarbeitung
-
Sehr einfache Bedienung
-
Ausgezeichnetes Display
-
Komponentenverbindungen mit 50 MHz Bandbreite
Contra:
Datenblatt:
-
Verstärker
• 100 Watt Dauerleistung pro Kanal (6 Ohm, 1 kHz, DIN)
• Wide Range Amplifier Technology (WRAT)
• Reduced Negative Feedback (NFB)
• H.C.P.S. - Leistungsstarker Netztransformator
• Optimum Gain Volume Control Schaltung
• Vollständig diskreter Endstufenaufbau für alle Kanäle
• Hochstromfähiger, für niedrige Impedanzen ausgelegter 6 Ohm-Betrieb für alle Kanäle
• Automatischer Schutzschaltkreis
• hochwertiger Aluminium-Kühlkörper
Audio/Video
• DTS, DTS 96/24, DTS Discrete/Matrix 6.1, DTS Neo:6, Dolby Digital, Dolby Digital EX, Dolby Pro Logic IIx
• 192 kHz/24-bit D/A Wandler in allen Kanälen
• HDTV-fähige (50 MHz) Komponenten-Video Umschaltung
• Non-scaling Konfiguration
• Fortschrittlicher 32-bit DSP Prozessor
• A-form listening mode memory
• “Easy-Set” Lautsprecherkonfiguration
• CinemaFILTER
• Einstellbare Übergangsfrequenzen (60/80/100/120/150 Hz)
• A/B Lautsprechergruppenumschaltung
• “Double Bass” Funktion
• 3 Komponenten-Video Eingänge und 1 Ausgang
• 3 S-Video Eingänge und 2 Ausgänge
• 4 Composite Video Eingänge und 2 Ausgänge
• 2 Audio und 4 AV-Eingänge
• 4 Digitaleingänge (3 optisch/1 koaxial)
• Farbcodierte 5.1 Mehrkanal Eingänge für DVD-Audio und Super Audio CD
• Subwoofer Vorverstärkerausgang
• Direct Modus
• Pure Audio Modus
• Farbcodierte, bananensteckerkompatible Lautsprecher-Anschlussterminals
• Late Night Modus (high, low, off)
• Automatische Signalerkennung
• Rec-Out Selector (Audio/Video)
• Bass und Höhen einstellbar (L/R)
UKW/MW Tuner
• Überragende Trennschärfe und Empfindlichkeit
• 30 UKW/MW Senderspeicher
• Automatischer UKW Sendersuchlauf
• UKW Stereo Anzeige
• 75-Ohm Antenneneingang
• mitgelieferte FM-Wurfantenne
• mitgelieferte MW-Rahmenantenne
Weitere Ausstattungsmerkmale
• Präzise digitale Lautstärkereglung
• Anzeige der absoluten Lautstärkewerte
• 3-stufiger Displaydimmer (hell, normal, dunkel)
• Kopfhöreranschluss
• Stummschaltung (über Fernbedienung)
• Einschlaftimer (über Fernbedienung)
• Große, resonanzhemmende Gerätefüße
• Resonanzhemmendes, verstärktes Stahlchassis
• Vorprogrammierte RI (Remote Interactive) Fernbedienung
Test: Karl-Heinz Pöppl, Carsten Rampacher
Redaktion: Carsten Rampacher
25. August 2005
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