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Test: JBL Subwoofer L8400 - Pegelkönner mit 600 Watt ? (2/2)
Klang

Testequipment:

Von oben betrachtet sieht der kompakte L8400 besonders harmlos aus. Doch dieser Eindruck täuscht gewaltig

Der JBL L8400 zieht recht harmlos aus - ein kompakter Basslautsprecher, den man problemlos auch in Wohnräumen einsetzen kann. Doch wehe, wenn er losgelassen: Dann entfacht der L8400 Bass-Stürme, die man so schnell nicht vergessen dürfte. Bei "Star Wars Episode III - die Rache der Sith" sorgt der Subwoofer bereits in der Anfangsszene für Aufsehen, denn er präsentiert die Raumschlacht oberhalb von Coruscant als tieffrequentes Spektakel mit mannigfaltigen, nachdrücklichen Effekten. Auch komplexere tieffrequente Gebilde stellt der L8400 ausgezeichnet dar, er lässt die Bassgewalt nicht zu einem rohen Einerlei verkommen, sondern strukturiert klar und präzise durch. Dies schafft er selbst bei Lautstärken, bei denen andere aktive Subwoofer sogar höherer Preisklassen bereits ausgestiegen sind. Ohne erkennbare Anstrengungen wuchtet die Endstufe grollende, hämmernde Bässe in den Hörraum. Selbst bei 35 Quadratmeter Hörraumgröße legt der JBL noch sehr kräftig nach, mit leichten Einbußen beim Raumeindruck und bei der Nachdrücklichkeit ist der L8400 selbst im 50 Quadratmeter-Hörraum noch einzusetzen. Dass es sich bei unserem Testkandidaten um ein äußerst kraftvoll aufspielendes Modell handelt, untermauert der Subwoofer auch bei "Behind Enemy Lines". Wir haben den Film-Auszug auf der siebten DTS-Demo-DVD gewählt und waren tief beeindruckt, wie souverän und raumfüllend der L8400 die kurz aufeinanderfolgenden Explosionen in den Hörraum befördert. 

Bei der Sequenz aus "Minority Report" überzeugte der L8400 ebenfalls, hier gibt es einen bezüglich der Frequenz etwas höher liegenden, kurzen Bass, der entsteht, wenn die Protagonisten mit den Schock-Waffen aufeinander schießen. Dieser Bass lässt viele aktive Subwoofer übersteuern, der Membranhub ist am Ende - nicht beim JBL: Klar und deutlich, ohne Verzerrungen, ertönt auch dieser Bass. Was der JBL kann, beweist er auch beim "Chronos"-Trailer der 7. DTS Demo-DVD.  Dass ein so kompakt bauender aktiver Subwoofer noch so tiefe Effektanteile makellos ans Tageslicht befördert, ist aller Ehren Wert. Hier gibt es kaum Konkurrenz. Auch bei "The Day after Tomorrow" zeigt der JBL-Woofer Klasse: Die tosenden Wellen, die New York völlig vereinnahmen, lässt der Frontfire-Sub brachial durch den Hörraum krachen. Und das Eröffnungsgefecht beim 2. Teil der "Mumie" wird mit dem L8400 zu einem furiosen Spektakel - immer ist der Subwoofer im Einsatz, überall ist er zur Stelle und serviert ein gewaltiges, Respekt heischendes Fundament. Da kommen Konkurrenten der 1.000 €-Preisklasse nicht mit: Der Heco Phalanx 12A muss ebenso die Segel streichen wie der Pioneer S-W250. Und auch der Infinity Beta SW-12 als Kontrahent aus eigenem Hause kommt an die Bestleistung des L8400 nicht heran. Möchte man einen aktiven Basslautsprecher, der wiederum den JBL klar in de Schranken weist, muss man sehr viel tiefer in die Tasche greifen: 1.400 € für einen SVS PB12-Plus sollten dann schon drin sein, oder man nimmt gleich 1.560 € zur Hand und kauft sich einen Teufel M11000.

Die bislang gemachten Erfahrungen deuten es bereits an: Der JBL ist nicht der optimale Subwoofer für zartbesaitete Zeitgenossen. Sein ständiges Bestreben, Bassdruck zu erzeugen, der nicht nur hör- sondern auch fühlbar ist, beeindruckt Bassliebhaber und Actionfilmfreude, aber Klassik- und Jazzliebhaber sollten sich nach anderen Alternativen umsehen. Zwar liefert er beispielsweise bei Carl Orffs "Carmina Burana" und bei Ludwig van Beethovens "Pastorale" schon ein mitreißendes Klangerlebnis, weil er, z.B. bei Orchestereinsätzen, kraftvoll und beherzt eingreift und ein großartiges Fundament zur Verfügung stellt - aber Zurückhaltung ist nicht Stärke des JBL. Wenn man z.B. bedenkt, wie perfekt sich der (allerdings doppelt so teure) SVS PB12-Plus integriert, und das trotz des Vermögens des SVS, extreme Pegel zu erreichen, dann merkt man schon einen deutlichen Unterschied. Merklich verbindlicher gibt sich auch der Nubert nuWave AW-75, der sich als ausgezeichneter Universalist in seiner Preisklasse profilieren kann. Zwar marschiert der JBL noch eindrucksvoller bei Action-Filmen voran, dafür aber ist der Nubert-Sub auch bei Klassik oder Jazz problemlos einzusetzen, wie übrigens auch sein kleiner Bruder aus der nuLine-Serie, der nuLine AW-560. Und der 415 €-Teufel M4100 bringt für seinen geringen Kaufpreis ebenfalls beachtlich gute Manieren mit. 

Dies alles wird den JBL-Käufer aber wenig interessieren, denn wer tieffrequenten Spaß möchte, der auch bei hoher Lautstärke nicht aufhört, sondern erst richtig anfängt, ist bei diesem Subwoofer an der richtigen Adresse. Wer anstatt Mozart oder Beethoven lieber Blank&Jones oder The Prodigy hört, kommt mit dem L8400 voll auf seine Kosten. Man hat stets den Eindruck, dass es richtig voran geht, mit wuchtigem Bass, der aber - beachtlich für ein großes 30 cm Chassis - nie zu träge wirkt und somit zeitversetzt ankommt, sondern immer direkt und spontan agiert. Kurz aufeinander folgende Kickbässe, die beispielsweise seriösen Subwoofern wie dem SVS PB12-Plus Probleme bereiten, stellen für den JBL keine Hürde dar. Er ist dann voll in seinem Element und pumpt den Raum mit druckvollem Kickbass geradezu voll. Hier hält sich der JBL lästige Kontrahenten gekonnt vom Leib, wobei der talentierte Nubert nuWave AW-75 auch hier wieder beweist, dass er eigentlich alles wirklich gut kann. Er ordnet sich gleich hinter dem JBL ein. 

Bewertung
Eignung Home Theatre
Eignung Musik
Pegelfestigkeit
Fazit

Pegelmeister: Der JBL L8400 beeindruckt durch Nachdruck und Leistungsfähigkeit

Der JBL L8400 erreicht ein überragendes Testergebnis, denn in Bezug auf die Pegelfestigkeit setzt er neue Maßstäbe in der Liga bis 1.000 €. Die leistungsfähige Endstufe stemmt problemlos Pegel, die auch Anwender mit hohem Anspruch an die gehörte Lautstärke glücklich machen dürften. Ohne Schwierigkeiten ist der L8400 auch in größeren Hörräumen im Single-Woofer-Betrieb einzusetzen. Mit seinem Performance-Profil eignet sich der kraftvolle Basslautsprecher besonders, um Actionfilmfreunde und Liebhaber von bass- und effektstarker Techno- und Hip-Hop-Musik vollends zu begeistern. Mit seinem überschäumenden Temperament ist der L8400 ein echter Spaßlieferant, der sich auch von stundenlangen Hörsessions in Partylautstärke völlig unbeeindruckt zeigt. Die routinierte, solide Verarbeitung und der faire Kaufpreis sprechen ebenfalls klar für den JBL. Nicht überzeugen kann die arg schmal ausgefallene Ausstattung. Kein Equalizer mit an Bord, keine Filter zur Klangbeeinflussung, ein sehr einfacher Phasenregler, keine Fernbedienung und kein Kaltgeräte-Netzsteckeranschluss - ein bisschen mehr hätte es schon sein dürfen. Für sehr differenzierte Musik wie Klassik oder Jazz ist der L8400 auch nicht unbedingt der ideale Partner, denn hier agiert er zu wenig kultiviert und zu dominant. Daher fällt die Bilanz klar aus: Mit seinem kraftstrotzenden, nachdrücklichen Wesen ist der JBL genau der richtige Subwoofer für eine Klientel, die zum günstigen Kaufpreis ein Maximum an Pegelfestigkeit und Nachdruck sucht - und das alles bei kompakten Abmessungen.

Preiswertes Pegel-Ass mit Bärenkräften und Spaßgarantie

Aktive Subwoofer Obere Mittelklasse
Preis-/Leistungsverhältnis
Test 09. Januar 2006

+ Bestmögliche Pegelfestigkeit in seiner Preisklasse
+ Sehr nachdrückliche Wiedergabe
+ Ausgezeichneter Tiefgang
+ Auch für größere Hörräume geeignet
+ Gute Verarbeitung
+ Lobenswertes Preis-/Leistungsverhältnis

- Für Klassik und Jazz nicht kultiviert genug
- Schmale Ausstattung

Kurzübersicht:
  • Aktiver Subwoofer JBL L 8400
    Prinzip: Frontfire, Geschlossen
    Chassis-Bestückung: 30 cm 
    Leistung: 600/1.200 Watt (RMS/Impuls)
    Untere Grenz-Frequenz: 22 Hz (-3 dB) 
    Übernahmefrequenz: 50 – 150 Hz stufenlos regelbar
    Phasenregler: 0°/180°
    Ausstattung: Vergoldete Anschlussterminals, Schallwand mit geringer Kantenreflexion, integrierte Standfüße
    Eingänge: 2 x Cinch, Lautsprecherkabel
    Ausgänge: Lautsprecherkabel
    Maße (H x B x T): 419 x 394 x 394 mm
    Gewicht: 26,4 kg
    erhält. Farben: Buche, Kirsche, Schwarz
    Preis: € 799,-
    Internet: www.jbl.com

Test: Carsten Rampacher
09. Januar 2006

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