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Zeit der Wölfe

The Company Of Wolves

Studio

ITC Entertainment (1984)

Verleih

Concorde Home Entertainment (2001)

Laufzeit

91:08 min. (FSK 16)

Regie

Neil Jordan

Darsteller

Sarah Patterson, Stephen Rea, Angela Lansbury, David Warner

DVD-Typ

DVD-5

Fernsehnorm

PAL

Bildformat

1,85:1 (anamorph)

Audiokanäle

1. Deutsch, Dolby Digital 5.1
2. Deutsch, Dolby Surround
3. Englisch, Dolby Digital 5.1
4.Englisch, Dolby Surround

Untertitel

keine

Regionalcode

2

Verpackung

Amaray-Case

Preis

ca. 20-25 EURO
Film  

In ihren Träumen kommt die junge Rosaleen (Sarah Patterson) in eine Welt, die von den Märchen ihrer langsam endenden Kindheit ebenso geprägt ist, wie von neu erwachenden Sehnsüchten. Hier lebt sie in einem idyllischen Dörfchen in einer längst vergangenen Zeit. In diesem parallelen Leben wurde ihre Schwester soeben das Opfer einer wilden Wolfsmeute, weshalb ihr Vater (David Warner) zum Angriff auf die reißenden Bestien geblasen hat. Rosaleen wird dabei von ihrer Großmutter (Angela Lansbury) betreut, die ihr zahlreiche Geschichten und Anekdoten, die von Geschehnissen mit Wölfen handeln, erzählen kann. Dabei vergisst sie auch nicht zu betonen, dass die gefährlichsten Kreaturen jene Wölfe seien, welche nicht auf der Außenseite, sondern innerlich behaart seien, wie jenes Wesen, dass einst in Gestalt eines Fremden (Stephen Rea) in ein Dorf gelangte und dort das Herz einer der Dorfmädchen gewann, um dann in der Hochzeitsnacht, in welcher zufällig Vollmond herrschte, spurlos zu verschwinden. Doch als der Totgeglaubte Jahre später zurückkehrt und seine Braut mit einem anderen verheiratet vorfindet, zeigt er im wahrsten Sinne des Wortes sein wahres Gesicht. Oder auch die Erzählung von der adligen Hochzeitsgesellschaft, die von der als unstandesgemäß verworfenen Geliebten des Bräutigams verflucht und darob in Wölfe verwandelt wird. Doch all die Warnungen, die insbesondere auch den dringenden Hinweis, im Wald nicht vom rechten Wege abzukommen, beinhaltet, werden von Rosaleen in den Wind geschlagen, als ihr ein sonderbarer junger Jägersmann (Micha Bergese) begegnet, der eine unwiderstehliche Ausstrahlung hat und seinen animalischen Zauber an ihr ausübt.

Auch wenn "The Company Of Wolves" (Zeit der Wölfe) alle notwendigen Zutaten aufweist - blutrünstige Ekeleffekte in Maske und Modell, überaus gewaltsame Tode in Serie und jede Menge Schock- und Spannungsmomente - so wäre es doch irgendwie unpassend, ihn als Horrorfilm zu bezeichnen. Er ist ein alphaftes Traumgespinst, das tief in das Unterbewusstsein der Hauptfigur eintaucht, um deren Gefühle, Wünsche und verdeckten Kammern ihres Charakters in schaurigen Bildern zu Tage bringen und unbestimmten Ahnungen eine handfeste Gestalt verleiht. Um den Zuschauer aber nicht vollkommen orientierungslos ins Chaos der Empfindungen taumeln zu lassen, orientiert sich die Geschichte, oder besser der Geschichtenkomplex, an bekannten Vorbildern, wie dem Grimmschen Märchen von Rotkäppchen oder dem Motiv des Werwolfs. Dazu musste dem Kindermärchen auch keineswegs Gewalt angetan werden, handelt es sich bei den scheinbar so harmlosen Gutenachtgeschichten doch tatsächlich um die Verarbeitung von Urängsten, die im übrigen in ihrer Originalfassung voll von Sex und grausamer Gewalt gewesen waren, dass sie in unentschärfter Form wohl kaum in den Regalen unzähliger Kinderzimmer, sondern auf dem Index gelandet wären.
Dem Film gelingt es ungemein zu faszinieren, zum einen lässt er durch seine verschachtelte und mit ausdrucksstarken Szenen bebilderte Erzählweise viel Freiraum für eigene Gefühle und Fantasien des Zuschauers, da das Drehbuch nur eine sehr grobe Richtschnur vorgibt, geht es doch um die unbekannten und zugleich beängstigenden, wie begrüßten Veränderungen der inneren Persönlichkeit im Zuge einer Heranreifung zum Erwachsenwerden.
Aber auch ganz losgelöst vom Inhalt ist "The Company Of Wolves" (Die Zeit der Wölfe) allein schon ein visuelles Erlebnis. Der dunkle Märchenwald samt zugehörigem Dorf verleugnet nicht seine Herkunft aus dem Filmstudio. Doch ist dieser Umstand, der unter anderen Umständen möglicherweise an der Glaubhaftigkeit der Geschichte gesägt hätte, gerade ein Vorteil. Zur selben Zeit künstlich, aber auch von einer magischen Wirklichkeit durchweht, treffen Kulissen und Ausstattung genau den Zustand der Träume, ja verwirklichen sie gerade für Außenstehende, lassen aber, ebenso wie die Story selbst, durch ihre sorgfältigen Details, Raum für die weiterführende Einbildungskraft des Betrachters. Regisseur Neil Jordan erzeugt hierbei eine solch düstere Stimmung, dass die Atmosphäre eines Tim Burton Films dagegen die reinste Höhensonne darstellt.

 

Bild 

Dass Cover der DVD prunkt mit einem "Bild digital remastered"-Label und gerade in der ersten Hälfte ist dies zum Leidwesen des Betrachters auch deutlich zu erkennen, da die zahlreichen Artefakte, Treppenartig abgestufte Kanten und erhebliche Nachzieheffekte kaum zu übersehen sind. Später wird es dann schon besser, obwohl das Bild auch dann häufig noch ein wenig belegt wirkt. Doch können dann zumindest die Grunddaten noch einigermaßen überzeugen.

 

Ton 

Zwar liegt eine 5.1-Abmischung vor, diese hat jedoch an direktionalen Effekten gar nichts zu bieten, wobei die hinteren Kanäle sowieso eher unterrepräsentiert sind. Dominiert wird das Ganze jedoch von der Musik und klanglichen Spannungseffekten, die von beiden Seiten kommend den gesamten Raum einnehmen und die Stimmung des Films ausgezeichnet unterstützen. Allerdings bewirken sie auch ein gelegentliches Übergewicht, das eindeutig zulasten der Dialoge geht. Was nicht zwingend von Nachteil ist, stellt die Wiedergabe der Sprache doch einen Schwachpunkt der DVD dar, da die Stimmen gelegentlich etwas unharmonisch und damit unnatürlich klingen und vor allem von Zeit zu Zeit deutlich übersteuert sind.

 

Special Features 

Die DVD hat einige Texttafeln zu bieten, mit Produktionsnotizen, biographischen Daten zu der Crew, sowie zu den Themen Werwölfe, Traumdeutung und eine Wiedergabe des Märchens von Rotkäppchen. An bewegtem Zusatzmaterial gibt es nur einige Trailer, unter anderem auch den zu "The Company Of Wolves".

03.09.2001

Review von Tobias Wrany

Test-Equipment

TV: Panasonic TX-28PK1F
DVD-Player: Pioneer DV-535
Dolby Digital / DTS Receiver: Sony STR-DA50ES

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