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Young Sherlock Holmes - Das Geheimnis des
verborgenen Tempels
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VÖ: 08.01.2003 |
Studio |
Paramount Pictures (1985) |
Verleih |
Paramount Home Entertainment (2003) |
Laufzeit |
104:24 min. |
Regie |
Barry Levinson |
Darsteller |
Nicholas Rowe, Alan Cox, Sophie Ward |
DVD-Typ |
DVD-9 |
Fernsehnorm |
PAL |
Bildformat |
1,85:1 (anamorph) |
Audiokanäle |
1. Deutsch, Dolby Surround
2. Englisch, Dolby Digital 5.1
3. Französisch, Dolby Surround
4. Spanisch, Dolby Surround
5. Italienisch, Dolby Surround |
Untertitel |
deutsch, englisch, türkisch, niederländisch, ungarisch, französisch,
italienisch, dänisch, norwegisch, schwedisch, spanisch, albanisch, belgisch, finnisch,
arabisch, griechisch, hebräisch, isändisch, kroatisch, polnisch, portugiesisch,
rumänisch, serbisch, slowenisch, tschechisch |
Regionalcode |
2 |
Verpackung |
Amaray-Case |
Film      
Der junge John Watson (Alan Cox) hat keine Mühe, seinen Enthusiasmus zu zügeln, als
er Einzug in das Internat hält, wo seine Ausbildung verfeinert werden soll. Das
befremdliche und von einer gewissen Hochnäsigkeit nicht ganz freie Benehmen gewisser
Mitschüler wirkt sich ebenfalls nicht gerade fördernd auf seine Akklimatisierung aus.
Doch gerade der sich etwas absonderlich gebärdende Knabe mit dem Namen Sherlock Holmes
(Nicholas Rowe) nimmt sich des Neulings an und führt ihn in den schulischen Alltag ein.
Da sich zwischen den beiden schnell so etwas wie eine freundschaftliche Bande ergibt, wird
John allerdings wider seine auf bequeme Zurückhaltung geeichte Natur in eine Abfolge
mysteriöser Vorfälle einbezogen, in deren Mittelpunkt eine merkwürdige Serie von
Todesfällen steht, die im Jahre 1870 eine Reihe von angesehenen Mitgliedern der Londoner
Gesellschaft aus heiterem Himmel zuerst den Verstand und dann ihr Leben verlieren lässt.
Ein besonderes persönliches Interesse knüpft Sherlock an den Fall, denn anscheinend
besteht eine Verbindung zu dem Onkel von Elizabeth (Sophie Ward); und bei der jungen Dame
handelt es sich um eine sehr gute Freundin des Schülers mit dem Faible für logische
Schlüsse. Dann jedoch überschlagen sich die Ereignisse und Sherlock sieht sich
schwersten Disziplinarmaßnahmen Seitens der Schulleitung ausgesetzt, da der Lehrkörper,
mit Ausnahme seines verständnisvollen Fechtlehrers Rathe (Anthony Higgins), mit den
frühreifen Aktivitäten ihres Schützlings alles andere als einverstanden sind. Jedoch
sind seine schulischen Probleme nichts im Vergleich zu den wahrhaft mörderischen
Bedrohungen, die sich für ihn und die Menschen in seinem nächsten Freundeskreis auftun.
Zumindest gerüchtehalber war die Produktion von "Young Sherlock Holmes"
geprägt von einem großen Duell. Und hier ist nicht die Rede vom Konflikt des
jugendlichen Meisterdetektives mit seinem geheimnisvollen Gegenspieler, sondern die
Differenzen, welche zwischen Regisseur Barry Levinson und Produzent Steven Spielberg
aufgetreten sein sollen. Ganz unglaubwürdig erscheint dies jedenfalls nicht, immerhin
sind beide Spieler im Hollywood-Geschäft von erheblichem Schwergewicht und man kann dem
Film durchaus den Einfluss der beiden Führungskräfte am Drehort ansehen. Doch im
Gegensatz zu so mancher Produktion, die durch Zwistigkeiten hinter den Kulissen unschuldig
in den Abgrund gezogen wurden, trug hier die überaus entgegengesetzte Befruchtung eine
künstlerisch gelungene Blüte.
Auf den Regisseur Levinson, den Experten für unterhaltsamen Anspruch, wie
"Diner" oder "Rain Man" deutet seine größte Stärke hin, die auch
bei "Young Sherlock Holmes" ihren Widerhall findet, einprägsame Charaktere zu
entwickeln, die zugleich überlebensgroße Filmfiguren, wie echte, lebendige Menschen mit
echten Gefühlen darstellen. Der Film ist so alles andere als eine dahingeschluderte
Ausbeutung einer berühmten Persönlichkeit der Weltliteratur, ausgemalt als auf
jugendlich getrimmtes Action-Abenteuer. Immerhin bewahren sich die Personen ein
eigenständiges Seelenleben, bis hin zu einer tragischen Liebesgeschichte, die ohne
weiteres selbst hauptberufliche Musterromanzen deklassiert.
Und mehr als nur hilfreicherweist sich, wie gut es den Verantwortlichen für Inszenierung
und Ausstattung gelungen ist, die dichte Atmosphäre eines hyperrealen viktorianischen
Londons zu erschaffen (mitsamt dem Nachweis, dass in der Leinwandkunst kaum etwas so eine
zauberhafte Wirkung erzeugt, wie künstlich beschneite Studiokulissen, an deren
geheimnisvoll-traumhafter Reiz das natürliche Vorbild nur schwer herankommt).
Spielberg hat als Kontrastprogramm mit Humor gewürzte Action- und Abenteuerelemente
beigesteuert. Dass sich die Szenen in der unterirdischen Pyramide über das bloße
Selbstzitat hinaus zu einer klaren Kopie vom zweiten Indiana Jones Abenteuer versteigen,
macht sich dennoch nicht als Nachteil bemerkbar, immerhin gelingt es, das Original
zumindest an spielerischer Dynamik und persönlicher Spannung sogar zu übertreffen. Und
auch die anderen spielbergschen Elemente erweisen sich weniger als Fremdkörper, denn als
fördernder Kontrast zur düster-romantischen Grundstimmung.
"Young Sherlock Holmes" ist in seiner gewinnbringender Kombination filmischer
Mittel mehr als nur emotional unterfüttertes Spannungskino gelungen, vom ersten
Augenblick an atmet der Film jene seltene Kinomagie aus, die so oft nur beschworen aber
nicht wirklich erreicht wird, dieser perfekte Transfer in eine andere Welt, der deshalb
nur selten gelingt, weil er eine vollkommene Balance der emotionalen, geistigen und
visuellen Eindrücke fordert, die sich letztlich nur durch glückliche Fügung doch kaum
durch generalstabsmäßige Kalkulation einzustellen vermag.
Bild      
Trotz ordentlicher Restaurierung ist das Bild nicht ohne jeden Mangel. Auf der anderen
Seite bleiben aber auch negative Auffälligkeiten durch eine zu übereifrige
Nachbearbeitung aus. Neben örtlich begrenzten Schwächen bei der ansonsten überzeugenden
Schärfe und einer maßvollen Unruhe des Bildes gehören zu den Minuspunkten noch ganz
vereinzelte Drop-Outs. Dagegen können die Farben im Grunde eine solide Vorstellung bieten
und auch die Kontraste zeigen durchweg gute Werte.
Ton      
Da die Vorlage nicht mehr hergab, ist die Beschränkung der deutschen Sprachfassung auf
eine Dolby Surround Abmischung gar nicht so sehr zu bedauern. Immerhin zeichnet sie sich
durch ein bemerkenswert differenziertes Tonbild und überdurchschnittlich gelungenen
Raumklang aus. Letztlich bleibt sie damit nur wenig hinter der mehrkanalig aufgewerteten
Originalsprachfassung zurück, die sich allerdings im Bassbereich etwas
durchschlagskräftiger aufführt.
Special Features      
Extras waren auf der getesteten DVD nicht enthalten.
17.12.2003
Review von Tobias Wrany
Test-Equipment
TV: Panasonic TX-28PK1F
DVD-Player: Pioneer DV-343
Dolby Digital / DTS Receiver: Sony STR-DA50ES
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