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Requiem For A Dream

Kauf-VÖ: 08.02.2002

Studio

Artisan (2000)

Verleih

Highlight Communictions (2001)

Laufzeit

97:03 min. (FSK 16)

Regie

Darren Aronofsky

Darsteller

Ellen Burstyn, Jared Leto, Jennifer Conelly, Marlon Wayans

DVD-Typ

DVD-5

Fernsehnorm

PAL

Bildformat

1,85:1 (anamorph)

Bitrate

4.95 Mbps

Audiokanäle

1. Deutsch, Dolby Digital 5.1 (448 kbps)
2. Deutsch, Dolby Surround (192 kbps)

Untertitel

keine

Regionalcode

2

Verpackung

Amaray-Case

Preis

ca. 20 €
Film 

Natürlich, Sara Goldfarb (Ellen Burstyn) hat ihre Freundinnen, welche - eben so wie sie selbst auch - ihren Lebensabend damit verbringen, tagtäglich vor ihrem Mietwohnblock, der auch schon bessere Tage gesehen hat, auf einem Klappstuhl zu sitzen und die Strahlen des New Yorker Sommers zu tanken. Aber trotzdem fühlt sie sich hier nur als eine unter vielen und irgendwie ist sie in der ungeschriebenen Rangordnung auch nie im vorderen Bereich aufzufinden. Ansonsten ist der Alltag denkbar ereignislos. Es taucht höchstens mal ihr heroinsüchtiger Sohn Harry (Jared Leto) auf, jedoch im allgemeinen nur, um seiner Mutter ihren geliebten Fernseher zu entziehen und ihn immer wieder beim selben Pfandleiher abzuliefern, um an Geld für den nächsten Schuss zu gelangen.
Doch dann kommt ein Anruf eines Fernsehsenders, der Sara den Auftritt in einer ihrer Shows verheißt. Fortan ist Sara der Mittelpunkt ihres Damenzirkels, was sich noch festigt, als die lange erwarteten Bewerbungsunterlagen eintreffen. Und die Wartezeit auf den genauen Sendetermin wird ihr auch nicht lang, gibt es doch genug zu organisieren. Nicht zuletzt muss die Frage beantwortet werden, wie sie wieder in das schöne rote Kleid gelangen kann, dass sie damals am Ehrentag von Harrys Collegeabschluss getragen hatte. Aber auch hier verspricht, nach einem fehlgeschlagenen Diätversuch, das Wunder der modernen Pharmazie in Form von leichthändig verschriebenen Diätpillen effektive Abhilfe zu schaffen. Und von da an läuft alles eigentlich wunderbar. Die Pfunde purzeln praktisch im Stundentakt und eine lange vermisste Energie durchschießt ihre angejahrten Knochen. Hinzu kommt: Auch Sohn Harry zeigt sich inzwischen von seiner mustergültigen Seite, kann von einem hochrangigen Job im Vertriebswesen berichten, eine allerliebste Freundin aus reichem Hause aufweisen und statt seiner Mutter den Fernseher zu entziehen, lässt er zum Ausgleich für vorangegangenes Unrecht ein niegelnagelneues Großbildgerät anliefern, gezahlt von seinem ersten Einkommen.
Was Harry allerdings nicht erwähnt hat, ist der Umstand, dass es sich bei seinem Traumjob um die freiberufliche Streckung und Weiterveräußerung von illegalen Rauschmitteln handelt. Doch das zunächst hochprofitable Geschäft, dass er mit seinem Kumpel Tyrone (Marlon Wayans) aufgezogen hat, steckt schon bald in einer Krise, als auf dem Zulieferermarkt plötzlich eine Verknappung entsteht. Und diese Durststrecke wird langsam mehr als bedrohlich. Dass ihr Business-Plan schon längst nicht mehr erfüllt werden kann, ist Harry und Tyrone dabei fast schon schnuppe, denn viel schlimmer: Die Vorräte für den Eigengebrauch neigen sich bedrohlich dem Ende zu. Darunter leidet auch die Beziehung Harrys zu seiner Freundin Marion (Jennifer Connelly); als Harry den gewünschten Stoff nicht mehr liefern kann, macht sie sich selbst auf, ihr Suchtmittel zu besorgen, koste es, was es wolle.
Wer weiß, wie Sara auf derartige Tiefschläge gegen ihre Träume vom soliden Familienleben ihres Sprösslings wohl reagiert hätte; jedoch haben die Nebenwirkungen der von ihr in rauen Mengen geschluckten Schlankmacher schon längst eine Abwärtsspirale des geistigen, wie körperlichen Zerfalls auf den Weg gebracht, dass sie vom Platzen ihrer Wunschvorstellungen schon gar nichts mehr mitbekommt.

Regisseur Aonofsky geht an sein Sujet analytisch, distanziert heran, er versucht damit nicht den leichten Weg, durch emotionale Verwicklungen den Zuschauer in das Leben seiner Protagonisten einzubinden. Trotzdem ist sein Film keine kalte, hochartifizielle Schöpfung geworden, trotz des häufigen Einsatzes einer virtuos verfremdenden Kamera- und Schnitttechnik. Aber er kommt seinen Figuren auch nahe, lässt immer wieder einmal ihre menschliche Seite aufblitzen. Das Ergebnis ist eine Erzählweise, die einer Dokumentation nahe kommt, jedoch ohne den insoweit typischen (pseudo)realistischen Look, der ersetzt wird durch eine ungemein intensive Bildgestaltung, der es gelingt, das Innenleben der Personen kongenial sichtbar zu machen. Selbst wenn das Drehbuch dabei Klischees nicht vollkommen ausspart; was vor allem bei der Observation des Abstiegs der Tochter aus "gutem Hause" nicht ausbleibt, ist die Darstellung hier doch wesentlich überzeugender ausgefallen, als zum Beispiel bei der inhaltlich absolut gleichgelagerten Episode aus "Traffic", bei der Steven Soderbergh im Ergebnis doch zu sehr auf die typische Hollywood-Dramaturgie vertraute und seinem ansonsten doch durchaus gelungenen Werk einen qualitativen Dämpfer verpasste.
Auch wenn die Schauspieler von "Requiem For A Dream" durchweg überzeugen, stehen sie doch im Schatten der alles überstrahlenden Leistung von Ellen Burstyn als pillenabhängige Ruheständlerin. Allein ihrer unaufhaltsamen Transformation von der ziemlich durchschnittlichen, etwas tütteligen Rentnerin zu einem von Wahnvorstellungen gehetztem menschlichen Wrack zuzusehen macht den Film schon absolut sehenswert.
"Requiem For A Dream" stellt im Ergebnis einen der effektivsten Anti-Drogenfilme dar, nicht zuletzt deshalb, weil er durch die vollkommene Absenz eines erhobenen Zeigefingers gar nicht in das allgemeine Schema der "Keine-Macht-den-Drogen"-Front passt. Es ist gerade seine Zurückhaltung bei jedweder Kommentierung, auch indirekter Art, und seine gnadenlos pessimistische Perspektive beim Blick auf den Schicksalsweg sämtlicher Protagonisten, was ihn so durchschlagend macht.

 

Bild 

Dass die Bildqualität hier nicht gerade mit aller möglicher Brillanz auftritt, ist auf den ersten Blick zu erkennen. Doch ist dies noch kein Grund, die DVD in Grund und Boden zu verdammen, sind doch einige der Minuspunkte, wie zum Beispiel die überaus gedämpften Farben, oder die leichte Körnigkeit des sehr weichgezeichneten Bildes Bestandteile des künstlerischen Konzepts eines Regisseurs, der visuell viel herumexperimentiert und dazu verschiedene Kamera-, Schnitt- und Filtertechniken einsetzt. Man darf bereits gespannt sein, was davon übrigbleiben wird, wenn Aronofsky mit der nächsten Batman-Verfilmung 2003 den 180 Grad-Dreh vom Experimentier- zum Kommerzkino geht. 

Allerdings ist nicht alles gewollt, und dazu gehört sicherlich auch das unruhige Encoding dieser DVD, welches nicht nur dadurch auffällt, dass immer wieder mal kleine Klötzchen auf dem Bildschirm zu sehen sind, sondern auch in ruhigen Szenen das Bild hin und herruckeln lässt. Die Konturen wirken auch leicht ausgefranst und stellenweise zieht das Bild leicht nach.

 

Ton 

Die kompromisslose Erzählform, sowohl in Hinblick auf die Handlung, als auch die künstlerische Gestaltung der Bilder, machen "Requiem For A Dream" natürlich zu einem absoluten Nischenprodukt. Nachdem sich Highlight bereits damit schwer tat, diesen Film überhaupt in die Kinos zu bringen und dies dann erst sehr spät und so erfolgte, dass außer den Feuilletonisten der großen Zeitungen kaum jemand etwas davon mitbekam, geht die DVD auch noch an dieser kleinen Zielgruppe vorbei, denn sie enthält lediglich die deutsche Synchro, die im Vergleich zum englischen Original vielfach zu aufgesetzt und hektisch wirkt und dem Film damit einiges von seiner Wirkung nimmt.

Aufwendige Effekte oder großartiges Raumgefühl sind nicht vorhanden, was sich durch die absolute Konzentration des Geschehens auf die Dialoge leicht erklären lässt. Allerdings ist der Einsatz der Musik überaus gelungen und stellt einen optimalen Kontrapunkt zum sprachlichen Zentralgeschehen dar. Ähnlich wie bereits in seinem hierzulande nicht auf DVD erhältlichem Erstlingswerk "Pi" setzt Regisseur Darren Aronofsky auf die Wirkung der Musik, um die Stimmungen der Figuren ein wenig zu verdeutlichen. In diesem Zusammenhang wird dann auch das Mehrkanalsystem angemessen ausgenutzt. Meist nur mit kleinen, sehr kurzen und oft auch nur subtilen Effekten, aber immerhin besser als in einem Woody Allen-Film. Leider drängt sich die deutsche Synchro hier ein wenig zu laut in den Vordergrund, so dass es nicht schaden kann, den Center-Pegel kurzzeitig ein wenig herunterzudrehen.

 

Special Features 

Die Kauf-DVD ist praktisch nicht besser ausgestattet als die Verleih-Version und enthält außer einer Trailershow für Requiem for a Dream und weitere Highlight-DVDs keine Infos über den Film parat.

04.02.2002

Review von Karsten Serck (Ausstattung) und Tobias Wrany (Film)

Test-Equipment

TV Panasonic TX - W32D3F
DVD - Player Sony DVP-NS900V
Dolby Digital / DTS - Receiver Yamaha RX-V3000RDS

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