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Kopf über Wasser (Head Above Water)
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Studio |
TIG Production (1996) |
Verleih |
mediacs (2002) |
Laufzeit |
88:24 min. (FSK 12) |
Regie |
Jim Wilson |
Darsteller |
Cameron Diaz, Harvey Keitel, Billy Zane |
DVD-Typ |
DVD-9 |
Fernsehnorm |
PAL |
Bildformat |
1,85:1 (anamorph) |
Audiokanäle |
1. Deutsch, Dolby Digital 5.1
2. Englisch, Dolby Digital 2.0 |
Untertitel |
deutsch |
Regionalcode |
2 |
Verpackung |
Amaray-Case |
Preis |
ca. 20 EUR |
Film      
Was kann es friedvolleres geben, als ein frisch getrautes Ehepaar, er ein angesehener
Richter, sie ein nach einem Ausrutscher ins Drogenmilieu auf den Weg der Tugend
zurückgeführter blonder Engel, in den Sommerferien auf einem idyllischen, einsamen
Inselchen vor der nordöstlichen Küste der USA. Doch als dann der Göttergatte George
(Harvey Keitel) zusammen mit Lance (Craig Sheffer), dem ältesten Freund der Braut auf
einer Angeltour ist, zeigt plötzlich die Vergangenheit ihr düsteres Haupt in Gestalt von
Nathalies (Cameron Diaz) ehemaligem Gespielen Kent (Billy Zane), der seine
Besitzansprüche auf die frisch Vermählte noch immer nicht vollständig aufgegeben hat.
Bedauerlicherweise erwischt er die junge Braut in einem schwachen Moment, was sie
allerdings schon am nächsten Morgen bitter bereut. Der emotionale Konflikt tritt jedoch
schnell hinter einem viel gravierenden Problem zurück, ist doch der am Abend vorher noch
ausgesprochen agile Kent nunmehr mausetot und Nathalie steht vor der Frage, wie sie mit
den sterblichen Überresten ihres Fehltritts am besten umgehen kann, ohne ihr junges
Glück einer ernsthaften Belastungsprobe auszusetzen. Leider entpuppt sich ihre "aus
den Augen, aus dem Sinn"-Strategie als klassisches Eigentor, wird doch so eine Kette
von Ereignissen ausgelöst, die nicht nur George und Lance intensiver in das Geschehen
involviert als erhofft, sondern vor allem den Keim zu einem sich immer mörderischer (im
wahren Sinne des Wortes) entwickelnden Treiben enthält, das nach und nach alle
Beteiligten einbezieht und dabei Abgründe freilegt, die wahrlich nichts für Leute mit
seelischer Höhenangst sind.
Das Thema "Wie lasse ich eine Leiche mit einem Minimum an Aufmerksamkeit
verschwinden" ist als filmisches Sujet überaus beliebt; vom Klassiker, Hitchcocks
"Trouble With Harry" (Immer Ärger mit Harry) bis hin zu neueren Werken, wie dem
deutschen Beitrag "Drei Chinesen mit dem Kontrabass" oder eben der norwegischen
Originalvorlage zu "Head Above Water" (Kopf über Wasser). Der Grund für die
Popularität dieser Grundidee leuchtet unmittelbar ein, liefert sie doch quasi eine
Steilvorlage für jeden halbwegs fantasiebegabten Drehbuchautor, was schwarzen Humor,
absurden Slapstick und skurrile Situationskomik angeht.
So ist denn auch das vorliegende Werk nicht frei von derartigen Sequenzen, in denen das
Motiv lebhaft ausgespielt wird. In Kombination mit einer sehenswerten Besetzung, immerhin
treffen in den beiden Hauptrollen das Schauspielass Keitel und die durchaus mit einem
gewissen komödiantischen Potential gesegnete Cameron Diaz aufeinander, dürfte deshalb
nicht allzu viel schief gehen können; sollte man jedenfalls meinen.
Umso enttäuschender ist es dann, wenn sich "Head Above Water" (Kopf über
Wasser) nicht als amüsante Variante, sondern als ausgesprochener Langweiler entpuppt.
Ohne jeden Sinn für das richtige Timing und ein ordentliches Tempo schleppt sich das
schwarzhumorig gedachte Geschehen so mühsam dahin, als sei es selbst das Opfer eines
heimtückischen Anschlags mit einem langsam wirkenden Nervengift geworden. Selbst
theoretisch erfolg(sprich Komik)versprechende Ansätze gehen rettungslos verloren und
versanden mehr oder weniger kläglich. So gesehen ist das einzig positive, was sich sagen
lässt, dass der Film wenigstens "nur" langweilt und nicht zusätzlich durch
geistigen Flachsinn oder inhaltlichen Dilettantismus die Nerven strapaziert.
Bild      
Wenig erfreulich ist die Bildqualität geraten. Viel zu deutlich ist eine erhebliche
Fehleinstellung der Farben, die insgesamt viel zu dunkel geraten sind, was auch die Kontraste
in Mitleidenschaft zieht. Hinzu kommt, dass auch der sonstige visuelle Eindruck von einer
gewissen Lieblosigkeit geprägt ist, was sich in nicht gerade optimalen Werten bei der
Schärfe und vor allem bei der mangelhaften Detailwiedrgabe niederschlägt. Fairerweise
muss allerdings angemerkt werden, dass es zwischenzeitlich auch wieder Szenen gibt, in
denen die genannten Mängel wieder verschwinden, so dass sich das Ganze letztlich noch
leidlich ansehen lässt.
Ton      
Bezeichnend dürfte sein, dass es sich eigentlich überhaupt nicht negativ auswirkt,
dass die Originalfassung lediglich eine durchschnittliche Dolby Surround Fassung
abbekommen hat. Denn die 5.1-Abmischung der synchronisierten Version erweist sich als
ebenso unauffällig in allen Belangen, vom kaum entwickelten Raumklang bis hin zur eher
schwächelnden Dynamik, wie die 2.0-Version. Letztlich also nicht gerade ein Ruhmesblatt,
allerdings hält sich die DVD akustisch zumindest frei von ernsthaften Macken.
Special Features      
Eher mau fällt die Zugaben-Abteilung aus. Das Star-Portrait von Cameron Diaz
erschöpft sich neben (film)biografischen Daten in einem gesprochenen Kurzvortrag zu
Standbildern, der die Karriere der Darstellerin Revue passieren lässt.
In drei kurzen Szenen wird der Film mit der filmischen Vorlage aus Norwegen verglichen,
wobei wahlweise die Szenen hintereinander oder (in erheblich verkleinertem Bildausschnitt)
parallel betrachtet werden können. Abgerundet wird das Ganze schließlich durch ein paar
Interviewausschnitte mit einigen der Mitwirkenden (zuzüglich biografischer Infos in
Textform), sowie dem Trailer.
18.02.2003
Review von Tobias Wrany
Test-Equipment
TV: Panasonic TX-28PK1F
DVD-Player: Pioneer DV-343
Dolby Digital / DTS Receiver: Sony STR-DA50ES
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