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Good Bye Lenin! 

Studio

X-Filme (2003)

Anbieter

X-Filme im Vertrieb von Warner Home Video (2003)

Laufzeit

116:51 min. (FSK 6)

Regie

Wolfgang Becker

Darsteller

Daniel Brühl, Katrin Saß u.a.

DVD-Typ

DVD-9

TV-Norm

PAL

Bitrate

6.34 Mbps (Video: ca. 5.2 Mbps)

Bildformat

1,85:1 (anamorph)

Audiokanäle

1. Deutsch, Dolby Digital 5.1 (448 kbps)
2. Audiodeskription für Blinde (224 kbps)
3. Audio-Kommentar Wolfgang Becker (224 kbps)
4. Audio-Kommentar der Darsteller (224 kbps)

Untertitel

Deutsch, Farbige Untertitel für Hörgeschädigte

Regionalcode

2

Verpackung

Amaray-Case
Film 

Geschichte wird gemacht. Nur für den 21jährigen Alex (Daniel Brühl) geht nichts voran. Kurz vor dem Fall der Mauer fällt seine Mutter (Katrin Saß), eine selbstbewusste Bürgerin der DDR, nach einem Herzinfarkt ins Koma - und verschläft den Siegeszug des Kapitalismus. Als sie wie durch ein Wunder nach acht Monaten die Augen wieder aufschlägt, erwacht sie in einem neuen Land. Sie hat nicht miterlebt, wie West-Autos und Fast-Food-Ketten den Osten überrollen, wie Coca Cola Jahrzehnte des Sozialismus einfach wegspült, wie man hastig zusammen wachsen lässt, was zusammen gehört. Erfahren darf sie von alledem nichts: Zu angeschlagen ist ihr schwaches Herz, als dass sie die Aufregung überstehen könnte. Alex ist keine Atempause gegönnt. Um seine Mutter zu retten, muss er nun auf 79 Quadratmetern Plattenbau die DDR wieder auferstehen lassen. Schnell stellt er fest, dass sich dieser Plan schwieriger umsetzen lässt als erwartet...

In einer Mischung aus Drama und Komödie erzählt Regisseur Wolfgang Becker die Geschichte der letzten Tage der DDR und präsentiert dabei eine alternative Version der deutsch-deutschen Einigung, die Alex in der Not erfindet, um seiner Mutter den plötzlichen Untergang der DDR begreifbarer zu machen. Der Film ist nicht ganz so komödiantisch, wie man es vielleicht nach dem Betrachten des Trailers glauben mag. Von Beginn an sorgt der eher traurige Unterton des Off-Kommentars von Daniel Brühl und die Musik von Yann Tiersen (Die fabelhafte Welt der Amélie) für eine gedämpfte Stimmung. "Good Bye Lenin" bietet aber einige amüsante Pointen, die sich überwiegend durch den im Verlauf des Jahres 1990 immer stärker in den DDR-Alltag einfließenden West-Einfluss ergeben. Wenn auch diese Gags mitunter arg inszeniert wirken, so wurden sie doch zumeist gründlich recherchiert und nutzen als Aufhänger für die Pointen meist Ereignisse, die sich im Verlauf der Wende wirklich ergeben haben. Mit zu den besten Momenten gehören die selbst erdachten Berichte der "Aktuellen Kamera", die im spröden Gleichklang des Originals dem Zuschauer die segensreichen Errungenschaften des Sozialismus verdeutlichen sollen. Auch wenn "Good Bye Lenin!" mit zur aktuellen "Ostalgiewelle" mit beigetragen hat und der Film sich auf vielerlei Art und Weise interpretieren lässt, so gibt es doch erhebliche Unterschiede zwischen "Good Bye Lenin!" und Ost-Klamauk à la "Sonnenallee" oder TV-Shows, in denen Gregor Gysi und andere DDR-Veteranen mit verklärtem Blick zurück die ach so schönen Seiten des Lebens in der DDR Revue passieren lassen. Denn "Good Bye Lenin" erinnert gerade zu Anfang doch sehr deutlich daran, dass die DDR kein Folkloreverein, sondern eine Diktatur mit Mauer und Staatssicherheit gewesen ist. Denn der DDR-Staat ist auch Auslöser für die beiden großen Schicksalsschläge, die zur Ausgangssituation des Films führen, nämlich die Flucht des Vaters in den Westen und das Vorgehen von Volkspolizei und Staatssicherheit gegen das eigene Volk am 7. Oktober 1989, welches den Auslöser für den Koma der Mutter bildet. So vermischt der Film auch immer wieder die Ereignisse der Deutschlandpolitik in den Jahren 1989/1990 und lässt diese in den Alltag der Familie einfließen. Dies ist eigentlich der größte Geniestreich von "Good Bye Lenin", weil der Film so nebenbei die Geschichte der deutschen Einigung in groben Etappen miterzählt und die dafür verwendeten Originalaufnahmen gleichzeitig dazu verwendet, die Erzählung der Familiengeschichte voranzubringen. Allerdings gelingt es dem Film nicht immer, die Intention der Filmemacher auch wirklich deutlich werden zu lassen und einige Handlungsstränge erscheinen unnötig oder wurden nicht weiterentwickelt, wodurch der Film stellenweise Fragen aufwirft, die man hätte vermeiden können. Nichtsdestotrotz ist "Good Bye Lenin" eine humorvolle Bereicherung für den deutschen Film, bei dem man sich fragt, wieso eigentlich erst 13 Jahre vergehen mussten, bis jemand eine solch raffinierte Idee verwirklichte.

 

Bild 

Wie leider noch bei viel zu vielen deutschen Produktionen, gelang auch bei "Good Bye Lenin" keine wirklich gute Film-Abtastung. Das Bildmaterial ist sehr körnig, weist nur relativ wenig Detail auf und wurde auch keiner korrekten Kontrastanpassung unterzogen. Entsprechend neigt das Bild in hellen Bildsequenzen vielfach zum Überstrahlen und weist auch keine korrekten Farbwerte auf. Die Sättigung der Farben ist indes sehr hoch. Dem Bild sieht man einen deutlichen Rauschfiltereinsatz an, der vielfach zu Nachzieheffekten führt. Zumindest die Kantenschärfe ist trotz ausgefranster Konturen mitunter sogar ganz gut. Die Kompression gestaltet sich angesichts des im Bild immer sichtbar vorhandenen Grieselns als schwierig und produziert dezentes Blockrauschen. Leider wird die Bildqualität dieser DVD dem Erfolg des Films nicht gerecht. Dies dürfte vornehmlich auf die Abtastung zurückzuführen sein. Hier zeigen Filme wie "Das Experiment", dass es prinzipiell auch mit deutschen Produktionen möglich ist, den Film-Look von Hollywood-Produktionen auf DVD zu erzielen.

 

Ton 

"Good Bye Lenin" ist kein spektakulärer Surround-Film, doch bietet er für eine deutsche Produktion immerhin erstaunlich viel Atmosphäre. So wird in vielen Außenaufnahmen die Kulisse sehr räumlich wiedergegeben und einzelne Umgebungsgeräusche erklingen immer wieder deutlich aus eindeutig definierbaren Positionen. Für die räumliche Atmosphäre sorgt auch die Musik von Yann Tiersen, die meist gleichmäßig und deutlich über alle vier Hauptkanäle wiedergegeben wird. Auch der Subwoofer sorgt stellenweise für einen voluminösen Unterton. Große Dynamiksprünge kommen hier aber nicht vor. Im Höhenbereich ist die DVD nicht ganz so optimal. Hier klingt der Sound auf den oberen Frequenzen eher leblos und gedämpft. 

 

Special Features 

Diese DVD wirkt zunächst ein wenig spartanisch, weil hier vor allem bebildertes Material wie ein Making of oder historische Hintergrundinformationen fehlen. Zumindest die Audio-Kommentare und der recht clever gestaltete "Inter/Kosmodus" sorgen aber doch für zumindest einige grobe Informationen. Wer mehr haben möchte, sollte noch bis Ende des Jahres warten. Dann nämlich soll es noch eine weitaus umfangreichere Ausgabe von "Good Bye Lenin" auf zwei DVDs geben.

  • Inter/Kosmodus: Wie bereits von vielen Filmen bekannt, erlaubt dieser Modus die Einblendung von Hintergrundinformationen oder den Zugriff auf szenenspezifisches Material während des laufenden Films, was also bedeutet, dass man den Film noch ein weiteres Mal ansehen muss, wenn man dieses Feature nutzen will. So wird man vielleicht gar nicht registrieren, dass hier insgesamt 50 kurze Clips mit Deleted Scenes, Hintergrundaufnahmen sowie Original-TV-Material zu finden ist, welches während des Films so ziemlich in jeder Minute Hintergrundinformationen bietet. Zusätzlich zu diesen Videos geben noch weitere Text-Tafeln Hintergrundinformationen zu verschiedenen Filmszenen. Leider fehlt hier auf der DVD ein Modus, mit dem man diese Infos auch unabhängig vom Film ansehen kann und aufgrund von User Prohibitions kann man auch nicht direkt auf die in Track 9 versteckten Videos zugreifen.

  • Audio-Kommentar mit Regisseur Wolfgang Becker sowie zweiter Audio-Kommentar mit den Darstellern Daniel Brühl, Katrin Sass und Florian Lukas: Vor allem der Kommentar von Regisseur Wolfgang Becker hilft dabei, so einige offene Fragen zu beantworten, während der zweite Kommentar mit den Darstellern vornehmlich aus netter Plauderei besteht.  

  • Mini-Making of (01:28 min.): Dieses "Making of" ist im Grunde genommen nur ein kurzer Clip mit Hintergrundaufnahmen von den Dreharbeiten, der von der Musik Yann Tiersens begleitet wird.

  • Zeittafel der Ereignisse von 1989 und 1990 (Text)

  • Biographien der Darsteller und Macher des Films (Text)

  • Teaser & Trailer

Review von Karsten Serck

22.09.2003

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