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Flash Gordon

Studio

Universal Pictures (1980)

Verleih

Kinowelt Home Entertainment (2001)

Laufzeit

106:39 min. (FSK 12)

Regie

Mike Hodges

Darsteller

Sam J. Jones, Ornella Muti, Max von Sydow, Chaim Topol, Timothy Dalton

DVD-Typ

DVD-9

Fernsehnorm

PAL

Bildformat

2,35:1 (anamorph)

Audiokanäle

1. Deutsch, Stereo
2. Englisch, Stereo
3. Spanisch, Mono

Untertitel

deutsch, englisch, spanisch, türkisch, niederländisch, schwedisch, dänisch, finnisch

Regionalcode

2

Verpackung

Amaray-Case

Preis

ca. 20-25 €
Film 

Eine Katastrophe nach der anderen sucht den Planeten Erde heim und die ganze wissenschaftliche Welt ist ratlos. Die ganze ? Nun, mit Ausnahme des ehemaligen NASA-Forschers Hans Zarkov (Chaim Topol) aber dessen Theorien von außerirdischen Eingriffen ins Wettergefüge werden von allen als pure Phantasterei abgetan. So steht Zarkov ziemlich alleine da, als er sich mit einer Rakete Marke Eigenbau in die unendlichen Weiten des Alls aufmachen will, um der Sache vor Ort auf den Grund zu gehen, sogar sein Assistent macht sich von dannen. Da sich der Flugkörper jedoch nur zu zweit steuern lässt, sieht sich Zarkov gezwungen, die Notlage des Footballspielers Flash Gordon (Sam J. Jones) und der Flugbegleiterin Dale Arden (Melody Anderson) zunutze zu machen, die justament auf seinem Grund und Boden eine Bruchlandung hingelegt haben und lockt die beiden in sein Raumfahrzeug.
Ihre interstellare Reise führt sie zum Planeten Mongo, von wo aus der sinistre Kaiser Ming (Max von Sydow) die Galaxis beherrscht. Die Freude, gegenüber seinen wissenschaftlichen Kollegen recht behalten zu haben, ist doch in der Tat Ming der Urheber der diversen Desaster auf der Erde, währt jedoch nicht allzu lange, denn der diabolische Diktator verurteilt den aufmüpfigen Flash kurzerhand zu Tode, verleibt Dale seinem Harem ein und verdonnert Zarkov zu einer Gehirnwäsche.
Doch noch ist nicht aller Tage Abend. Während Zarkov und Dale den mongoschen Terrormethoden die nicht unbeträchtlichen Reserven des menschlichen Widerstandsgeistes entgegensetzen, ist Flash allerdings auf Fremdhilfe angewiesen, um sich aus seiner fatalen Lage zu befreien. Aber zu seinem Glück hat sich die mannstolle Prinzessin Aura (Ornella Muti), die Tochter des Kaisers, in den feschen Sportler verguckt und verhilft ihm zur Flucht. Allerdings liefert sie ihn dann erst einmal bei ihrem Verlobten Prinz Barin (Timothy Dalton) ab, der seinem scheinbaren Konkurrenten verständlicherweise erheblich weniger Wärme entgegenbringt, als Aura. Genauer gesagt steckt er ihn erst einmal in ein sumpfiges Gefängnis, da bleibt der Erdling zwar nicht allzu lange, aber trotzdem hat er noch viel Mühe, den Prinzen davon zu überzeugen, wie reichlich dämlich es doch sei, dass er seine Wenigkeit, sowie den Prinzen Vultan (Brian Blessed) und seine Falkenmänner als Feinde betrachte, statt sich mit diesem zu verbünden und gemeinsam gegen Mings Schreckensherrschaft zu wenden. Das ungewohnte diplomatische Parkett erweist sich jedoch als ausgesucht schlüpfrig, denn weder ist Barin so ohne weiteres von Flashs lauteren Motiven zu überzeugen, noch zeigt der vorgenannte Vultan sonderliches Entgegenkommen. Somit steht Flash noch das eine oder andere Abenteuer bevor, um seine Mission zum Abschluss zu bringen, ganz abgesehen davon, dass nebenbei auch die endgültige Zerstörung seines Heimatplaneten in immer bedrohlichere Nähe rückt und Dale trotz diverser Ausbruchsversuche den Klauen des Imperators immer noch näher ist, als es ihrer frisch erblühten Liebe zu Flash gut tut.

Wie sehr einem "Flash Gordon" gefällt hängt wesentlich davon ab, wie gut der unweigerlich folgende Kulturschock verdaut wird. Denn die Vorstellung eines SciFi bzw. Fantasy-Films der A-Kategorie umfasst generell das Bild einer perfekt generierten Realität, zumindest seit Georg Lucas die Bühne betreten hat. Und zum Zeitpunkt der Entstehung von "Flash Gordon" hatte dieser schon seine Standards gesetzt, immerhin hatte schon der zweite Film der Star Wars Saga das Licht des Filmprojektors erblickt.
Und dann sowas: Kunterbunte Pappmachékulissen, die selbst hinter den Bühnenaufbauten der alten Star Trek Fernsehfolgen zurückbleiben, Kostüme, wie aus dem Second-Hand-Shop für erfolglose TV-Pilotfilme, Dialoge im Mickey-Maus-Stil und Figuren, deren Vorlagen aus Beigaben zu Cornflakes-Packungen zu stammen scheinen, ungestüm vorneweg ein Held, der nicht nur aussieht, wie Jung-Siegfried in einer naiven Laienaufführung der Ring-Tetralogie, sondern auch durchweg so handelt.
Aber, und hier grenzt sich "Flash Gordon" nun einmal ganz entscheidend von dilettantischen Billigproduktionen (und auch von dilettantischen Blockbustern) ab: Die Sache hat Methode und zwar dergestalt, dass sich das Ergebnis fast schon als geniale Pop-Art bezeichnen lässt. Jedes fantasievolle Detail, alle quietschbunten Kulissen und Kostüme, die wenig tiefsinnige, aber ungemein abwechslungsreiche Handlung fügen sich nahtlos zum Inbegriff der Comic-Kultur zusammen. Wichtig ist auch, dass die Akteure mit spaßhafter Ernsthaftigkeit mitziehen, wobei schon die Besetzung der Nebenrollen mit Mimen wie Max von Sydow, Timothy Dalton, Brian Blessed oder Chaim Topol, die mehr Erfahrung mit Shakespeare als mit Spiderman haben dürften, für den angemessenen QualitätsStandard bürgen.
In wohl durchdachter Naivität hält "Flash Gordon" die Konkurrenz der meisten anderen SciFi- und Fantasy-Abenteuer auf Abstand, die allein über technische Mätzchen und ebenso schale wie kurzlebige Situationskomik zu unterhalten versucht, aber darüber vergessen hat, dass das Genre zuerst einmal den Willen zur puren Fabulierkunst fordert. Wünschenswert wäre lediglich gewesen, wenn den Kampfszenen etwas weniger und dafür dem Humor noch eine Ecke mehr Aufmerksamkeit gewidmet worden wäre, aber man kann halt nicht alles haben.

Bild 

Dafür dass der Film auch schon über zwanzig Jahre auf dem Buckel hat, kann sich die Bildqualität durchaus sehen lassen. Dies gilt besonders für Schärfe und Kontraste, die den Film fast so frisch wie am ersten Tag erscheinen lassen. Trotz einer relativen Rauschfreiheit haben nachteilige Digitaleffekte aufgrund eines Rauschfiltereinsatzes Seltenheitswert. Der auffälligste Schwachpunkt ist die manchmal arg käsige Gesichtsfarbe der Darsteller, die nur in einigen Szenen auftritt, daher nicht auf eine ständige Blutarmut der Mitwirkenden zurückzuführen ist.

Ton 

Es fand keine aufwendige Hochmischung auf Dolby Surround oder gar 5.1-Niveau statt. Gemessen daran ist das Ergebnis überaus zufriedenstellend. So wird der Raum trotzdem angemessen ausgefüllt und kommen auch die zahleichen Soundeffekte letztlich noch ganz gut zur Geltung. Dabei kann sogar die Präzision der Lokalisierung der einzelnen Geräusche überzeugen und trotz fehlender spezieller Bassunterstützung gelingt es den tiefen Tönen, sich deutlich in den Vordergrund zu schieben. Weniger gelungen ist die harmonische Einfügung der Dialoge in die Umgebungsgeräusche, manchmal scheinen die beiden Elemente in separaten Räumen stattzufinden, wobei sich hierbei ausnahmsweise die englische Fassung deutlich negativer als die deutsche Version hervortut.

Special Features 

Die DVD bietet neben dem Trailer eine Fotogalerie an. Das auf dem Cover als bedeutendes Extra beworbene Poster bleibt bei der Bewertung mal außen vor, so nett das auch sein mag, aber die DVD-Produzenten sollen nicht auch noch ermutigt werden, in Zukunft die Bonus-Liste vielleicht mit Einweg-Kugelschreibern und lustigen Luftballons aufmotzen zu wollen.

07.01.2002

Review von Tobias Wrany

Test-Equipment

TV: Panasonic TX-28PK1F
DVD-Player: Pioneer DV-343
Dolby Digital / DTS Receiver: Sony STR-DA50ES

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