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Fight Club

Fight Club

Studio

Fox 2000 Pictures & Regency Pictures
(1999)

Verleih

20th Century Fox Home Entertainment (2000)

Laufzeit

ca. 139 min.

Regie

David Fincher

Darsteller

Edward Norton, Brad Pitt, Helena Bonham Carter

DVD-Typ

2 x DVD-9

Fernsehnorm

NTSC

Bildformat

2,40:1 (anamorph)

Audiokanäle

1. Englisch, Dolby Digital 5.1
2. Englisch, Dolby Digital 2.0
3. Französisch, Dolby Digital 2.0
4. Audio-Kommentar David Fincher
5. Audio-Kommentar David Fincher, Brad Pitt, Edward Norton, Helena Bonham Carter
6. Audio-Kommentar Alex McDowell, Jeff Cronenweth, Michael Kaplan, Kevin Haug

Untertitel

Englisch

Regionalcode

1

Verpackung

Digipak im Schuber

Preis

ca. 24.49$ (Amazon.com)
Film   

Die chronische Schlaflosigkeit treibt den braven, namenlosen und von Edward Norton dargestellten Angestellten eines Automobilkonzerns vor Langeweile in die Selbsthilfegruppen von Todkranken. Dort mogelt er sich unter die dem Tode Geweihten und ergötzt sich an deren Geschichten. Die von Todessehnsucht geplagte Marla Singer, die ebenfalls wie ein Tourist die ganzen Selbsthilfegruppen abklappert, macht seinem Heilmittel gegen die Schlaflosigkeit allerdings einen Strich durch die Rechnung. Denn in ihrer Gegenwart kann er sich nicht mehr konzentrieren. Nachdem nach seiner Rückkehr von einer Geschäftsreise die schöne Bude mit den IKEA-Möbeln plötzlich aufgrund einer Explosion in Schutt und Asche liegt, bittet er den Seifenverkäufer Tyler Durben (Brad Pitt), den er erst kurz zuvor im Flugzeug kennen gelernt hat, in dessen Wohnung unterkommen zu dürfen. Tyler ist ein schräger Vogel, der als Gegenleistung um den kleinen Gefallen bittet, dass er so stark geschlagen werden möchte, bis es wehtut. An dem darauffolgenden Gemetzel finden die beiden erstaunlicherweise großen Gefallen. Der Schmerz gibt ihnen einen neuen Kick. Als dann noch immer weitere Leute die vor einer Kneipe stattfindende Schlägerei mit großem Interesse verfolgen, ist die Idee des "Fight Clubs" geboren, in dem allabendlich ganz normale Durchschnittsbürger gegenseitig blutig prügeln. Schon nach kurzer Zeit sammelt sich eine große Schar um den charismatischen Tyler, der seine Macht dazu ausnutzt, seine Anhänger kleine Attentate gegen die Konsumgesellschaft ausüben zu lassen. Schon bald gerät die Gruppe außer Kontrolle und aus dem "Fight Club" wird eine terroristische Untergrundorganisation, die mit Bomben für wilde Zerstörung sorgt. Und dann ist da noch Marla, die mit Tyler eine wilde Affäre beginnt....

Chuck Palahniuk´s Romanvorlage "Fight Club", auf der der Film basiert, war ein wildes Sammelsurium altbekannter Themen der Gesellschaftskritik, in dem die Akteure als Antwort auf das Gejammer über die verdorbene Konsumgesellschaft und ihren schweren Stand als kleines Rädchen im System sich gegenseitig die Köpfe einschlugen, um auf diesem Wege etwas tun zu können, was ihnen endlich einmal einen Kick verschaffte, der nicht durch fröhliche Werbebotschaften propagiert wurde. Das Buch ließ jedoch nur selten klar erkennen, ob der "Fight Club" Satire sein sollte, oder Palahniuk wirklich Ernst damit meinte, wenn seine "Helden" ihre Befreiung aus den Zwängen des Alltags darin sahen, sich gegenseitig blutig zu schlagen. David Fincher´s zumindest während der ersten drei Viertel Laufzeit eng an den Roman gehaltene Verfilmung bietet durch eine trickreiche Bildersprache in den von Fincher bekannten düsteren Farben weitaus mehr Ironie und Galgenhumor. Fincher, der die Kunst wie nur wenige versteht, Filme zu machen, die durch ihre lichtarme und kühle Ästhetik wie z.B. in "Sieben" oder "Alien 3" keinen einzigen Lichtblick für ein wenig Hoffnung offen lassen, ließ seinen beiden hervorragend agierenden Hauptdarstellern Edward Norton und Brad Pitt erstaunlich viel unfreiwilligen Humor zu, der in starken Kontrast zum abgrundtief scheußlichen Ambiente von Tylers heruntergekommenem Domizil steht. In der zweiten Filmstunde dominiert dann eindeutig die Gewalt in deutlichen Bildern, die in dieser gezeigten Härte aber gar nicht unbedingt nötig gewesen wäre, um die Aggression der Darsteller zu illustrieren. "Fight Club" ist ein Film, der polarisiert, und nicht mal so eben zwischen Pizza und Bier laufen sollte, da die Story bis zum Ende sehr undurchsichtig ist und erst durch ihr überraschendes, und im Film weitaus besser als im Buch aufgelöstes Ende für ein wenig mehr Klarheit sorgt. Je nachdem, welchen Reim man sich aus dem Film bildet, kann man ihn entweder nur lieben oder hassen.

 

Bild  

Das Bild macht einen sehr guten Eindruck. Es ist frei von Artefakten und bietet einen guten Kontrastumfang. Sogar ein wenig Farbe lässt Fincher immer wieder einmal durchblicken, auch wenn düsteres Grau und Grün die von ihm gewünschten vorherrschenden Töne sind. Da man bei der US-DVD das leichte Rauschen einfach hat Rauschen sein lassen, ohne sichtbar mit Rauschfiltern zu arbeiten, bietet diese im Vergleich zur PAL-Fassung trotz der geringeren NTSC-Auflösung ein etwas gefälligeres Bild, welches mehr Schärfe zeigt und auch etwas ruhiger wirkt.

 

Ton  

Während des gesamten Filmes kommen alle Kanäle sehr effektiv zum Einsatz. Die Umgebungsgeräusche werden sehr deutlich von allen Seiten eingefangen und durch einige kleine Effekte noch zusätzlich verstärkt. Die Surroundeffekte überzeugen mehr durch Klasse als durch Masse, weil sie stets perfekt zum Bild passen und die anfangs ironischen Züge des Filmes verstärken. Eine Szene sticht hier besonders vor, in der der Erzähler sich gerade vorstellt, dass sein Flugzeug von einer Explosion zerrissen wird, die mit einer kräftigen Dynamik bis in die tiefsten Frequenzbereiche hinab durch den ganzen Raum zieht. Da es mehrere Stellen im Film mit plötzlichen Dynamiksprüngen gibt, sollte der Lautstärkepegel vorsichtshalber nicht allzu hoch eingestellt werden.

 

Special Features  

Es passiert selten, dass eine US-DVD erst nach der Code 2-Veröffentlichung in Deutschland erscheint. Doch trotz der knapp dreiwöchigen Verzögerung hat die US-DVD weitaus mehr zu bieten als die Code 2-DVD, auf der sich lediglich ein Trailer befand. Dies geht schon bei der Verpackung los, denn die US-Version besteht aus zwei DVDs. Diese sind in einer hochwertigen Hülle aus dicker Pappe untergebracht, die auf den ersten Blick den Eindruck erweckt, dass man keine DVD, sondern ein Buch in den Händen hält. Hat man diese Hülle aufgeklappt, so befinden sich in der Mitte und rechts die beiden DVDs und links ein umfangreiches Booklet mit Stimmen zu dem Film, bei dem auch kritische Meinungen nicht ausgelassen werden. Um diese an sich bereits hochwertige Verpackung gibt es noch eine zusätzliche Umverpackung in Form eines Schubers auf dessen Rückseite man die gewohnten Ausstattungsinfos findet.

Die erste DVD enthält zunächst nur den Film, der stattliche sieben verschiedene Tonkanäle zur Auswahl anbietet. Neben dem Film-Ton gehören dazu rekordverdächtige vier Audio-Kommentare: Nr. 1 ist von Regisseur David Fincher, der auch gleich zusammen mit Brad Pitt, Edward Norton und Helena Bonham Carter den Audio-Kommentar Nr. 2 besprochen hat. Der aufschlussreichste Kommentar ist Nr. 3, in dem der Vater von "Fight Club", Chuck Palahniuk und Drehbuchautor Jim Uhls einige Hintergründe aufdecken, die die leicht konfuse Story etwas aufhellen. Eher für Technik-Freaks mit Interesse an Special Effects ist der vierte Audio-Kommentar, den die Kamera- und Special Effects-Crew besprochen hat.

Nicht unerwähnt soll das "THX Optimode"-Feature bleiben, dass sich erstmals auf dieser DVD befindet. Während man sich schon gerne oftmals die Frage gestellt hat, ob THX eigentlich über den Marketing-Effekt hinaus wirklich einen Nutzen bringt, so bekommt man mit dem "Optimode" quasi kostenlos eine Auswahl an Testbildern und -tönen zur Einstellung des Fernsehers und der Lautsprecher, die man ansonsten nur auf speziellen Test-DVDs findet. Diese beschränken sich nicht nur auf die wesentlichen Einstellungen von Kontrast, Helligkeit, Farbe und Lautsprecherpegel, sondern ermöglichen es auch noch, die Bildgeometrie zu überprüfen sowie eventuelle Phasenfehler beim Anschluss der Lautsprecher zu erkennen. Das Optimode-Menü ist ein wenig versteckt und befindet sich hinter dem THX-Logo im Setup-Menü der ersten DVD.

Der Großteil der Extras auf der zweiten DVD besteht zum Großteil aus kurzen Making of-Sequenzen, die die Entstehung einzelner Szenen dokumentieren sollen. Hierbei kommt bei einigen Szenen auch die Multiple Angle-Technik zum Einsatz, was zwar die einzelnen Entstehungsphasen von Tricksequenzen gut veranschaulicht, aber bei einigen Clips auch nur mäßig interessant ist, da viele der kurzen "Behind The Scenes" - Aufnahmen ohne Kommentierung auskommen. Ein richtiges umfangreiches Making of hätte da auch ohne technische Spielereien sicherlich mehr Sinn gemacht. Doch nicht einmal eine kurze Doku, die die wesentlichen Details zusammenfasst, bekommt man geboten. Zwar findet man einen längeren Clip namens "On Location", der jedoch auch nur aus zusammengeschnittenen Schnipseln ohne großen Informationsgehalt besteht. Zumindest bei den Filmen, die die Entstehung einiger visueller Trickeffekte dokumentieren, gibt es durch eine Kommentierung etwas mehr Informationen. Eigentlich ignorieren kann man die geschnittenen und alternativen Szenen: Denn die meisten der gezeigten Ausschnitte sind nur leicht verändert oder geschnitten worden, so dass sich eigentlich kein wesentlicher Unterschied zur Kinofassung bemerkbar macht. Die weiteren Features bestehen aus recht umfangreichen Promo-Materialien wie Trailern oder einem Musikvideo sowie Storyboards und Konzeptzeichnungen, die recht umfangreich sind. Viel zu kurz kommen hingegen wieder die Infos zur Filmbesetzung, die auf wenigen Tafeln mit extrem knappen Texten abgehakt werden. Interviews mit dem Regisseur oder seiner Crew sind ebenso Mangelware, wenn man einmal von einem Transcript eines Interviews mit Edward Norton absieht. Dafür gibt es ja wenigstens die recht umfangreichen Audio-Kommentare auf der ersten DVD.

Fazit: Obwohl die US-DVD weitaus mehr zu bieten hat als die Code 2-Fassung, sollte man sich schon wohl überlegen, was einen genau interessiert, um keinen Reinfall zu erleben. Wer Hintergründe über die Story von "Fight Club" erfahren will, der bekommt diese eigentlich nur im Ansatz anhand der Audio-Kommentare auf der ersten DVD geboten. Hingegen kommen Freunde von Special Effects und Bildern sowie Storyboards schon eher mit der zweiten DVD auf ihre Kosten. Die interessante Verpackung und das sinnvolle "Optimode-Feature" geben allerdings schon zwei gute Gründe, weswegen diese DVD trotzdem durchaus ihr Geld wert ist.


Review von Karsten Serck

Test - Equipment:
TV Panasonic TX - W32D3F
DVD - Player Panasonic DVD RV-60
Dolby Digital / DTS - Receiver Sony STR-DA 50 ES

08.06.2000

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