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Eyes Wide Shut

Eyes Wide Shut

Studio

Warner Bros. (1999)

Verleih

Warner Home Video (2000)

Laufzeit

ca. 153 min. (FSK 16)

Regie

Stanley Kubrick

Darsteller

Tom Cruise, Nicole Kidman, Sydney Pollack u.a.

DVD-Typ

DVD-9

Fernsehnorm

PAL

Bildformat

1,33:1

Audiokanäle

1. Englisch, Dolby Digital 5.1
2. Deutsch, Dolby Digital 5.1

Untertitel

Englisch, Deutsch, Schwedisch, Norwegisch, Dänisch, Finnisch, Isländisch, Deutsch für Hörgeschädigte

Regionalcode

2

Verpackung

Snapper-Case

Preis

ca. 20-25 EURO
Film   

Stanley Kubricks letzter Film ist alles andere als nette Unterhaltung: Wer nur wegen des berühmten Namens Stanley Kubrick oder des schönen Körpers von Nicole Kidman den Kauf dieser DVD in Erwägung zieht, sollte den Film vorher schon einmal gesehen haben, um sich vor einer eventuellen Enttäuschung zu bewahren. Die Geschichte um das nach neun Jahren Ehe und einer gemeinsamen Tochter immer noch in Harmonie und Wohlstand lebende Paar William (Tom Cruise) und Alice Hartford (Nicole Kidman) beginnt ziemlich harmlos: Unter Einfluß eines abendlichen Joints gesteht Alice ihrem Mann, dass sie schon einmal während ihrer Ehe davon geträumt habe, mit einem fremden Mann Sex zu haben. Dieses ehrliche und auch bisher ohne Seitensprung ausgebliebene Geständnis bringt William an den Rand der Verzweiflung: Alleine der Gedanke daran, dass seine Frau mit jemand anderem als ihm selbst Sex haben könnte, sorgt bei ihm für rasende Eifersucht. Zunächst scheu, lässt er seine moralischen Skrupel fallen und zeigt sich selbst für sexuelle Abenteuer offen. Doch die Suche des Enttäuschten nach einem kleinen, kurzen Abenteuer endet in jedem Anlauf mit einem unbefriedigenden Ende: Der Sex mit einer Prostituierten wird noch in letzter Sekunde vereitelt, als Alice William durch einen überraschenden Handy-Anruf schnell wieder an die Realität seiner Ehe erinnert.
Die Begegnung mit einem ehemaligen Universitäts-Kommillitonen ermöglicht William den heimlichen Eintritt zu einer geschlossenen Veranstaltung in einem abgelegenen Schloss, bei der die Anwesenden hinter der Anonymität ihrer Masken hemmungslosen Sex erleben. William wird aber enttarnt und muß sich vor der gesamten Gesellschaft demaskieren. Das Schlimmste bleibt ihm jedoch erspart, da sich eine Prostituierte anstelle von William aufopfert, die, ob Zufall oder nicht, einen Tag später mit einer Überdosis Drogen im Leichenschauhaus landet. Erst nach einer langen Odyssee des Entsetzens und Schweigens wagt William, seiner Frau die Erlebnisse der letzten Tage zu beichten und somit den ersten Schritt für einen Neuanfang ihrer Beziehung zu machen....

Der durch die prüden amerikanischen Moralvorschriften in den USA bereits im Vorfeld des Kinostarts leicht entstandene Eindruck, Eyes Wide Shut sei in erster Linie vor allem eine wilde Orgie mit dem Schauspieler-Ehepaar Cruise/Kidman, wird dem Film nicht gerecht. Es gibt einige recht freizügige Aufnahmen, von denen einige zum Zwecke der Aufrechterhaltung der guten Sitten dem amerikanischen Publikum sowohl im Kino als auf DVD mittels digitaler Nachbearbeitung vorenthalten wurden. Doch selbst in der unmanipulierten Fassung für den Rest der Welt, die auch auf dieser DVD ist, wird kein Erwachsener etwas zu sehen bekommen, was er nicht schon einmal selbst gesehen hat, und sei es auch nur im späten Nachtprogramm der Privatsender gewesen. An der Gesamtlänge des Films gemessen, fallen die Sex-Szenen ohnehin nur sehr kurz aus. Eyes Wide Shut ist also kein Sex-Film, doch die Frage nach dem wahren Sinn läßt sich nur schwer beantworten, womit sich Eyes Wide Shut wieder problemlos in die Reihe der früheren Filme Stanley Kubricks einordnet, die zwar alle im ersten Moment sehr eindeutig, dann aber doch sehr komplex und vielschichtig erschienen. Eine eindeutige Antwort bleibt der Film schuldig. Dafür gibt es einfach zuviele kleine Nebenschauplätze, die immer neue Rätsel aufwerfen. Von dem Verkäufer, der neben der Verkleidungen in seinen Shop der Kundschaft auch noch seine eigene Tochter zum Sex verkauft bis zu den feingekleideten, verklemmten Herrschafften, die nur hinter versteckter Maske ihren Trieben freien Lauf lassen können, wimmelt es nur so von armseligen Gestalten. Am Ende erscheint William als der noch kleinste Sünder in einer Umgebung, die noch viel mehr als er selbst vom moralischen Zerfall betroffen ist.

 

Bild  

Um Mißverständnissen vorzubeugen, legt Warner viel Wert auf die Tatsache, dass der Film in dem Format des Originalkameranegativs veröffentlicht wurde, was dem Wunsch von Stanley Kubrick entsprechen soll. Bereits auf dem Cover und auch noch einmal vor dem Film erfolgt ein entsprechender Hinweis. Dass inzwischen auch im Heimvideo-Bereich das Widescreen-Format sich zunehmend durchsetzt, war Kubrick wohl bis zuletzt entgangen, denn das Bildformat ist 1,33:1, entspricht somit also dem 4:3-Seitenverhältnis des gewohnten Fernsehbildes. Abgesehen von dem nachteilhaften Bildformat ist die technische Qualität der DVD in Ordnung: Der Kontrastumfang ist sehr gut und die Fraben kräftig gesättigt. Geringfügige Schwächen zeigen sich in der nur durchschnittlichen Kantenschärfe und stellenweise bemerkbarem Rauschen. Die bei vielen Warner-DVDs in ganz geringem Maße sichtbaren Kompressionsartefakte fallen bei dieser DVD fast gar nicht auf.

 

Ton  

Trotz 5.1-Kanalton merkt man, dass Stanley Kubrick sich lieber auf den Inhalt seiner Filme als auf Randaspekte wie den Ton konzentrierte: Denn auf den Surround-Kanälen ist nur höchst selten überhaupt ein Laut zu vernehmen. Auch die musikalische Untermalung beschränkt sich nur auf einige wenige Klänge im Hintergrund. Da über weite Strecken neben den Stimmen auch ein Großteil der Umgebungsgeräusche mit starker Betonung auf den Center-Kanal positioniert wurde, bietet die DVD nicht einmal einen durchgehenden Stereo-Klang.

 

Special Features  

Auf den ersten Blick erscheint die Zusatzausstattung nicht gerade üppig: Zwei TV-Spots und ingesamt drei Interviews sind neben Textinfos zu Stab und Besetzung auf der DVD zu finden. Die Interviews mit Tom Cruise, Nicole Kidman und Steven Spielberg entpuppen sich mit einer Gesamtlaufzeit von rund einer halben Stunde aber zumindest als ausreichend lang. Leider fehlt Bonus-Material über die genaueren Hintergründe des Films und die "Legende" Stanley Kubrick vollkommen.

Review von Karsten Serck

Test - Equipment:
TV Panasonic TX - W32D3F
DVD - Player Panasonic DVD A-350 / Sony DVP-S725
Dolby Digital / DTS - Receiver Sony STR-DA 50 ES

31.03.2000

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