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Erkan und Stefan gegen die Mächte der Finsternis

Studio

Constantin Film (2002)

Verleih

Universum Film (2003)

Laufzeit

76:49 min. (FSK 12)

Regie

Axel Sand

Darsteller

Erkan Maria Moosleitner, Stefan Lust, Bettina Zimmermann, Corinna Harfouch

DVD-Typ

DVD-9

Fernsehnorm

PAL

Bildformat

1,85:1 (anamorph)

Audiokanäle

1. Deutsch, Dolby Digital 5.1

Untertitel

deutsch

Regionalcode

2

Verpackung

Amaray-Case

Preis

ca. 15 EURO
Film 

Zufällig sind es gerade die beiden nicht gerade mit überragendem Intellekt und noch weniger Sprachkultur gesegneten Freunde Erkan (Erkan Maria Moosleitner) und Stefan (Stefan Lust), die auserkoren werden, im finalen Duell zwischen Gut um Böse das Schicksal der Menschheit zu retten. Grund ist die Unterschlagung eines uralten Dolches, dem nicht nur unvermittelt Tana (Bettina Zimmermann), die mit weiblichen Reizen gut ausgestattete Bewahrerin des Guten entspringt, sondern die vor allem das Objekt der Begierde von Kartan, dem Diener der finsteren Mächte ist, kann er mit seiner Hilfe doch Tanas Ableben und damit die Herrschaft über die Welt erreichen. Doch diesem dunklen Schicksal stellen sich wie gesagt die beiden wackeren Helden entgegen, im irrtümlichen Glauben, das ganze überirdische Tam-Tam sei Teil eines irrwitzig realistischen Virtual-Reality-Computerspiels.

Schon der Titel des vorliegenden Werkes deutet ganz unverhüllt an, dass er sich thematisch an eine etwas exklusivere Zielgruppe wendet, als ein durchschnittliches Filmprodukt, denn die Opposition der Titelhelden gegen die "Mächte der Finsternis" ist selbstverständlich nichts anderes als eine dem Zeitgeist und der Sprache des Mediums seine angemessene Refernz darbietende Umschreibung für einen der klassischsten Topoi der Geisteswissenschaft: Der Befreiung des Menschengeschlechtes aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit oder, wie es von führenden Philosophen so prägnant formuliert wurde, der Aufklärung (wobei in der englischen Übersetzung dieses Begriffes, dem "Enlightenment" das Lichtsymbol als Gegenpol zu den "Mächten der Finsternis" noch deutlicher hervortritt). Nicht hoch genug kann in Zeiten von PISA-Schock und einer vom spaßgesellschaftlichen Trend geprägten Unterhaltungskultur der Versuch gewertet werden, zwei tapfere Adepten Immanuel Kants als Hauptfiguren einer cineastischen Erzählung auszuwählen.
Und dabei macht sich der Film seine Rezeption beim Publikum nicht eben leicht, denn zusätzlich zu seinem (ob seines denktheoretischen Anspruchs gewiss nicht jeden genusssüchtigen Zuschauers so ohne weiteres ansprechenden) Inhalts, setzt sich das Drehbuch einem weiteren künstlerischen Wagnis aus. In unverkennbarer Verehrung der Meister der verfremdenden (und verstörenden) Bühnenkunst, wie Bertolt Brecht und Eugen Ionescu, sind die Dialoge von einer höchst diffizilen Wortwahl bestimmt, deren scheinbare Absurdität und Monotonie sich so ohne weiteres wohl nur für den Eingeweihten unmittelbar als eine vielschichtige und gedanklich überaus komplexe Auseinandersetzung mit der Sinnhaftigkeit und vor allem Sinnlosigkeiten des menschlichen Daseins dechiffrieren lässt.
Aber wie schon gesagt, derartige subtile Gedankengänge werden sich nur von einem ausgewählten Kreis erschließen lassen; andere Betrachter dieses subtilen Kleinods des Filmschaffens, speziell jene Müßiggänger auf der Suche nach purer Zerstreuung werden spätestens nach einer halben Stunde erhebliche Ermüdungserscheinungen aufzuweisen haben, weil dann dieser Film seine humoristischen Oberflächenreize sämtlich aufgebraucht hat und in der folgenden Spielzeit von (unter diesen Umständen viel zu langen) gut 45 Minuten in Sachen Unterhaltung in vollständigem Stillstand verharrt; wobei selbst diese wohlmeinende Überlegung nur für jemanden gelten kann, welcher die beiden Hauptfiguren noch in keinem anderen Televisions-Programm oder Kinofilm zur Kenntnis genommen hat; alle anderen werden aufgrund des unausweichlichen Wiedererkennungseffektes selbst die ersten dreißig Minuten nur mit Mühe wachen Auges überstehen.

 

Bild 

Ganz viel falsch machen kann man bei einem so neuen Film ja eigentlich nicht und so ist die Qualität im Großen und ganzen in Ordnung. Nur dass es eben noch eine ganze Spur besser hätte sein können. Zwar sind Daten, wie Bildruhe, Schärfe, sowie Klarheit absolut fehlerfrei und Kantenflimmern tritt nur sehr marginal auf. Andererseits ist die Farbgebung ein gehöriges Maß zu kräftig geraten, was dem Ganzen in einzelnen Momenten einen fast schon an Zeichentrickfilme erinnerndes Aussehen gibt. Zudem tauchen schon einmal digitale Artefakte auf, was auch nicht unbedingt sein müsste.

 

Ton 

Wenn es darauf ankommt, gibt es optimales Getöse von allen Seiten, aber auch in ruhigeren Augenblicken gestattet sich die Tonspur keine Aussetzer, alles passt recht harmonisch zusammen. Am Optimum hapert es allein deshalb, weil die Betonung zu sehr auf den tieferen, dröhnenden Momenten liegt, zur perfekten Abrundung daher doch noch ein gewisses Stück fehlt, was aber angesichts der Filmgattung kaum einen Grund für schwerwiegende Trauer bedeutet.

 

Special Features 

An sich ist das Bonus-Material reiner Standard, aber für echte Fans der beiden Hauptdarsteller bietet es insofern einen nicht unerheblichen Reiz, als die beiden jedes Segment dominieren (was sich beim "Making Of" ausgesprochen positiv bemerkbar macht, da die Kommentare der beiden das übliche Promotionsgelaber ersetzen). Der Audio-Kommentar wird ebenfalls von den beiden gesprochen, was wenig Infos, dafür umso mehr der wohlbekannten Sprüche bringt. Außerdem gibt es noch kurze Textinfos zu den Mitwirkenden, nebst kurzen Interviewausschnitten, einige Aufnahmen mit der B-Roll, sowie den Trailer.

09.03.2003

Review von Tobias Wrany

Test-Equipment

TV: Panasonic TX-28PK1F
DVD-Player: Pioneer DV-343
Dolby Digital / DTS Receiver: Sony STR-DA50ES

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