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Big

Studio

20th Century Fox (1988)

Verleih

20th Century Fox Home Entertainment (2001)

Laufzeit

99:56 min. (FSK 6)

Regie

Penny Marshall

Darsteller

Tom Hanks, Elizabeth Perkins, Mercedes Ruehl

DVD-Typ

DVD-9

Fernsehnorm

PAL

Bildformat

1,85:1 (anamorph)

Audiokanäle

1. Deutsch, Dolby Surround
2. Englisch, Dolby Surround
3. Spanisch, Dolby Surround

Untertitel

deutsch, englisch, spanisch

Regionalcode

2

Verpackung

Amaray-Case

Preis

ca. 20 €
Film 

"Bring den Müll raus...räum dein Zimmer auf...steh' endlich auf und geh' zur Schule": Kindsein kann manchmal ganz schön nerven. Aber ganz mies wird es, wenn man aufgrund ein paar fehlender Zentimeter nicht auf die größte Attraktion des Jahrmarkts, die Achterbahn, gelassen wird. Dermaßen bloßgestellt und (jedenfalls dem eigenen Selbstwertgefühl nach) gnadenlos blamiert, hat der zwölfjährige Josh Baskin (David Moscow) den Tag schon als größtes anzunehmendes Unglück abgeschrieben und stolpert nur noch pro forma über den Rest des Rummelplatzes, als ihn seine missgelaunten Schritte schließlich zu einem Automaten führen, wo ein recht unheilvoll vor sich hin stierender mechanischer Kopf mit Namen Zoltan nach Erstattung des vorgeschriebenen Obulus direkt in den Mund der Figur die Erfüllung aller Wünsche verspricht. Was liegt in seiner gegenwärtigen Stimmungslage näher, als sich zu wünschen, den Zustand als Kind endlich hinter sich zu lassen und schnurstracks ins Erwachsenenalter vorzustoßen.
Dass die Maschine eine Karte ausspuckt, welche ihm die Gewährung seines Wunsches garantiert beeindruckt Josh allerdings noch nicht besonders; eine gewisse Ahnung, dass hier vielleicht doch nicht alles mit rechten Dingen zuging, hat er allerdings schon, als er feststellt, dass sich die Mechanik Zoltan-Automats in Bewegung gesetzt hatte, obwohl der Kasten gar nicht ans Stromnetz angeschlossen war. Trotzdem ist das Erwachen am nächsten Morgen ein echter Schock, erweist sich das Versprechen der Holzfigur doch als erheblich haltbarer, als das eines Politikers zur Wahlkampfzeit. Leider ist der Schock bei Joshs Mutter (Mercedes Ruehl), als plötzlich ein unbekannter junger Mann (Tom Hanks) bei ihr im Zimmer steht und behauptet, er sei ihr Sohn, noch erheblich größer. Da es Josh nicht gelingt sie von seiner wahren Identität zu überzeugen, muss er aus dem eigenen Haus flüchten. Da der Jahrmarkt inzwischen mit unbekanntem Ziel entschwunden ist, erweist sich zunächst sein bester Freund Billy (Jared Rushton), der sich glücklicherweise leichter als seine Mutter von der unglaublichen Wahrheit seiner Erklärung überzeugen lässt als Retter in der Not. Er organisiert und finanziert einen Trip nach New York City, wo die beiden bei den entsprechenden Stellen die Suche nach dem Standort des Zoltan-Automaten anleiern. Die einzige erfolgsversprechende Spur ist leider eine der öffentlichen Verwaltung und diese weist die übliche lange Bearbeitungsdauer auf. Josh muss sich also auf einen längeren Aufenthalt, allein in der großen Stadt einstellen. Um seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können, nimmt er einen Job in einem Spielwarenunternehmen an, allerdings besteht seine Tätigkeit vorerst nur im sturen Eingeben von Daten in den Computer. Als sein Weg sich jedoch zufällig mit Firmenchef MacMillan (Robert Loggia) kreuzt, ist dieser überaus angetan von der offensichtlichen Sachkunde seines Mitarbeiters, die so erfrischend direkt und frei von allem Marketinggeschwafel seiner übrigen Produktentwickler ist. Und so stolpert Josh im Nullkommanix die Karriereleiter nach oben und wird dafür bezahlt, dass er seinem altersgerechten Spieltrieb ausgiebig Auslauf gibt. Sein kometenhafter Aufstieg ruft natürlich auch Neider auf den Plan, allen voran der Produktmanager Paul (John Heard) der in dem unbekümmerten Auftreten des innerlich immer noch zwölfjährigen Josh nur eiskaltes Kalkül vermutet. Und dann läuft auch noch Pauls Freundin Susan (Elizabeth Perkins), die ebenfalls im Marketing bei MacMillan aktiv ist, auf Joshs Seite über. Anfangs noch aus reinem Machtstreben, scheint der Neue doch das Karriereglück gepachtet zu haben, sorgt das unkonventionelle Verhalten Joshs bei ihr neben gewissen Irritationen irgendwann auch für wesentlich positivere Gefühle. Ihre Annäherungsversuche werden von Josh - verständlicherweise in solchen Dingen noch ein wenig unerfahren - zwar zunächst eher missgedeutet, doch nach und nach übernehmen die Hormone seine Steuerung. Und da sich auch sein berufliches Leben zunehmend angenehm entwickelt, droht Josh allmählich, sein eigentliches Leben als Kind aus den Augen zu verlieren und selbst Billy hat Schwierigkeiten, noch zu ihm durchzudringen, um ihn daran zu erinnern, das sie doch eigentlich einen Weg zur Rückwandlung des unbedachten Wunsches finden wollten.

Eigentlich ist doch alles aus diversen anderen Filmen altbekannt. Die Geschichte vom Zurechtkommen in einem fremden Körper ebenso, wie der Zusammenprall von kindlichen Vorstellungen und der Erwachsenenwelt mitsamt seinen amüsanten Komplikationen und gleichfalls die Entwicklung der Hauptfigur, deren unschuldiges Gemüt zunächst ein unkonventionelles Karrierehoch beschert, sich dann aber allzu schnell von den Verlockungen der neuen Welt einfangen lässt, um das Finale ausreichend spannend zu gestalten. Und wenn "Big" dann brav sämtliche Handlungsstufen routiniert abklappert und auf dem Weg keine der sich zwangsläufig aufdrängenden Möglichkeiten zur Situationskomik auslässt, steuert er doch fast schon unvermeidlich auf die überfüllte Schublade eines faden Standart-Produkts zu.
Jedoch, dieser Falle entgeht der Film schon dadurch, dass all die Unvermeidlichkeiten des Genres, gerade im Bereich der humorvollen Momente mit Fingerspitzengefühl und voll unterhaltsamer Durchschlagskraft gestaltet sind, die Dialoge sind pointiert, die Gags sitzen an den richtigen Stellen und die Handlung bleibt stets angenehm im Fluss.
Aber dabei bleibt es nicht, erklimmt "Big" doch sogar noch die nächste Stufe auf der cineastischen Erfolgsleiter. Drehbuch, Regie und Darsteller verschmelzen zu einem optimal aufeinander eingespielten Team, das sich die Bälle mit traumwandlerischer Sicherheit zuspielt und auch den krönenden Abschluss nicht vergisst.
Das Drehbuch liefert über das humoristische Grundgerüst hinaus eine emotional breitgefächerte Geschichte bei der Ängste und Trauer gleichberechtigt ihren Platz neben wohl dosiertem Klamauk behaupten und der Liebesgeschichte ebensoviel Bedeutung zukommt, wie der "Yuppie im Schnelldurchgang"-Erfolgsstory.
Dazu fallen Penny Marshall bei ihrer Inszenierung immer genau die richtigen Bilder ein, um durchgehend eine stimmungsvolle Atmosphäre zu bewahren. Im Grundton temporeich komödiantisch erfahren alle dramaturgischen Schlenker von der Bitterkeit des Heimwehs bis zur bedrohlichen Magie des Zoltan-Automaten ihre angemessene visuelle Umsetzung.
Und die Schauspieler nehmen sämtliche Vorlagen dankbar auf, so vor allem Tom Hanks, damals eigentlich noch vollkommen auf die leichteste Muse abonniert, der gerade in den emotional fordernden Szenen unauffällig schauspielerische Größe zeigt.
Der Erfolg von "Big", der überwiegend heiter einfach Spaß machen will und dies erfolgreich zustande bekommt, erweist sich aber vor allem in seiner Langzeitwirkung. Denn im Gegensatz zu seinen substanzlosen Konkurrenten, lässt er im Filmgedächtnis kein (frei)zeitraubendes schwarzes Loch, sondern ein durchaus auch einmal tiefere Schichten erreichendes Wohlgefühl zurück.

 

Bild 

Dass die Bildqualität (in Relation zur Vorlage) recht gut geraten ist, lässt sich gleich ganz am Anfang feststellen. Da erweist nämlich der direkte Vergleich mit dem von Alterserscheinungen unbefreiten Fox-Logos zu den nachfolgenden Darstellungen des Films, was aus dem nicht mehr ganz frischen Material alles herausgeholt wurde. Dabei überzeugen vor allem die Schärfe und die Kontraste. Trotzdem wurde das Rauschen nicht ganz ausgeschaltet und ist in einigen Szenen, vor allem bei nächtlichen Panoramaaufnahmen sogar deutlich erkennbar. Im Zuge der Nachbearbeitung kommt es auch zu gelegentlichen Nachzieheffekten und die an sich sehr kräftigen Farben haben meist eine ganz leicht merkwürdige Tönung, die wenig natürlich wirkt. Letztlich kann der Film damit nicht mit aktuellen Werken mithalten und es existieren auch deutlich ältere Filme auf DVD, die aufgrund einer deutlich aufwendigeren Restaurierung wesentlich frischer wirken; trotzdem ist der unbefangene Seheindruck der DVD durchaus angenehm, so dass die fehlenden Spitzenwerte nicht wirklich stören.

 

Ton 

Der Dolby Surround-Ton müht sich redlich, aber große Taten bringt er nicht zustande. Die Dialoge dominieren eindeutig und die Umgebungsgeräusche weisen zwar keine Mängel auf, sind aber ausgesprochen durchsetzungsschwach, so das sie im Gesamteindruck kaum zur Geltung kommen, was kein echtes Raumgefühl aufkommen lässt. Aber auch wenn der gesamte Höreindruck über ein gesundes Mittelmaß nicht hinauskommt, bleibt als Trost zumindest, dass sich der Film an sich auch nicht sonderlich fordernd in Sachen Toneffekte präsentiert.

 

Special Features 

Als Zugabe führt die DVD nur den Trailer mit sich.

22.02.2002

Review von Tobias Wrany

Test-Equipment

TV: Panasonic TX-28PK1F
DVD-Player: Pioneer DV-343
Dolby Digital / DTS Receiver: Sony STR-DA50ES

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