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Lost In Translation
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Kauf-VÖ: 05.08.2004 |
Studio |
American Zoetrope (2003) |
Verleih |
Constantin Film (2004) |
Laufzeit |
97:42 min. (FSK 6) |
Regie |
Sofia Coppola |
Darsteller |
Bill Murray, Scarlett Johansson, Giovanni Ribisi, Anna Faris |
DVD-Typ |
DVD-9 |
Fernsehnorm |
PAL |
Bildformat |
1,85:1 (anamorph) |
Audiokanäle |
1. Deutsch, Dolby Digital 5.1
2. Englisch, Dolby Digital 5.1 |
Untertitel |
deutsch |
Regionalcode |
2 |
Verpackung |
Amaray-Case |
Film      
Wer ein großer amerikanischer Filmstar ist und etwas auf sich und sein Bankkonto
hält, der übt sich auf dem heimischen Werbemarkt in vornehmer Abstinenz. In Japan aber,
wo die Entlohnung für derartige Absatzfördermaßnahmen mehr als zufriedenstellend
ausfällt und kein etwaiger Imageschaden droht, trägt man die prominente Haut umso lieber
zu Markte. Da erträgt selbst eine Schauspielgröße wie Bob Harris (Bill Murray) ebenso
die fordernde Arbeitsweise eines Werbespot-Regisseurs mit stoischem Gleichmut, wie die
übrigen Zumutungen beim Leben im unpersönlich-luxoriösen Hotelambiente. Nach Abschluss
des stressigen Drehs findet er sich, was seelenverwandte Gesellschaft angeht, fast allein
in der Bar des Hotels wieder. Fast, denn auch Charlotte (Scarlett Johansson) hat den Weg
an die Quellen des gehobenen Alkoholgenusses gefunden, während ihr Mann, der Fotograf
John (Giovanni Ribisi) wieder einmal anderweitig beschäftigt ist. Da eine Hotelbar wie
die andere aussieht und auch zu zweit nicht unbedingt heimeliger wird, machen sich die
beiden auf zu kleinen Runden, quer durch das nächtliche Tokio, auf deren Verlauf sie dem
anderen von Zwischenstop zu Zwischenstop immer näher kommen, ohne große Worte verlieren
zu müssen.
Schon in ihrem Regie-Debüt, "The Virgin Suicides", bevorzugte Sofia Coppola
die ruhigen Töne. "Lost In Translation", obwohl im Zentrum der Mega-Metropole
Tokio angesiedelt, wandelt behutsam auf diesen Spuren, auch wenn die erzählte Geschichte
eine gänzlich andere ist. Abgesehen von kurzer humorvoller Hektik, wie bei der Produktion
der Werbeaufnahmen, wo sich allerdings Hauptdarsteller Bill Murray schon als ruhender Pol
herauskristallisiert, ist der Kontrast zur fast schon kontemplativen Ruhe, in der sich das
Duo Murray / Johansson auf seiner Touren durch die japanische Hauptstadt versenkt um so
nachdrücklicher. Selbst Szenen in überfüllten Clubs enthalten da eine gewisse interne
Dämpfung.
Aus dieser Oase der cinematografischen Ruhe dennoch ein ungemein anregendes Stück Film
fabriziert zu haben, gelingt dem Werk durch ein Buch, das seine Figuren und ihre Gefühle
zugleich eingehend und doch offen zeichnet. Protagonisten, von Bill Murray und Scarlett
Johansson beeindruckend gespielt mit einem traumwandlerischen Gefühl für die richtigen
Zwischentöne, reich angefüllt mit echtem Leben, behalten dennoch stets den Hauch des
Unenthüllten, einer weiteren Versprechung, welche die Vorstellung des Zuschauers auch
nach dem offiziellen Ende des Films weiter beschäftigen kann. Bei aller melancholischen
Grundstimmung besitzt "Lost In Translation" ein gutes Gespür für den leisen
Humor, der die schwebende Atmosphäre nicht stört, sondern sanft auflockert. Absolute
Action-Junkies sind hier selbstverständlich fehl am Platze: Es ist gewiss kein Film zum
fixen Konsum zwischendurch, deshalb aber um so lohnender, wenn man genügend Zeit und Ruhe
mitgebracht hat.
Bild      
Der Inszenierungsstil gab der DVD denkbar schwierige Vorgaben. Die Verantwortlichen
hinter der Kamera hatten offenkundig den brennenden Ehrgeiz, den Film an die Spitze der
besten Energieeffizienzklasse zu hieven und haben demgemäss alle Lampen auf das Minimum
gedimmt oder lieber gleich ganz aus der Fassung geschraubt. Das Ergebnis ist ein
extrem düsterer Anblick, wenn die Stimmung im allgemeinen auch gut wiedergegeben ist
(außerdem ist der Film ideal für die heißen Sommermonate, da die unterkühlte
Atmosphäre die gefühlte Raumtemperatur um einige Grade absenkt). Angesichts dieser
Vorgaben schlägt sich der Kontrast recht wacker. Auch die Farbgebung ist gelungen, wie
man an den vereinzelten Momenten erkennen kann, in denen sich das Sonnenlicht durch die
Blau-grau-Filter vor der Kameralinse stiehlt. Die Detailzeichnung leidet allerdings ein
bisschen, zudem ist die DVD auch nicht wirklich rauschfrei.
Ton      
Da die Filmhandlung keinen größeren Wert auf eine aufwendige Tongestaltung legt, kann
auch die DVD entsprechend wenig glänzen. Wenn notwendig werden zwar alle Kanäle in
Anspruch genommen, aber meist beschränkt sich das Geschehen doch auf den vorderen Bereich
und dabei speziell auf den Center. Die absolut im Mittelpunkt stehenden Dialoge sind dann
allerdings auch ohne Klagen in das Gesamtgeschehen integriert.
Special Features      
Die Zugaben sind auf der getesteten Verleih-DVD ausgesprochen schwach vertreten. Ein paar Aufnahmen mit der B-Roll,
einige biografische Infos zu den Mitwirkenden und ein Werbefilm für den Flug in die
japanische Hauptstadt (was dieses Extra auf der DVD verloren hat, bleibt schleierhaft).
Auf der Kauf-DVD sind noch weitere Extras zu finden.
29.06.2004
Review von Tobias Wrany
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