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Hero

Kauf-VÖ: 05.02.2004

Studio

Bejing New Picture Film (2002)

Verleih

Highlight Video (2004)

Laufzeit

94:52 min. (FSK 12)

Regie

Zhang Yimou

Darsteller

Jet Li, Maggie Cheung, Ziyi Zhang, Tony Leung

DVD-Typ

DVD-9

Fernsehnorm

PAL

Bitrate

7.29 Mbps (Video: ca. 5.5 Mbps)

Bildformat

2,35:1 (anamorph)

Audiokanäle

1. Deutsch, Dolby Digital 5.1 (448 kbps)
2. Deutsch, DTS 5.1 (754 kbps)
3. Chinesisch (Mandarin), Dolby Digital 5.1 (448 kbps)

Untertitel

Deutsch (optional)

Regionalcode

2

Verpackung

Amaray-Case
Film 

China vor über 2000 Jahren: Das Reich ist in sieben Teile gespalten. König Qin (Chen Dao Ming) will seinen Anspruch auf die Herrschaft über ganz China gegen seine Konkurrenten durchsetzen und Kaiser werden. Seit Jahren gibt es Pläne, ihn zu ermorden. Qin liefert sich vor allem mit drei Gegnern, Broken Sword (Tony Leung Chiu-Wai), Flying Snow (Maggie Cheung Man-Yuk) und Sky (Donnie Yen), einen erbitterten Kampf, kann sie aber selbst nach 10 Jahren nicht besiegen. Voller Angst vor Mordanschlägen zieht er sich zurück und schirmt sich ab – bis eines Tages der geheimnisvolle Nameless (Jet Li) im Palast auftaucht und beginnt, eine außergewöhnliche Geschichte zu erzählen...

Einige der Kommentatoren gerade in Deutschland hat Regisseur Yimou dadurch vergrätzt, dass sie in "Hero" vergeblich nach politisch subversiven Elementen gefahndet haben, ja den Film sogar als Propagandawerk für die chinesische Führung ansehen wollten. Doch sollte dem Regisseur aus seinen politisch relevanten Vorgängerwerken doch eigentlich keine Bringschuld für neue Produktionen vorgegeben werden und den Film einfach als Kunstwerk für sich sprechen lassen.
Und in Sachen Filmkunst, besonders bei der visuellen Gestaltung hat "Hero" in der Tat Großes zu bieten. In atemberaubend komponierten Tableaus entwickelt der Film seine Geschichte von Tod, Liebe, Verrat und Opfermut. Mit hoch entwickeltem Sinn für große Wirkungen kombiniert die Inszenierung Kulissen, Kostüme, Kameragebrauch und Computereffekte zu einem rauschhaften Gesamtwerk. Natürlich hat man auch hierzulande inzwischen schon öfters Zweikämpfer in Zeitlupe und unter Ignoranz sämtlicher Gesetze der Schwerkraft gegeneinander antreten sehen und ist der Gebrauch großer Rechnerkapazitäten zur Erzeugung beeindruckender Massenszenen fast schon schnöder Hausgebrauch. Gerade gegenüber großen Hollywood-Produktionen zeichnet sich allerdings "Hero" in dieser Hinsicht als Produkt aus, das noch lebendige Wärme ausstrahlen kann, statt mit kalter, maschineller Perfektion und visuellen Überwältigungsstrategien einfach nur noch zu betäuben.
Auf der anderen Seite darf allerdings auch nicht übersehen werden, dass bei aller Grazie "Hero" von Zeit zu Zeit in purer Schönheit erstarrt, weil das Stilbewusstsein der Cinematografie doch ein Stück zu ausgeprägt war.

Wie die Geschichte selbst mit ihrer an sich einfachen Grundelementen, aber durch die verästelte Erzählstruktur doch ausgesprochen wendungsreiche Erzählung beim Zuschauer ankommt, hängt wohl neben der Bereitschaft, sich auf andere Tugenden einzulassen, als sie die herkömmliche Hollywood-Dramaturgie vorgibt, vor allem davon ab, wie man zu der durchaus erprobten Erzählform steht, eine Geschichte in immer neuen Variationen darzubieten, im Versuch, der tatsächlichen Wahrheit des Geschehens immer näher zu kommen, was hier zusätzlich durch die einprägsame Farbgestaltung der jeweiligen Fassung der "Wahrheit" unterstrichen wird.
"Hero" ist jedenfalls zumindest zuzugestehen, dass er zu der privilegierten Gruppe von Filmen gehört, die unabhängig vom Gefallen länger im (visuellen) Gedächtnis nachwirkt und nicht schon fünf Minuten nach ausblenden der Schlusstitel schon wieder gänzlich vergessen ist.

 

Bild 

Hero wurde auf sehr körnigem Filmmaterial gedreht. Der bei heutigen DVDs schon übliche Rauschfilter lässt die Körnigkeit zwar im Bild sichtbar bleiben, gibt ihr aber eine etwas unnatürliche Struktur. Bei Bewegungen treten auch Nachzieheffekte auf. Erstaunlicherweise wird dem Bild nur in geringem Umfang Schärfe genommen. Die Detaildarstellung erscheint insgesamt noch gut. Der Kontrast des Bildes ist sehr hoch und erscheint nur in geringem Umfang künstlich erhöht. Die Farben sind sehr kräftig und sind ein eigenes Stilelement des Films: Abwechselnd erscheinen ganze Filmsequenzen mit starker Eintönung des Bildes in abwechselnd Rot, Blau und Grün. Das Master weist einen nicht immer sauberen Bildstand auf: Immer wieder ruckeln einzelne Szenen. Die Kompression fällt allgemein zwar nicht störend ins Auge. Bei schnellen Bewegungen oder Szenen mit vielen Einzel-Details wird andererseits aber in einzelnen Momenten immer wieder recht deutliches Blockrauschen sichtbar, die gerade auf großen Bildschirmen stören. Auf kleineren Displays hingegen fallen diese Fehler nur in geringem Umfang auf.

 

Ton 

"Hero" bietet einige Surround-Sequenzen auf Referenz-Niveau. Insbesondere die Kampfsequenzen bieten beeindruckende Effekte. Eine der besten Szenen ist das Klingengewitter ab 41:25 min. In diesen Momenten präsentiert sich die DVD mit einem dynamischen Klang und sauberer Höhenwiedergabe. Vereinzelt sind auch in stillen Filmsequenzen immer wieder kleine Effekte zu hören, die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Bis auf eine dezente räumliche Musikwiedergabe ist der Film insgesamt aber auch über längere Strecken eher frontlastig. Sofern man dem Film in der Originalfassung ansieht, fällt außerdem die Teil etwas zu leise Abmischung der Dialoge auf.

 

Special Features 

Der Zugabenbereich ist durchschnittlich bestückt. Neben einem "Hero-Special" (13:11 min.) und einem "Making Of" (24:02 min.) gibt es biografische Daten zu den Mitwirkenden nebst Interviewausschnitten. Für einen kurzen Blick auf die wesentlichen Daten reicht ein Ansteuern der Texttafeln zum Dreh, der Bildgestaltung und dem geschichtlichen Hintergrund eigentlich schon aus. Ergänzend sind noch mehrere Trailer auf der DVD zu finden.

05.02.2004

Review von Karsten Serck und Tobias Wrany (Film, Extras)

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