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9 1/2 Wochen

Original

9 1/2 Weeks

Studio

MGM (1985)

Verleih

20th Century Fox Home Entertainment (2001)

Laufzeit

112:11 min. (FSK 16)

Regie

Adrian Lyne

Darsteller

Kim Basinger, Mickey Rourke

DVD-Typ

DVD - 9

Fernsehnorm

PAL

Bildformat

1,85:1 (anamorph)

Audiokanäle

1. Englisch, Dolby Surround
2. Deutsch, Stereo
3. Spanisch, Stereo

Untertitel

Deutsch, Englisch, Spanisch

Regionalcode

2

Verpackung

Amaray-Case

Preis

ca. 20-25 EURO
Film 

Zum ersten Mal fällt Elizabeth (Kim Basinger) der gutaussehende Fremde auf, als sie gerade Gemüse einkauft. Aber als sie sich nur für einen Moment lang umgedreht hatte, war er auch schon wieder zur Tür hinaus. Allerdings war auch sie nicht unbemerkt geblieben und so spricht John (Mickey Rourke) sie an, als sie sich erneut begegnen. Da es sich um gegenseitige Anziehung auf den ersten Blick handelt, ist es kein Wunder, dass sich die Beziehung der beiden in kürzester Zeit vehement intensiviert, wobei Johns offenkundige Experimentierfreudigkeit, was die Gestaltung ihrer intimen Zusammenkünfte angeht Elizabeth zugleich irritiert und anzieht. Jedenfalls ist das Leben mit dem großzügigen Devisenmakler erheblich aufregender, als ihr auch schon nicht ereignisloser Broterwerb als Mitarbeiterin einer Galerie, wo gerade die erste Ausstellung eines menschenscheuen Malers vorbereitet wird. Als angenehmer Nebeneffekt kommt noch hinzu, dass John seine Millionen-Geschäfte dermaßen zeitsparend abwickelt, dass ihm noch jede Menge Zeit für sein Hobby, das Kochen bleibt, was er ausgiebig zu ihren Gunsten unter Beweis stellt. Doch wie heißt es noch so Weise in einem alten Karnevalsschlager? "Alles hat ein Ende, nur die Wurst..."; und so beschleichen auch Elizabeth nach und nach Zweifel, ob sie mit Johns ausgeprägtem Hang, seine dominierende Stellung in ihrer Beziehung in allen Belangen durchzusetzen, auf Dauer wirklich glücklich werde. Nach neuneinhalb Wochen trautem Zusammenseins hat sie schließlich ihre Entscheidung getroffen...

Der Film ist empfehlenswert, zumindest für Filmhistoriker mit dem Schwerpunkt Kino der 80er Jahre, lassen sich doch an "9 1/2 Weeks" (9 1/2 Wochen) einige der in dieser Zeit äußerst beliebten Stilmittel ausgiebig studieren, wie zum Beispiel eine Bildgestaltung, deren Optik zwischen Parfümwerbung und Videoclip schwebt, mit vielen Gegenlichtaufnahmen; das Sonnenlicht immer so abgefilmt, dass jeder einzelne Strahl sich in imaginärem Staub abzeichnet und wo immer es geht wird ein (damals) aktueller Popsong auf die Tonspur gequetscht. Wer allerdings einen aufregenden Erotikreißer erwartet, dürfte etwas enttäuscht sein. Denn die Spielchen, welche die beiden Hauptdarsteller treiben, sind dermaßen keusch und züchtig abgefilmt, dass sie zumindest heutzutage allenfalls ein müdes Lächeln ernten können, wobei ein müdes Schnarchen wahrscheinlicher ist. Zur Ehrenrettung von Kim Basinger sollte allerdings wenigstens erwähnt werden, dass ihre Striptease-Einlage um Klassen besser ausfällt, als die ihrer Kollegin Demi Moore in deren gleichnamigen Leinwandunfall. Doch bleibt das auch der einzige zweifelhafte Höhepunkt in einem Film, der sich vor allem durch ein Überangebot an Langeweile auszeichnet. Grund dafür ist unter anderem, dass das Drehbuch leider nur zwei durchgestylte Hauptfiguren aufzuweisen hat, die in durchgestylten Kulissen ein Leben führen, dass ebenfalls zu hundert Prozent vom Reißbrett stammt. So muss denn auch der Versuch kläglich scheitern, diesen Kunstgeschöpfen am Schluss so etwas wie echte enttäuschte Gefühle anzuheften; gleiches lässt sich zu der eingeschobenen Kritik an dem oberflächlichen Gesellschaftsbetrieb in der New Yorker High-Society Kunstszene sagen, die in ihrer plumpen Direktheit auch keine Glanzlichter setzen kann.

Verglichen mit den Erotikthrillern der Neunziger, "Basic Instinct" & Co, hat "9 1/2 Weeks" schließlich ein entscheidendes Handicap: Es fehlt eine kriminalistische Haupthandlung, welche die Spannung auch zwischen den Bettgeschichten aufrechterhält.

 

Bild 

Da der Film schon etwas älter ist, sind gewisse Alterserscheinungen natürlich unvermeidlich. Andererseits darf aber auch nicht vergessen werden, dass es durchaus noch wesentlich ältere Werke gibt, die in erheblich besserer Bildqualität auf DVD erschienen sind. Dieses dagegen zeichnet sich durch ein gehäuftes Maß an Altersflecken und Drop-Outs aus. Außerdem ist das Bild stellenweise sichtlich über den Durchschnitt hinaus verrauscht. Die etwas verwaschenen Farben können auch nicht alle auf die Art der Bildregie zurückgeführt werden, welche häufig gewollt einen milchigen Schleier über die Szenen legt, was Mitte der 80er eben ziemlich in war um eine bestimmte Atmosphäre zu erzeugen. Zum Glück sind dann wenigstens die sonstigen Daten, wie Kontraste und Schärfe einigermaßen in Ordnung.

 

Ton 

Die Originalfassung ist trotz Dolby Surround extrem centerlastig. Selbst das begleitende Liedgut ertönt häufig nur als schwaches Echo aus den äußeren Lautsprechern. Die Abmischung der Dialoge geht dann wenigstens einigermaßen in Ordnung und da der Film sowieso keinerlei Soundeffekte aufweist, ist auch das eingeschränkte Raumgefühl zu verschmerzen. Die deutsche Version beschränkt sich auf ein Stereo-Signal, so dass man das Ganze je nach Einstellung unnatürlich verteilt auf die Hauptkanäle oder gedrängt auf den Center anhören kann. Die Abmischung der Dialoge ist um einige Grade lauter, als die Originalfassung, dadurch wird noch deutlicher, mit welch schlechter Tonqualität die synchronisierten Dialoge aufwarten, mit nicht sonderlich sauberem Ton, der teilweise sogar etwas kratzig klingt.

 

Special Features 

Als Zugabe wird lediglich der Trailer präsentiert.

13.09.2001

Review von Tobias Wrany

Test-Equipment

TV: Panasonic TX-28PK1F
DVD-Player: Pioneer DV-343
Dolby Digital / DTS Receiver: Sony STR-DA50ES

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