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8 Frauen
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Studio |
Mars Films (2002) |
Verleih |
Universum Film (2003) |
Laufzeit |
106:16 min. (FSK 12) |
Regie |
Francois Ozon |
Darsteller |
Catherine Deneuve, Fanny Ardant, Emmanuelle Beart, Isabelle Huppert |
DVD-Typ |
DVD-9 |
Fernsehnorm |
PAL |
Bildformat |
1,85:1 (anamorph) |
Audiokanäle |
1. Deutsch, Dolby Digital 5.1
2. Französisch, Dolby Digital 5.1 |
Untertitel |
deutsch, französisch |
Regionalcode |
2 |
Verpackung |
Amaray-Case |
Preis |
ca. 20 EURO |
Film      
Es ist Weihnachtszeit, das Fest der Liebe naht. Doch leider scheinen auch noch andere
Gefühle hochzukommen, als sich im Hause des Unternehmers Marcel die gesamte Familie
zusammenfindet. Anders ist es jedenfalls kaum zu erklären, dass das Dienstmädchen Louise
(Emmanuelle Beart) den Hausherrn blutüberströmt mit einem Dolch im Rücken in seinem
Schlafzimmer findet. Besonders beunruhigend an der ganzen Angelegenheit ist vor allem der
Umstand, dass man sich in einem vollkommen eingeschneiten Haus befindet, das zudem
aufgrund einer mutwillig gekappten Telefonleitung vollkommen von der Außenwelt
abgeschnitten ist, die Tat also durch die Hand einer der Anwesenden geschehen sein muss.
Und verdächtig ist daher jede aus dem Kreis der acht Damen. Egal, ob Gaby (Catherine
Deneuve), die Ehefrau des Mordopfers und als Haupterbin mit einem geradezu klassischen
Motiv behaftet, aber auch ihre sich stets von allen unterdrückt fühlende Schwester
Augustine (Isabelle Huppert). Selbst die gerade erst heimgekehrte Tochter Suzon (Virginie
Ledoyen) scheint ein dunkles Geheimnis mit sich herumzutragen, ganz zu schweigen von der
Schwester des Toten (Fanny Ardant), die sich uneingeladen ebenfalls ins Geschehen mengt
und nicht unbeträchtlich zur Erhöhung der internen Spannung beiträgt. Und diese ist
ohnehin schon groß genug, bildet dass enge Aufeinanderhocken in der eingeschneiten Villa
doch geradezu einen Brutkasten für das Aufkochen alter Feindseligkeiten und großer
Emotionen, wobei nach und nach die innersten Gedanken und dunkelsten Geheimnisse zum
Vorschein kommen.
Alles an diesem Film ist künstlich: Der auch von der Inszenierung stets als Kulisse
erkennbare Schauplatz, die geschliffenen Dialoge, sowie die in den satten Farben der
fünfziger Jahre gestalteten Kostüme und Innendekorationen. In diesem Umfeld wirken
selbst die Gesangseinlagen, in welche die Darstellerinnen von Zeit zu Zeit ausbrechen,
auch gar nicht mehr wie ein Fremdkörper, ein Umstand, den so manches andere Film-Musical
ins Straucheln kommen lässt. Aber da sich die Künstlichkeit hier eindeutig von Kunst
ableitet, kann man Regisseur Ozon zu "8 Femmes" (8 Frauen) nur
beglückwünschen.
Lässt man sich daher ein, auf diese Welt voller Witz, Boshaftigkeit und Phantasie, kann
man sich bestens amüsieren, jedenfalls wenn zumindest ein winziges Fünkchen an Zuneigung
zu den schauspielernden Vertretern unseres westlichen Nachbarstaates bestehen. Denn hier
hat Frankreich wirklich die Elite seiner Schauspielerinnen aufgeboten, wobei die beiden
Spitzenplätze Catherine Deneuve und Fanny Ardant zukommen, die mit wahrer Wonne ein
Duell, nicht nur der spitzen Zungen, sondern auch der handgreiflichen Art abliefern. Doch
wird den beiden Diven von Isabelle Huppert fast der Rang gestohlen, der es sichtbar
Vergnügen bereitet, einmal aus dem durchweg ernsthaften Rollenschema ihrer sonstigen
Filmauftritte auszubrechen und in herrlich schräger Übertreibung eine alte Jungfer mit
heimlichen Leidenschaften zu geben.
Bild      
Glücklicherweise setzt sich die "Zitterpartie" der ersten Minuten im Laufe
des Films nicht weiter fort, denn das großflächige Flimmern in der Anfangssequenz ist
wenig erbaulich. Im weiteren zeigt sich das Bild dann in annehmbarer, aber keineswegs
überragender Qualität. Während die Grunddaten durchaus ordentlich sind, schleichen sich
immer wieder Artefakte in die Flächendarstellung, ist die Detailwiedergabe eher am
unteren Rande der Möglichkeiten angesiedelt und fällt die an sich ausgesprochen
farbenfrohe Gestaltung von Kulisse und Kostümen etwas matt aus.
Ton      
Gut, da der Film im wahrsten Sinne des Wortes als Kammerspiel aufgezogen ist, kann man
keine weit in den Raum ausgreifende Effekte erwarten. Und was das wichtigste bei einem
Film mit Musicalelementen ist, die Wiedergabe der Gesangseinlagen ist in allen Belangen,
von der Dynamik bis zur räumlichen Verteilung ohne Makel. Leichte Schwächen zeigen sich
allerdings ärgerlicherweise in der deutschen Synchronisation bei den Dialogen, deren
Wiedergabe schon einmal kleinere Schwankungen in Lautstärke und präziser Verortung
unterlaufen. Diese Mängel treten zwar nur zwei- dreimal auf, sind bei einem Film aus dem
letzten Jahr aber schon etwas ärgerlich.
Special Features      
Die Zugaben bieten einen Audio-Kommentar von Regisseur Ozon, verstärkt durch einige
andere der Mitwirkenden, unter anderem Darstellerin Fanny Ardant. Zudem ein ausführliches
"Making Of", dass in gut einer Stunde einen ausgiebigen Blick hinter die
Kulissen gestattet. Schließlich noch zwei Videoclips mit Liedern aus dem Film, sowie die
üblichen biografischen Daten zu den Mitwirkenden und den Trailer.
29.04.2003
Review von Tobias Wrany
Test-Equipment
TV: Panasonic TX-28PK1F
DVD-Player: Pioneer DV-343
Dolby Digital / DTS Receiver: Sony STR-DA50ES
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