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25 Stunden (25th Hour)

Kauf-VÖ: 29.01.2003

Studio

Touchstone Pictures (2002)

Verleih

Buena Vista Home Entertainment (2003)

Laufzeit

209:16 min. (FSK 12)

Regie

Spike Lee

Darsteller

Edward Norton, Rosario Dawson, Philip Seymour Hoffman, Anna Paquin

DVD-Typ

DVD-9

Fernsehnorm

PAL

Bildformat

2,35:1 (anamorph)

Audiokanäle

1. Deutsch, Dolby Digital 5.1
2. Englisch, Dolby Digital 5.1
3. Türkisch, Dolby Digital 5.1

Untertitel

deutsch, englisch, türkisch, französisch, spanisch, italienisch, hebräisch, kroatisch, slowenisch

Regionalcode

2

Verpackung

Amaray-Case
Film 

Monty Brogan (Edward Norton) hat seine Tätigkeit als Drogenhändler für einige Zeit ein angenehmes Leben verschafft, nun allerdings muss er die Zeche zahlen, nachdem er von der Polizei erwischt und vom zuständigen Gericht zu einer siebenjährigen Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Da die Vollzugsbehörden bei ihm trotzdem keine akute Fluchtgefahr angenommen haben, ist er einen Tag vor seinem Einfahren in die Haftanstalt noch auf freiem Fuß und beschließt, seine verbleibenden 25 Stunden in Freiheit zu einer Tour durch seinen Freundes- und Verwandtenkreis zu nutzen, um einen einigermaßen sauberen Schlussstrich unter den bald vergangenen Lebensabschnitt in Freiheit zu ziehen. So streift er durch sein vormaliges Betätigungs- und Lebensumfeld, die Stadt New York, steuert eine Station nach der anderen auf seiner großen Abschiedsrunde an. Die wichtigsten Personen sind dabei neben seinem Vater (Brian Cox), vor allem seine beiden ältesten Freunde, der Lehrer Jacob (Philip Seymour Hoffman) und der Börsenmakler Frank (Barry Pepper). Und natürlich seine Freundin Naturelle (Rosario Dawson). Konfliktfrei bleibt sein letzter Tag allerdings nicht, dafür sorgen zum einen diverse Friktionen in Montys Gefühlen zu seinen Mitmenschen, von denen gerade jetzt sein Misstrauen gegenüber Naturelle einen ganz erheblichen Anteil hat, ist er doch immer noch unsicher, ob es nicht sie war, die ihn dem Arm des Gesetzes ausgeliefert hat. Aber auch seine Freunde tragen ihre Probleme mit hinein, wie zum Beispiel Jacobs mehr als heikle Neigung zu einer seiner Schülerinnen (Anna Paquin).

"25th Hour" (25 Stunden) ist in einigen Belangen ein wirklich guter Film. Das zeigt sich vor allem in vielen Momenten, die von einer unglaublichen Ausdrucksstärke erfüllt sind, ohne dass dies unmittelbar aus einem dramatischen Höhepunkt der Geschichte oder einer speziellen Gestaltungsform der Inszenierung folgt, sondern sich einfach so in einem unvermittelten Augenblicksgefühl beim Zuschauer einstellt.  Spike Lee darf daher mit Fug und Recht stolz auf sein Werk sein, das sich vor allem auch wohltuend von einigen anderen Arbeiten des Regisseurs absetzt, die in ihrer angestrengten Art den Zuschauer ein ums andere Mal auf arge Geduldsproben gestellt hatten. Zudem erweist sich Lee hier, mehr als die üblichen Verdächtigen Woody Allen und Martin Scorsese, als idealer New York-Regisseur, dem es gelingt, dem Drehbuch, das deutlich als Hommage auf die Stadt angelegt ist, auch visuell nicht nur gerecht zu werden, sondern eine eindrückliche eigene Note hinzuzufügen, wobei auch die ausgesuchte Sorgfalt bei der Einfügung der Folgen der Terrorattacken vom elften September auf die Stadt und ihre seelische Befindlichkeit nicht unerwähnt bleiben sollten.
Aber auch auf der zweiten Erzählebene des Films, des Charakterpsychogramms seiner Hauptfiguren, gelingen dem Film nachhaltige Momente. Nicht ohne Einfluss darauf hatte die durchweg überzeugende Besetzung der Rollen, von denen hier einmal nicht Edward Norton und Philip Seymour Hoffman hervorgehoben werden sollen (bei beiden wäre eine Erörterung ihrer Leistung allenfalls interessant, wenn sie einmal einen schlachten Dreh hinlegten), sondern der sonst nur in Nebenrollen auftretende Barry Pepper, welcher der Figur des Frank, der allzu leicht ein Schicksal als aalglatte Klischeepuppe gedroht hätte, wäre es dem Schauspieler nicht gelungen, seinen Charakter sorgfältig nach verborgenen Tiefen und Kanten abzuklopfen.
Ein makelloses Meisterwerk ist "25th Hour" (25 Stunden) aber trotzdem nicht geworden. Allerdings sind es eher kleinere Schwächen, die den Film etwas zurückstufen. Vor allem die Gewichtung einzelner Erzählelemente lässt zu wünschen übrig, was letztlich einigen unnötigen Leerlauf und an anderer Stelle ungünstige Abkürzungen zur Folge hat. Zudem zeigt sich das Drehbuch von Zeit zu Zeit ein wenig zu Geschwätzig bei seinen ansonsten wohldurchdachten Dialogen. Das alles nimmt dem Film leider einiges von seiner Wirkung, bricht vor allem die atmosphärische Dichte zu oft auf, was die Intensität des emotionalen Sogs der Geschichte häufig fast versiegen lässt.

 

Bild 

Vollkommen überzeugen kann die Bildqualität nicht, allerdings weist schon die künstlerische Gestaltung des Films gewisse Unregelmäßigkeiten auf. So werden über weite Strecken hinweg die Kontraste ungemein überzeichnet, was allerdings statt der wohl angestrebten kühlen Atmosphäre häufig eher das Gefühl hervorruft, jemand hätte lediglich die Farbe aus dem Material herausgesaugt. An anderen Stellen zeigt sich ein bewusst und auch sinnvoll eingesetzter Doku-Look im typisch grobkörnigen Gewand. Allerdings hat auch die DVD selber gelegentlich mit einem etwas zu unruhigen, bis zittrigem Bild zu kämpfen und bleiben leichte Nachzieheffekte ebenfalls nicht ganz aus.

 

Ton 

Die meiste Zeit über hätte sich der Film durchaus mit einer durchschnittlichen Dolby Surround Abmischung begnügen können, so wenig ist in Sachen differenzierte Wiedergabe der Umwelt oder gar spezieller Soundeffekte zu holen. Überaus zufrieden stellend in der Wiedergabe der notwendigen Geräuschkulisse bleibt das Geschehen überwiegend unauffällig. Eine Ausnahme stellen eigentlich nur die Szenen in dem Club an, welchen die Protagonisten im Laufe des Filmes besuchen, hier fühlt sich der Zuschauer dann tatsächlich unmittelbar an den Ort des Geschehens versetzt, wobei allerdings die Natürlichkeit der akustischen Präsentation notwendigerweise auch die etwas unsaubere Wiedergabe der Musik enthält.

 

Special Features 

Die Zugaben sind durchaus ansehlich. Neben einem erträglichen "Making Of" stehen die Arbeitskopien von sechs geschnittenen Szenen in ordentlicher Bildqualität zur Verfügung, zuzüglich einer Zusammenstellung von Aufnahmen von Aufräumarbeiten am Ruinengrund des World-Trade-Centers, die in verkürzter Form auch im Film auftauchen. Audiokommentare sind gleich zwei im Angebot. Einer von Regisseur Spike Lee, informativ, wenn auch manchmal etwas stockend und einer von Drehbuchautor Benioff, der immer wieder auf Übereinstimmungen und Unterschiede zur Romanvorlage hinweist (kein Wunder, hat er doch diese ebenfalls verfasst).

22.10.2003

Review von Tobias Wrany

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