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24 - Season Two (UK-Version)

Studio

20th Century Fox Television (2002)

Verleih

20th Century Fox Home Entertainment UK (2003)

Laufzeit

ca. 1041 min.

Regie

Diverse

Darsteller

Kiefer Sutherland u.a.

DVD-Typ

7 x DVD-9

Fernsehnorm

PAL

Bildformat

1,78:1 (anamorph)

Bitrate

ca. 5 Mbps (Video: ca. 4.4 Mbps)

Audiokanäle

1. Englisch, Dolby Digital 5.1 (448 kbps)

Untertitel

Englisch

Regionalcode

2

Verpackung

Digipak-Faltbox

Preis

ca. 32 Britische Pfund
Inhalt  

Auch die zweite Staffel von "24" besteht wieder aus insgesamt 24 Episoden, die die Ereignisse im Zeitraum eines einzigen Tages, also 24 Stunden, erzählen. Entsprechend soll die Serie in Echtzeit laufen, was allerdings nur dann stimmt, wenn man die kurzen Pausen für die Werbespots berücksichtigt, die der mitlaufende Timer mit einbezieht. Da die Episoden selbst aber nur eine Laufzeit von meist rund 42 Minuten haben und obendrein am Anfang jeder Episode noch eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse der vorherigen Episode gebracht wird, kommt man insgesamt nur auf rund 16 Stunden, wenn man sich die DVDs nonstop ansieht. "24" besteht nicht einfach nur aus kleinen Geschichten, die innerhalb einer Episode zu Ende erzählt werden, sondern bietet eine zusammenhängende Handlung, die erst mit der letzten Episode ein Ende findet und somit eine wohltuende Abwechslung vom Serien-Einheitsbrei bietet, wie man sie sonst nur bei wenigen Serien wie "Twin Peaks" findet. So haben die Episoden auch keine Namen, sondern werden nach dem Stand der Uhrzeit benannt, die immer wieder während der Serie eingeblendet wird. Leider blieben die Episoden auch so erhalten, wie sie fürs Fernsehen produziert wurden. Man bekommt also jedes Mal einen Vor- und Abspann zu sehen und kann die Serie nicht vollkommen kontinuierlich ansehen. Auch die kurzen Abblendungen für die Werbepausen und die Zusammenfassungen "Previously on 24" zu Beginn jeder Episode nerven ein wenig. 

Im Mittelpunkt der Serie steht wieder Jack Bauer (Kiefer Sutherland), in der ersten Staffel noch Agent bei der CTU (Counter Terrorism Unit), einer militärischen Spezialeinheit zur Terrorbekämpfung. Zu Beginn der zweiten Staffel ist Jack nicht mehr bei der CTU im Dienst und hat sich nach dem Tod seiner Frau auch von seiner Tochter Kimberley entfremdet. Dann erfährt die CTU von einem geplanten Anschlag mit einer Atombombe, die innerhalb der nächsten 24 Stunden in Los Angeles hochgehen soll. Es fehlt bislang jede Spur, weswegen Jack Bauer zu Rate gezogen wird, der nach kurzer Überlegung die CTU wieder unterstützt und sich auf die Suche nach den Attentätern macht. Was danach in den 24 Episoden passiert, ähnelt schematisch sehr stark der ersten Staffel, nur eben mit einer grundlegend anderen Geschichte. Während Jack die Terroristen jagt, muss sich US-Präsident Palmer, der in der ersten Staffel noch als US-Senator im Mittelpunkt der Ereignisse stand, gegen eine politische Verschwörung wehren, die aus seiner eigenen Administration gegen ihn unternommen wird. Die dritte parallel erzählte Geschichte dreht sich um einen Geschäftmann und dessen Familie, die in die Ermittlungen gegen die Terroristen mit hineingezogen werden. Und auch Jack Bauers Tochter Kimberley ist wieder einmal für 24 Stunden auf der Flucht, eine Geschichte, die diesmal aber kaum etwas mit dem Haupthema der Staffel zu tun hat. Diese parallel laufenden Handlungsstränge, zwischen denen immer wieder geschickt via Split Screen übergeblendet wird, werden noch interessanter erzählt als in der ersten Staffel, die stellenweise einige Durchhänger hatte. Immer wieder ergeben sich neue Wendungen in der Handlung aufgrund neuer Erkenntnisse und auch die Figuren, die man im Verlauf der Handlung kennen lernt, bieten im zeitlichen Verlauf einige Veränderungen und Überraschungen, mit denen man nicht rechnen würde. So bleibt "24" bis zum Ende wieder spannend. Eigentlich ist "24" auch eher ein Spielfilm in extremer Länge als eine typische TV-Serie, denn es gibt kaum eine Episode, auf die man verzichten kann, ohne wirklich alles zu verstehen. Und die Macher verstehen es sehr geschickt, die Handlung so zu erzählen, dass direkt nach einer Folge auch sofort die nächste sehen möchte. Deswegen kann es eigentlich auch nur empfohlen werden, sich "24" nicht im Fernsehen anzusehen, sondern sich lieber ein Wochenende zu nehmen, um die Serie in einem Rutsch zu erleben. Bei kaum einer anderen Serie dürfte man sich ansonsten nämlich derart über längere Pausen zwischen den einzelnen Episoden und selbst kurze Werbeblöcke ärgern. Es bleibt zu hoffen, dass den "24"-Produzenten auch in Zukunft die Ideen nicht ausgehen, denn mit dieser Serie wurde wirklich ein Unikum geschaffen, dessen hohes Niveau in der TV-Geschichte an Spannung und Einfallsreichtum bislang kaum erreicht wurde. Im Vergleich zur ersten Staffel ist "24" sogar noch politischer geworden und dabei alles andere als einseitig-patriotisch, wie man es zunächst am Anfang glauben möchte. Denn auch wenn hinter der Serie 20th Century Fox und damit Rupert Murdoch steht, dessen Blätter und TV-Sender gerade in den USA für ihre fragwürdige Berichterstattung berühmt-berüchtigt sind, so schlägt "24" in der zweiten Hälfte doch eine recht kritische Haltung gegenüber der internationalen US-Politik ein, die einige sehr passende Analogien zur Real-Außenpolitik der ersten Jahreshälfte 2003 aufweist.

 

Bild  

Die Bildqualität von "24" hat sich in der zweiten Staffel geringfügig gebessert, bleibt aber dennoch hinter den Erwartungen zurück, die man an eine brandneue TV-Serie hat. "24" wurde zwar auf 35 mm-Film gedreht, hat aber zu einem Großteil einen recht unscharfen und grellen Look wie man ihn eher von DV-Kameras gewohnt ist. Dies ist aber zum Großteil wohl gewollt: Kameramann Rodney Charters hat die Serie mit speziellen Filmmaterial von Kodak gedreht und dabei bewusst mit Effekten wie leichter Überbelichtung gespielt, die dem Bild einen etwas rauhen Look geben. Sonderlich gut sieht das Endergebnis nicht aus: Die Schärfe schwankt stark und ist oftmals nur befriedigend, gerade weil die Konturen immer etwas matschig erscheinen. Der Kontrast wirkt ausgewaschen und meistens ist auch ein sehr grobkörniges Rauschen zu sehen. Ganz so krass wie noch bei der ersten Staffel fallen diese Mankos allerdings nicht aus und es gibt ebenso viele Sequenzen, die qualitativ durchaus Kinofilmniveau erreichen. Auch mit den Farben kann man insgesamt noch zufrieden sein. Dass das Bild immer etwas wackelig ist, gehört mit zum Konzept, da "24" auch zum Großteil mit Handkameras gedreht wurde. Die Videobitrate, mit der die Bilder komprimiert wurden, ist sehr niedrig. Richtig auffällige MPEG-Artefakte sind selbst bei schnellen Bewegungen dennoch nicht zu beobachten.

 
Ton  

Die zweite "24"-Staffel bekam ein soundtechnisches Upgrade in Form des Dolby Digital 5.1-Tons, der bei der ersten Staffel noch fehlte. "24" ist vom Sound etwas aktiver geworden, insgesamt aber immer noch sehr frontlastig. Aus den vorderen Kanälen sind einige Effekte und Umgebungsgeräusche wahrnehmbar, während die Surroundkanäle vorwiegend für Atmosphäre sorgen. Hier spielt insbesondere wieder die Musik eine große Rolle, welche das Tempo und die Dramatik der Serie immer mitbestimmt. Umgebungsgeräusche sind über die Surroundkanäle eher dezent wahrnehmbar und auch Effekte kommen nur recht selten vor. Diese sind dann aber an einigen Stellen sogar richtig gut und klingen insbesondere bei längeren Schusswechseln auch sehr direktional von allen Seiten. Insgesamt könnte der Sound aber durchaus noch etwas mehr Volumen vertragen.

 
Special Features  
  • Audio-Kommentare zu ausgewählten Episoden: Ein Teil der Episoden wurde mit einem Audio-Kommentar ausgestattet. Welche Folgen dies sind, muss man allerdings selbst herausfinden, da hierzu Hinweise auf der Verpackung fehlen. Die Kommentare werden zu einem Großteil von den Darstellern beigesteuert, die ihre Erlebnisse von den Dreharbeiten schildern.

  • "On the Button - The Destruction of CTU" (13:18 min.): Dieses Featurette zeigt die Dreharbeiten zur Explosion im CTU-Hauptquartier. Die Stunt-Koordinatoren erläutern das Konzept und zeigen die Vorbereitung für die Aufnahmen.

  • 24 Exposed Part 1 (45:37 min.) + Part 2 (42:19 min.): Nachdem die erste Staffel so erfolgreich war, produzierte man direkt für die DVD-Veröffentlichung eine Dokumentation, die die letzten Drehtage der zweiten Staffel aus Sicht der Macher schildert. Solche "Drehtagebücher" sind ja unbedingt nichts Neues, doch vielfach scheitern Sie daran, dass Ihnen das richtige Konzept fehlt und man recht zusammenhanglos kleine Anekdoten erzählt bekommt oder nur Action- und Special-Effects-Aufnahmen thematisiert werden. Hier hingegen bekommt man einen vernünftigen Einblick in die Arbeit des Teams, welches hinter der Serie steht. In Form von Interviews mit Darstellern und Produzenten wird das Konzept von "24" vermittelt und der Alltag der Produktion dargestellt.

  • Multi-Angle Scene Study: Episode 6 - The Interrogation (07:53 min.): Die einzelnen Sequenzen der ganzen Serie wurden jeweils mit zwei Kameras aus verschiedenen Perspektiven aufgenommen. Dieser Clip zeigt eine rund acht Minuten lange Verhörszene, in der man diese beiden Perspektiven auswählen kann. Zum Direktvergleich steht noch eine dritte Perspektive zur Auswahl, die im Split-Screen-Modus beide Kameras direkt darstellt.

  • Deleted Scenes: Aus einer großen Anzahl von Episoden stehen hier auf der Bonus-DVD verschiedene Deleted Scenes zur Auswahl, die ebenso wie die Serie im anamorphen 16:9-Format präsentiert werden. Verschiedene Deleted Scenes oder alternative Takes können auch direkt in der jeweiligen Folge betrachtet werden. Dazu muss man allerdings auf den "Play All"-Modus verzichten und bei jeder Episode einzeln dieses Feature im Special Features-Untermenü anwählen. Dort gibt es dann aber auch die Möglichkeit, sich diese Deleted Scenes ebenso wie auf der Bonus-DVD einzeln anzusehen.

Review von Karsten Serck

Test-Equipment:
TV Panasonic TX-W32D3F
DVD-Player Onkyo DV-SP800
AV-Verstärker Yamaha DSP-AZ1

25.08.2002

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