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1 Giant Leap

VÖ: 23.09.2002

Anbieter

Palm Pictures (2002)

Laufzeit

ca. 155 min.

DVD-Typ

DVD-9

TV-Norm

PAL

Bitrate

ca. 5.7 Mbps (Video: ca. 5 Mbps)

Bildformat

1,78:1 (Letterbox)

Audiokanäle

Dolby Digital 5.1 (448 kbps)
Dolby Digital 2.0 (192 kbps)

Untertitel

Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch

Regionalcode

1-8

Verpackung

Amaray-Case

Preis

ca. 20-25 €
Film  

"One small step for a Man, one giant leap for Mankind", sagte Neil Armstrong 1969, als er als erster Mensch den Mond betrat. Unter dieses Motto stellten auch Faithless-Mitbegründer Jamie Catto und Pop-Produzent Duncan Bridgeman ihr musikalisches Projekt, für das sie um die ganze Welt reisten und dort Stimmen und Klänge aus allen möglichen Ländern einfingen. So spielte ein Sarangi-Spieler in Indien zum Beispiel zu den Grooves, die eine Woche zuvor von ugandischen Trommlern aufgenommen worden waren. Jeder Track entwickelte sich nach und nach weiter, während Catto und Bridgeman den Globus umrundeten. Dabei nahmen sie die verschiedenen Künstler als Grundlage für einen Film und ein Album in zwölf Kapiteln auf. Jedes Filmkapitel entspricht einem Stück auf dem Album und beschäftigt sich mit Themen wie "Masken und Rollen", "Tod und Veränderung", "Freiheit und Unschuld" und "Schatten und Inspiration". Neben vielen unbekannten Künstlern sind auf der DVD auch einige Beiträge von REM-Sänger Michael Stipe, Neneh Cherry. Während sich die CD vornehmlich auf die Musik konzentrierte, ist diese DVD kein reines Musikvideo sondern vielmehr eine Dokumentation geworden, die Ö-Töne von Leuten, die auf der Reise getroffen wurden, zu den einzelnen Themen zusammenfasst. Am prominentesten ist hierbei sicherlich Dennis Hopper, der sehr angetan von der Idee war, ansonsten sind aber zum Großteil nur die Gesichter von in Deutschland weniger bekannten Künstlern zu sehen.

Natürlich neigt man gerne dazu, solch ein Projekt schnell in die Multikulti-Ecke von "Weltmusik" und "Ethno-Pop" zu werfen, zumal die Wortbeiträge sich auch vornehmlich um die großen Weltprobleme drehen und dabei ein wenig die Themen aufgegriffen werden, die spontan an Projekte wie "Band Aid" oder "One World, One Voice" erinnern. Aber die Musik ist trotz vielen Elementen aus den verschiedensten Ländern doch sehr hörbar für westliche Ohren geworden und bietet sanfte Pop und teilweise auch Techno-Klänge mit harmonischen Grundmelodien. So ist "1 Giant Leap" auch ohne, dass man sich unbedingt mit den einzelnen Wortbeiträgen anfreunden muss, auf jeden Fall eine musikalisch recht ansprechende Weltreise. 

 

Bild 

Obwohl die Aufnahmen zum Großteil in 16:9 vorgenommen wurden, präsentiert sich die DVD leider nur mit Letterbox-Darstellung. Die sehr bunten Bilder wurden überwiegend mit DV-Kamera aufgenommen und sind entsprechend eher auf semiprofessionellem Niveau. Die Schärfewerte sind unbefriedigend und erwecken eher den Anschein, hier eine VCD oder SVCD im Player zu haben als eine richtige DVD. Die Videobitrate liegt bei rund 5 Mbps und produziert keine Artefakte. Die leichten Bildstörungen dürften bereits auf das Quellmaterial zurückzuführen sein.

 

Ton 

Während das Bild nicht viel besser ist als von einem Hobbyfilmer-Video, so gehört der Sound auf jeden Fall in die erste Klasse. Bereits die CD bot einen sehr glasklaren Klang und dieser wird auf der DVD durch den Dolby Digital 5.1-Sound nochmals verbessert. Die DVD bietet eine hervorragende Dynamik: Vom subtil sich anschleichenden Bass gleich im ersten Track "Time" bis zu den sauberen Höhen der Instrumente und Stimmen wird hier das gesamte Frequenzspektrum ausgenutzt. Auch surroundtechnisch ist der Sound hervorragend abgemischt und bietet nicht einfach nur Stereo-Sound mit ein wenig Hall, sondern einen richtig vollwertigen 5.1-Mix mit vielen Effekten wie z.B. den aus den verschiedensten Richtungen kommenden Stimmen im Song "Mask". 

Leider haben die Macher bei der Konzeption dieser DVD nicht daran gedacht, dass es vielleicht auch Leute gibt, die einfach nur die Musik im digitalen Mehrkanalton hören möchten. Denn "1 Giant Leap" liegt nur als Dokumentation mit recht lauten Dialogen vor, die sich immer wieder in die Songs einmischen und dann die Konzentration auf die Musik stören. Ein separater 5.1-Track nur mit der reinen Musik wäre daher sinnvoll gewesen.

 

Special Features 

Wer die DVD zuerst einlegt, der wird wahrscheinlich zuerst ein wenig verwirrt werden, da es nicht einfach einen Play-Button gibt, sondern man nur verschiedene Begriffe wie "Chapter Mode", "Loop Mode" oder "Juke Box" findet, die für die verschiedenen Abspielvarianten stehen. Während der Loop Mode alles abspielt, wählt man im Chapter Mode immer nur ein Thema an und bei der "Juke Box" kann man eine bestimmte Trackauswahl individuelle programmieren. Unter "Explore" kann man einen kleinen Blick hinter die Kulissen werfen und bekommt eine recht große Auswahl an Clips zu sehen, die die Vorbereitungen für die Dreharbeiten und Musikaufnahmen zeigen. In der Rubrik "Singles" kann man sich außerdem die Videos zu den beiden Songs "Braided Hair" und "My Culture" ansehen.

Review von Karsten Serck

Test-Equipment:
TV Panasonic TX-W32D3F
DVD-Player Sony DVP-NS900V
AV-Verstärker Yamaha DSP-AZ1

18.09.2002

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