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11. September - Die letzten Stunden im World Center

Original

9-11

Anbieter

Paramount Home Entertainment (2002)

Laufzeit

128:28 min.

Regie

Jules und Gedeon Naudet

DVD-Typ

DVD-9

TV-Norm

PAL

Bitrate

5.20 Mbps (Video: ca. 4.2 Mbps)

Bildformat

1,78:1 (Letterbox)

Audiokanäle

1. Englisch, Dolby Digital 2.0 (192 kbps)
2. Französisch, Dolby Digital 2.0 (192 kbps)
3. Deutsch, Dolby Digital 2.0 (192 kbps)
4. Italienisch, Dolby Digital 2.0 (192 kbps)
5. Spanisch, Dolby Digital 2.0 (192 kbps)

Untertitel

Englisch, Niederländisch, Französisch

Regionalcode

2

Verpackung

Amaray-Case

Preis

ca. 25 €
Film 

Im Juni 2001 begannen die Brüder Jules und Gedeon Naudet mit einer Dokumentation, die einen jungen Feuerwehrmann porträtieren sollte, der frisch aus der Akademie seine ersten Erfahrungen im praktischen Einsatz sammelt. Und so waren die beiden Franzosen am Morgen des 11. September 2001 in New York und filmten gerade einen Routine-Einsatz, bei dem ein Gasleck überprüft werden sollte, als plötzlich lauter Flugzeuglärm über der Stadt zu hören war. Jules Naudet drehte seine Kamera herum und folgte dem Geräusch: Dabei fing er exakt den Moment ein, in dem das erste entführte Flugzeug nur wenige hundert Meter entfernt in das World Trade Center raste. Eine Momentaufnahme, die seitdem tausendfach in unzähligen TV-Beiträgen wiederholt wurde. "9-11" ist aber keine Dokumentation über den Anschlag vom 11. September, die dessen politische Hintergründe zum Thema hat. Die beiden Filmemacher blieben vielmehr dem Konzept treu, welches Sie ursprünglich nach New York geführt hatte, um die Arbeit der Berufsfeuerwehr zu beobachten. Und so beginnt die Dokumentation auch lange vor dem 11. September mit einer Schilderung des ganz normalen Alltags der Männer der Berufsfeuerwehr, deren Vorstellungen von ihrem Beruf, der für die meisten ein Idealjob zu sein scheint. 

Am Morgen des 11. September 2001 begleitet Jules Naudet zusammen mit einer Feuerwehreinheit deren Weg ins World Trade Center, nur wenige Minuten nachdem das erste Flugzeug dort eingestürzt ist. Als einziger Kameramann kann er in der Lobby des Gebäudes noch Aufnahmen machen. Grausame Details und reißerische Bilder wie der tödliche Aufprall der Verzweifelten, die sich aus den oberen Stockwerken des Gebäudes herabstürzen, werden dem Zuschauer erspart. Man hört allerdings das laute Krachen von allem, was auf das Dach der Lobby herabfällt und kann erahnen, was dort gerade passiert. Selbst in diesen Momenten erspart sich die Dokumentation des ohnehin seltenen Kommentars und bleibt bei einer Erzählung, die vornehmlich aus Bildern und O-Tönen besteht. Nach dem Zusammensturz der Gebäude verlieren auch die beiden Brüder Naudet den Kontakt zueinander. Der Rest des Films besteht aus der Odyssee, die Jules Naudet durch den Nebel der Trümmer zurück in die Zentrale "Ladder 1" führt, wo sein Bruder Gedeon unterdessen die Rückkehr der Feuerwehrmänner und deren Reaktionen filmt. Wie ein Wunder erscheint es da, dass alle Einsatzkräfte der Feuerwehr-Einheit von Naudet den Zusammensturz der "Twin Towers" überlebten.

Die Dokumentation der Brüder Naudet bringt ein Jahr nach den Ereignissen in New York den Schrecken der Angriffe auf das World Trade Center zurück ins Bewusstsein. Das Ansinnen der Filmemacher war keine Analyse oder Vermittlung von Hintergrundinformationen, sondern es war vielmehr der Zufall, der die Brüder Naudet am 11.09.2001 an den Ort des Geschehens brachte, welches denjenigen, die die Ereignisse am Fernseher mitverfolgten, sicherlich ähnlich ins Gedächtnis gebrannt worden sein dürfte wie Generationen zuvor der Mord an US-Präsident John F. Kennedy. Gerade weil der Film aber nicht mehr und nicht weniger ist als ein chronologischer Ablauf der Ereignisse aus der Sicht der beiden Filmemacher, wird er damit zum zeitlosen Dokument, weil der Film frei ist von Aussagen, die in der Nachbetrachtung vielleicht revidiert werden müssten. So wird die Doku alleine von ihrer Macht der Bilder dominiert, mit denen der Zuschauer aus nächster Nähe das verhängnisvolle Drama miterlebt. Während der Film bei seiner Erstausstrahlung in der ARD gekürzt wurde, ist er auf dieser DVD in einer längeren Fassung zu sehen, bei der allerdings etwas störend auffällt, dass hier keine Kapitelmarkierungen gesetzt wurden.

 

Bild 

Da die Brüder Naudet kein großes Budget für ihre Dokumentation zur Verfügung hatten, drehten Sie mit Sony DV-Kameras, die einfach zu handhaben sind und nur relativ geringe Kosten verursachen. Nachteil von DV-Aufnahmen ist meist deren geringe Detailschärfe, weswegen das Bild durchgängig sehr unscharf erscheint, was durch die NTSC/PAL-Interpolation noch geringfügig erhöht worden sein dürfte. Das Bildformat ist 16:9-Letterbox. Da die verwendete Kamera selbst aber kein echtes 16:9-Bild erzeugt, wäre anamorphes 16:9 nur nachträglich durch Interpolation möglich gewesen, worauf hier aber im Gegensatz zur TV-Ausstrahlung in der ARD verzichtet wurde, was auch keinen Fehler darstellt, weil die Interpolation keinen Schärfegewinn bedeutet hätte. Das Bild der DVD ist unabhängig davon aber etwas unschärfer als das in der ARD, hier wird vermutlich die ARD anderes Quellmaterial verfügbar gehabt haben. Die Kontraste sind etwas kühl, die Farbwiedergabe aber recht passabel. Die Videobitrate liegt mit gerade einmal 4.2 Mbps sehr niedrig, allerdings sehen die meisten Defekte des Bildmaterials so aus, als ob Sie bereits von der DV-Kompression kommen würden.

 

Ton 

Während die englische Originalfassung vorwiegend als O-Ton-Dokumentation vorliegt und nur selten ein Off-Kommentar zu hören ist, wurden die Statements von Paramount durch Christian Brückner, der deutschen Stimme von Robert de Niro, ins Deutsche synchronisiert. Hier unterscheidet sich die Dokumentation auch von der TV-Fassung, die die ARD selbst vertont hat. Die Dialoge sind selten verzerrt und meist gut verständlich. Wer den O-Ton hören möchte, aber Untertitel benötigt, muss hier mangels deutscher Untertitelung auf die englischen Untertitel zurückgreifen.

 

Special Features 

Die Extras der DVDs unterscheiden sich nur unwesentlich vom Film selbst und ergänzen diesen um rund eine Stunde. Es handelt sich hierbei um vier jeweils rund 15 Minuten lange Interviews, die nachträglich mit den im Film vorgestellten Feuerwehrleuten geführt wurden.

Review von Karsten Serck

Test-Equipment:
TV Panasonic TX-W32D3F
DVD-Player Sony DVP-NS900V
AV-Verstärker Yamaha DSP-AZ1

21.11.2002

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